„Ich habe das Buch Raum zum Schreiben genannt, weil jede Seite, jedes Kapitel eine Tür öffnet: zur Fantasie, zum Intellekt, zur Seele und zur Gefühlsebene."

Schreiben Sie mit!

Schnellauswahl  

Hören Sie genau zu!

01.07.2009


Aufgabe
Schreiben Sie heute nur für den Klang: Sammeln Sie Wörter und Sätze, deren Klang Sie mögen oder gar nicht mögen. Beschreiben Sie die Töne und Geräusche um sich herum. Verfassen Sie einen Dialog, in dem der Sprechrhythmus den Gegenstand der Unterhaltung unterstreicht. Und drehen Sie bei dieser Übung unbedingt die Lautstärke auf.

© 2008 Autorenhaus Verlag GmbH, Berlin
Suche
 

 

Leserbeiträge

1 · 2 · 3 · 4 · weiter »
Eingetragen am: 01.09.2009 von britta khokhar
[ Lesezeichen ]

3226

Thomas nahm sie mit zum Polizeibus. Sie saßen kaum drin, hörte sie schreie. Pferdegetrampel, Schwingen der schlagstöcke.klicken von Handschellen. Die Polizisten gingen nicht zimperlich um mit den Demoteilnehmern. Blaulichter von Krankenwagen rasten mit zischenden Reifen heran. es war wie im Krieg.
Sie.
Sehen sie sich das an . es hätte wer weiß was passieren können sagte Thomas mit ewas lauterer Stimme.


Eingetragen am: 20.08.2009 von Berthild Lorenz
[ Lesezeichen ]

3043

Was ist es, das an meinem Bein schnurrt?
Der PehZeh, direkt neben dem linken kleinen Zeh stehend, kann einfach nicht schweigen!
Ich sitze bei 26° Zimmertemperatur und schrei(b)e.
Mensch war das schön, als noch die Feder des Füllers über das Papier schrabte! Dieses Geräusch, dem eine Spur auf dem Blatt folgte, das Blatt, das leise knisterte, wenn ich es wendete ...

Heute wende nur ich mich.
Vor dem offenen Fenster, auf der großen Wiese, die vom Lenker des lärmenden Rasenpanzers und seines wohlgenährten Fahrers so kurz gerissen wurde, dass sie gelb ist, bauen junge Leute Stühle auf.
Sie wollen die Sonne genießen, direkt unter meinem offenen Fenster.

Sie reden mit einander.
Neben ihnen drei Hunde. Mein großer schwarzer Freund, ein Labrador, wird von zwei bunten Hundedamen begleitet. Er, der selten einen tiefen Wau-Laut sagt, hockt im Schatten der Bäume, während die beiden kleinen Hundedamen hinter einem Ball herjagen. Laut kläfft die Kampfratte und die an einen Hund erinnernde Freundin schreit manchmal energiegeladen, mit ebenso hohen Tönen, mit! Mit schriller Stimme stoßen sie ihre Kraft in die Welt und an meinen Arbeitsplatz, immer und immer wieder und das, obwohl sie hier nicht wohnen.

Wie lange halte ich das aus? Angesprochen hab ich das und Anderes schon so manches Mal.
Ich sagte auch, dass ich es unfair finde, wenn sie sich nicht an die Regeln der Mittagsruhe am Wochenende halten. Da wurde abgewiegelt, laut und deutlich.
Ich sagte ihnen, dass es darum geht, dass auch alte und kranke Menschen das Leben ertragen müssen und die brauchen mehr Ruhe als junge Menschen, deshalb gibt es Hausordnungen.
Sie wiegelten wieder ab.

Heute steigt in mir Wut auf. Was tun? Sie sind lieb und nett und wenig einfühlsam ...

Ich arbeite weiter an meinem rauschenden PehZeh. Seine Kühlung berauscht mich, hier,in dieser Hitze. Plötzlich ein Knacken und krächzende Geräusche.
„Jetzt reicht`s aber, Leute!“, schreie ich und knalle mein Fenster in seinen Rahmen.
Sie haben ihre Heulbüchse eingeschaltet! Fünf nebeneinander Sitzende, die nicht genug Gesprächsstoff haben, jung, gesund und arbeitslos ...

„Super! Jetzt höre ich sie nur noch gedämpft!“, denke ich und gehe in das Zimmer, dessen Fenster zur Straße liegen, die mit Kopfstein gepflastert ist.
Auf der sind jetzt wenigstens kaum mal leere Bau-Laster, blechern herumlärmend unterwegs, wie in den Jahren nach dem Mauerfall ...


Kommentar von BerthildLorenz

Herzlichen Dank für dein Lesen und Kommentieren, liebe Britta. Ja und nein, zum Ärger! Mich ärgert, dass junge, gesunde Leute Tag für Tag, seit Jahren! nur auf der Wiese herumocken, rauchen und ungelenkt quatschen, dass ein Berg von Lärm über alle ausgeschüttet wird und überall Sensibilität fehlt! Sensibilität für sich selbst und den Nachbarn, dafür, dass Lärm trennt. Ich vermisse es, dass die jungen Leute miteinander z.B. alten Leuten helfen und dass Ältere darum bitten, dass die Jüngeren ihnen helfen. Ich wünsche mir, dass die Jüngeren zumindest nicht abwiegeln, wenn ich sie darum bitte, nicht während der Mittagsruhe ihre Hunde auf dem Gelände, auf dem sie nicht wohnen, auf unserem Hof, kläffen zu schicken, indem sie sie hinter Bällen herjagen. Da wird grinsend abgewiegelt, wenn ich sage, dass es auch Ältere und Schwächere gibt, die in dieser Zeit eben sclafen möchten und dass es deshalb die Regelung mit der Mittagsruhe gibt. Sie selber stehen erst um 10 Uhr auf, während ich gegen 7 Uhr aufstehe ... Die Sensibiltät fehlt überall hier. Ich arbeite daran, Menschen zu sensibilisieren. Herzliche Grüße dir und allen Lesenden. Berthild

Eingetragen am: 09.10.2009

Kommentar von britta khokhar

In die Welt des Schreiben eingetaucht. Arger über die Menschen die beim arbeiten stören. Die schreiben nicht als arbeit sehen sondern nur als hobby. Weil es den schreiber nur langweilig ist und sonst keine arbeit hat?

Eingetragen am: 05.09.2009

Eingetragen am: 16.08.2009 von Charlotte Camboné
[ Lesezeichen ]

2991

Es brausen die Wellen gegen sandigen Strand...
ein einsamer Mann, der durch den feuchten Sand gerannt.
mit blossen Fuessen trotz Kälte und wütender See,..
das verzerrte Gesicht dem rasenden Winde zugewandt,
hat in der Ferne die ihm Liebste erkannt ....
Sie läuft mit letzter Kraft auf ihn zu...
und kommt – in Sturm und Finsternis –
in seinen Armen kommt zur Ruh´......


Kommentar von britta khokhar

Kurz und leicht verständlich. Das Meer und der Wind. Die Sehnsucht

Eingetragen am: 05.09.2009

Eingetragen am: 13.08.2009 von Bärbel
[ Lesezeichen ]

2941

Dieser Text wurde kürzlich vertont - ich lasse ihn mir gern auf Herz und Zunge zergehen.

bin
fährte im schnee
werde, verweh
war doch
spur
jeder schritt
augenblick
zeiten weg
will
als ziel
nur ankommen


Kommentar von britta khokhar

Muss sich wunderbar anhören in der vertonung

Eingetragen am: 05.09.2009

Eingetragen am: 04.08.2009 von Michele
[ Lesezeichen ]

2713

Sturm

Ich schloß die Augen und hörte wie manches mal bevor die kleinen, zarten Tropfen des Regens auf mein Fenster fallen. Ich stellte mir dabei vor wie ich durch Regen stapfen würde und fröhlich, tanzend die Straße entlang laufen würde, wobei ich mich gar nicht von den Menschen die rechts und links mit düsteren, muffeligen Gesichtern in der einen Hand den Regenschirm haltend und in der anderen den Kragen des Mantels beeindrucken lassen würde, sondern langsam ein Strahlen entdecken würde, da sie diese Verrückte im Schein des Regens bewunderten. Diese Person, die ich bin und sich von dem Grau der Straßen nicht niedermachen ließ.Während ich da so lag, prasselte der Regen immer lauter und der Wind pfiff ums Haus. Ich bekam ein wenig Angst, denn diese Geräusche eines aufkommenden Sturmes hatten etwas gespenstisches. Ich wagte einen zweiten Versuch des Träumens, aber es gelang mir nicht, denn draußen wurde es immer lauter. Mir gingen alle möglichen Gedanken durch den Kopf, wie daß das Dach nicht halten würde und da hörte ich plötzlich einen dumpfen Knall. Sollte ich schauen, was da los war?Trotz meiner Befürchtung ging ich diesem Knall langsam nach und schlich von Zimmer zu Zimmer bis ich den großen Riss in meinem Küchenfenster entdeckte. Erleichtert, daß dieser nur einseitig war, versteckte ich mich geschwind unter meiner Bettdecke, die mir Schutz vor dem Sturm gab.


Eingetragen am: 01.08.2009 von marga
[ Lesezeichen ]

2625

In einer Häusersiedlung
auf einem grünen Hain
da steht in voller Blüte
die Linde ganz allein

am Morgen steigt die Sonne
auf über Stadt und Land
mit ihrem kühlen Purpur
küsst sie ihr grün Gewand

das freut den roten Mohn
auf diesem grünen Hain
so steht in voller Blüte
die Linde nicht allein

sie kümmert nicht die Menschen
in ihres Tages Last
sie hört die Vögel zwitschern
vergnügt auf jedem Ast

sie hat uns kommen sehen
erst kleiner und dann groß
und sieht uns wieder gehen
das ist halt unser Los


Eingetragen am: 19.07.2009 von Sigrid Leister
[ Lesezeichen ]

2339

Die Stille zu beschreiben wenn alles gesagt wurde. Wenn kein Wort mehr übrig ist wie eine leere Tube Zahnpasta.
Das gleichmäßige Atmen das den Brustkorb hebt und senkt, geräuschlos.
Doch wie ein brausender Wasserfall rauscht das Blut in meinen Ohren. Dann kann ich hören das ich lebe.


Eingetragen am: 17.07.2009 von Maren
[ Lesezeichen ]

2289

Hören Sie genau zu!

„Hast du schon einmal eine Stecknadel fallen gehört? Nein? Soll ich es dir erzählen?
Jetzt pass gut auf, dann wirst auch du es hören.“
„Aber warte, lass es uns gemütlich machen. Ich zünde noch eine Kerze an, hole eine gute Flasche Rotwein und dann bin ich ganz Ohr.“

„ Also, der Saal war voll, jeder Stuhl war besetzt, es war eine Spannung im Saal, die knisterte. Dann erlöschte das Licht.
Die Bühne wurde beleuchtet und da stand er: „ Satchmo“. Louis Armstrong live zu sehen und zu hören, war eines meiner eindrücklichsten Erlebnisse.
Genau in diesem Moment konntest du die Stecknadel fallen hören. Jeder hielt den Atem an, es war ein Moment, unvergesslich. Der Bann war gebrochen als er zu spielen und zu singen begann.
Sollen wir eine alte Schallplatte auflegen?“

„ Oh, wie beneide ich dich, ich habe jedes Wort von dir aufgesaugt. Hast du die Platte „ What a wonderful world“ oder den „ Saint Louis Blues“? Ja? Oh, ich höre, ich höre genau zu“.


Kommentar von Marc

Hallo Maren, nach meinem Empfinden sind ein paar überflüssige Zwischenfragen im Text, alles Andere lässt sich gut lesen und hat mich faszieniert. Konkret was raus könnte: Nein? Soll ich es dir erzählen? Jetzt...dann wirst auch du es hören./ Ja? / Den Fragesatz:Sollen wir eine alte Schallplatte auflegen?“, würde ich in einen handelnden Satz umwandeln: "Lass uns eine alte Schallplatte auflegen." Zwischenfragen und Antworten sollte sich der Leser selbst stellen. Der Autor schreibt Handlung. Dein Text hat mich sehr inspiriert, ich leg sie gleich auf, die Originalaufnamen von Satchmo, what a wonderful world!

Eingetragen am: 24.07.2009

Eingetragen am: 16.07.2009 von minnelayde
[ Lesezeichen ]

2257

Fallendes Wasser am fahlen, seichten See. Es war der Schnee, der gegangen ist. Verlassen, zerstreut und beschämt liegen hier, aber auch dort, ein paar kleine Häuflein in weiß. Es ist kein schönes weiß mehr, eher angeschmutzt, wie abgewetzte alte Turnschuhe, die man achtlos hingeworfen hat. Zurückgeblieben ist der Matsch, feucht, schmierig und schmatzend liegt er da. Er schmiert sich breiig um jeden, der ihn berührt, greift mit seinen feuchten und klammen Schmutzfingern nach allem, was er zu Fassen bekommt. Der Wind raut den glatten See auf. Gerade noch wie eine blaugraue Eisfläche glänzend laufen nun Wellen um die Wette, jagen sich von der Mitte des Sees kommend zum Ufer, um dort zu zerbrechen. Die gestrandeten Wellen zersplittern an den Ufersteinen mit einem leisen, rauschenden Schlag. Ihre befreiten Seelen fliegen eilig davon um mit dem Wind zu gehen, irgendwohin, weit weg, durch die kalten Lüfte, immer der Sonne entgegen. Die Sonne, sie ist es, die alles zum Leben erweckt. Sie hat mit ihren warmen Zungen am Eis und am Schnee geleckt, an dem gefrorenen Wasser in den Höhen der Berge und in den sich windenden Tälern. Sie schiebt das Eis krachend vor sich her, verzaubert es in lange Eiszapfen, wandelt es in kühles Nass. Alles ist still, noch ein wenig träge von der Kälte des Winters. Nur vereinzelt wagen sich Spaziergänger ins Freie. Ihre Mantelkrägen hochgeschlagen, die Gesichter eng in Schals geschmiegt. Ihre Schritte hallen dumpf auf dem halbgefrorenen Boden. Wie heiße Lava brennt die Sehnsucht in ihnen, nach der Wärme des Sommers, den Blumen und Blüten, die zwischen grünem rauschendem Laub die Augen verzaubern. Kalte Luft lässt die Lungen auf den zarten Duft warmer Sommerabende hoffen. Eilig legt sich die Nacht über das Land und fängt die wenigen verbliebenen Farben um sie am Morgen wieder in die Freiheit zu entlassen.


Eingetragen am: 15.07.2009 von Dakommt Derträumer
[ Lesezeichen ]

2232

Unverloren

Du, Himmel, ewiges Zelt,
unnennbar fern und nah wie ein Hemd!
Du lieblicher Schleier, - lässig
werfe um mich ich dich.
Dem Schal gleich, der weich ist und edel,
hülle mich täglich hinein.

Du, hangende Göttin und freundliche Ferne, funkelnd zur Nacht und hellblau am Tage.
Wie wollt ich dich streifen ab von der Haut vergleichbar der Mütze,
oder dem kratzenden Mantel,
die lästig werden oft schon nach Stunden.

Einmal umschlossest du dichter mich Kleinen.
Dunkel war´s, warm und es pochte das Blut
singend und summend tiefrot und in Kreisen.
Wehe, vertrieben ward ich auf einmal,
aus bergendem Heim in die tückische Welt.
Und es weitete sich das Gefilde unsagbar -gefährlich wurde die Zeit.

Geboren hinaus in das gähnende Nichts:
Stöhnen der Mütter und Schreien von Kindern. Blitzende Kacheln, Stiche und Qual.
Das, was mich bergend umschloß,
ohne Bedenken - sie warfen es weg:

Mein Bettchen, mein Kissen –
den tränkenden Schwamm.
Der nährende Kuchen, verloren auf immer.

Du aber thronst ewig in all deinen Sternen. Tierkreis, du rundlicher Kuchen,
getaucht in die Milch aus der Frühe des Anfangs.

Niemand wirft dich je in den Eimer,
keiner verbrennt dich wie Müll in dem Ofen,
sicher und ferne ziehst du dahin,
all deine Kinder treulich ernährend,
keiner gebar dich – du aber barst alles
setztest uns aus im schweigenden Heimnis.

Strahlende Sterne pendeln von weit her.
Ihr Scheinen ernährt in glitzernden Schnüren
alle nackten bedürftigen Nabel.
Und keiner ging jemals verloren bei DIR.

Nema.


Eingetragen am: 14.07.2009 von minnelayde
[ Lesezeichen ]

2205

Dein Leben ist ein langer Weg,

voll Freude und auch Tränen,

so mancher Mensch geleitet Dich,

ein Stückchen nur der Ewigkeit

entgegen.

Ist auch noch so kurz die Zeit,

können wir einander soviel geben,

gleich der Sonne Licht,

so behelle deine Taten

der Traurigen nachtgleichen Wege.

Nur MEIN und DEIN

beengen deiner Seele Weite,

mannigfaltig sind der Gesichter

Farben, Formen

Nun spiele mit,

sei ohne Furcht,

auch deines Lebens Baum

wird einmal Früchte tragen.


Eingetragen am: 10.07.2009 von Jo Pett
[ Lesezeichen ]

2108

Zwei kleine Liebesgedichte einmal mit etwas abgehacktem und zum zweiten mit einem fließenden Rhythmus:

Gefühle aus Glas

Sich verstecken,
Zeit bedecken
allein en masse
Menschen aus Glas.

Zart berühren,
sich erspüren;
Liebe und Hass
Herzen aus Glas.

Traum erleben,
leicht erbeben;
wie spür' ich das ?
Seelen aus Glas.

Explodieren
sich verlieren
wollen wir das ?
Liebe aus Glas.


Momente

Als die Schleier sich hoben
und der Nektar der Zärtlichkeiten süß durch unsere Adern floß,
da sah ich meine große Liebe.

Und als die Morgennebel sich hoben
und wir im Licht versanken
lernte ich,
ihre Seele zu lieben.


Kommentar von ornella

Liebe aus Glas, lässt die Zerbrechlichkeit so spürbar werden, durch den kurzen Rhythmus wird die Flüchtigkeit des Augenblickes deutlich, so wie ein aneinander vorbei huschen. Sehr gläsern. Ich bin sehr angesprochen von diesem Gedicht. Allein durch die Optik und durch den langen Atem im zweiten Gedicht, wird man in eine ganz andere Beziehung getragen, Die Zärtlichkeit verlängert den Rhythmus und dann läuft alles normal. Beide Texte finde ich sehr interessant und spannend unter dem Gesichtspunkt des Hörens.

Eingetragen am: 10.07.2009

Eingetragen am: 09.07.2009 von ornella
[ Lesezeichen ]

2106

Gesang eines Eis auf dem Weg in die Pfanne

klopf, knack
entzwei
gleit Ei
fauch
zisch

Song eines Steaks

spritz brutzel
pfeif, dampf
schmor, schwitz
grill


Dialog mit dem Pflichtgefühl

darf ich bitte baden gehen
die Sonne scheint so wunderschön

nein
lass das
du musst noch was

dann lass mich etwas bummeln
und in der Stadt herumtummeln

lass dass
Nein
du hast zu tun

ein Café-Plausch im Freien
könnte mich auch erfreuen

tu das nicht
es ruft die Pflicht

Ich gehe gern ins Kino
denn Filme machen mich froh


nein
bleib da


Kommentar von Bärbel

Hallo Ornella, der Gesang des Eis hat alle Sinne angesprochen - und richtig Spaß gemacht : ). LG Bärbel

Eingetragen am: 13.08.2009

Eingetragen am: 09.07.2009 von Imker
[ Lesezeichen ]

2098

Hören

Schnecken lassen es sich hörbar, wie es knürschelt, malmt und kracht, bewegen sich sogar Hauswände schlurfend entlang, schmecken.


Eingetragen am: 08.07.2009 von Jo Pett
[ Lesezeichen ]

2083

Versuch aus Lyrik Prosa zu machen:
Es gibt Lichtherzen und es gibt Schattenherzen.Die Lichtherzen schaffen es oft, den Schattenherzen ein wenig Glut zu geben. Doch ist dies manchmal ein längerer Weg:
Sie kennt sich nicht, sie will sich nicht mehr, sie mag weder ihren Körper noch Ihre Seele. Sie ist der Hamster im Rad, der läuft und läuft. Nichts geht mehr, eben einfach schachmatt.
Der Frust zerstört sie, ihre Lust ist verschüttet, der Schmerz wird einfach aufgegessen und ihr Herz ist zerschunden, ein verknittertes und immer wieder glattgestrichenes Ding, zerquält und schwebend in ein Universum ohne Liebe.
Doch dann irgendwann, wie Blätter im Wind, die sich begegnen, wie kühle Tropfen, frisch auf der Haut nach einem schwülen Tag, triffst Du jemanden. Plötzlich hast Du das Gefühl als seist Du ein Schmetterling, der nach langem erfolglosen Irrflug eine wunderschöne Blüte findet. Du spürst ,wie bunte Bänder Dich leicht umhüllen, wie goldene Schleierwolken Dich in einen wunderbaren Sonnenuntergang führen und wie sich die Schatten ein wenig lichten, so wie Nebel, der von der Sonne durchwirkt wird.
Der/die andere bietet Dir nicht nur sein Lächeln an, sondern ist bereit, Dir seine Seele zu vermieten. Lass uns die Quelle suchen, sagen seine/ihre Augen und dann alles einreißen.
Wo bin ich? Ich schwimme auf einem Fluss aus Tränen und ich merke dass es meine Tränen sind. Meine ersten Tränen seit Jahren. Ich weine und weine und der Fluss schwillt und ich treibe in einem Meer aus Tränen. Ich habe keine Angst, im Gegenteil, das Meer umhüllt mich schützend und ich fühle mich wie ein kleines Boot aus Kork, das leicht über die Wellen tanzt.
Aber dann dückt es mich wieder unter Wasser, ich spüre die Wellen des Schmerzes, des Frustes und es ist alles wieder so schwer, dass ich immer tiefer sinke. Und dann ist da plötzlich diese Hand, die mich hält und eine Stimme erzählt mir meine Träume, die ich hatte und haben kann. "Träume Deine Schmerzen", sagt sie "und dann räumen wir erstmal alles, was wir nicht mehr brauchen beiseite". "Nein, ich will nicht", rufe ich, "der Hass war gut, er hat mir immer geholfen". Doch dann höre ich dieses Lächeln, es beruhigt mich, läßt Vergangenes in den Schatten verschwinden. Und die Schatten, ja ,auch sie werden lichter. Etwas Neues dehnt sich in meinen Geist aus,etwas lichtes und zartes rankt sich empor. Es wächst und wächst, füllt mich ganz aus und wieder muß ich weinen. Freude ist dort und ----ja und Liebe,oh mein Gott, ich spüre wieder Liebe. Und alles ist in Ordnung. Ich bin wieder Mensch, ich spüre wieder Leben.
Und es ist so einfach,alles zu sagen, alles zu sein:
Seelen, leicht und zart berührend,
Glut in Schattenherzen schürend.


Eingetragen am: 06.07.2009 von Frog
[ Lesezeichen ]

2017

Wattwanderung (Dichtung ohne Kursus, nur dem Klang folgend)


Es war so, als würden die Menschen,
Die Guten, sich sputen und strömen
zum Ziel hin
zum Sinn
Ohne Stöhnen
Nur strömen
Nicht ahnen
was sich dort anbahnen
so würde
Die Bürde
viel leichter
sie wurde
Absurde
Gedanken
wie Planken
und Schranken
Sie fielen
hernieder
und wieder
und wieder
erscholl dieser Ton
erst in Moll,
dann in Dur
Es war gut
Da war Mut
Und die Schritte
verklangen
Und die Bitten
das Bangen
Es schwand alles hin
und dann machte es Sinn
Und dann waren sie da
Und es war wunderbar.


Kommentar von Jo Pett

Im Gegensatz meiner MitkommentatorInnen finde ich den Titel durchaus passend. Wer einmal eine Wattwanderung mitgemacht hat, der weiß, wie seltsam man sich fühlt, wenn man in die Unendlichkeit hinauswandert. Man hat eine gewisse Beklemmung, weil alles so weit ist, man sich nirgendwo festhalten kann und ständig ein Flüstern im Watt ist. Dies hat Frog total nachempfunden, wenn sie oder er dem Klang des Wortes nachspürt und immer weitergeht (wie im Watt eben) bis man endlich wieder festen Boden erreicht hat. Vielleicht hilft hier zusätzlich ein kleines Gedicht, das ich früher mal geschrieben habe: Warten auf die Meerjungfrau Träume, auflodernd in bewegten kühlen Wellen, die Flut, sie weicht zurück, verebbend, kleine Rinnsale, Leere, Modergeruch! Gedanken verschwemmt, von Vögeln zernagt, zerplatzend wie Seetang im Algenschaum! Verweht vom kalten Wind! Die Leere schaut dich an und du verlierst dich, wirst klein, kleiner gerade noch ein schwarzer Punkt, dann nur noch ein Loch mit leichter Existenz. Schwebend, bewegungslos in der weiten Leere, wartend auf die Meerjungfrau.

Eingetragen am: 11.07.2009

Kommentar von Frog

Stimm Angela, der Titel ist komisch... Denken wir uns ihn einfach fort...

Eingetragen am: 08.07.2009

Kommentar von Angela Barotti

Liebe Rattenfängerin, auch ich folge verzaubert dem Klang deiner Worte und lasse mich entführen. Allerdings irritiert mich die Überschrift, da sie nicht zu den Bildern passen will, die in meinem Kopf entstehen.

Eingetragen am: 07.07.2009

Kommentar von Linda Cuir

Liebe Frog, ein toller Text! Liebe Grüße Linda

Eingetragen am: 07.07.2009

Kommentar von Ginko

Laut gelesen, nochmal wieder, tropft mir Rhythmus in die Glieder, lässt mich mit den Worten wiegen, wippend die Gelenke biegen. Möchte Deiner Stimme lauschen, Plätze und die Rollen tauschen. Ein Duett wär' mein Plaisir. Beide Hände reich ich Dir!

Eingetragen am: 06.07.2009

Eingetragen am: 05.07.2009 von Claudia Tyrchan
[ Lesezeichen ]

1986

(eine Übung, die ich lange vor mir hergeschoben habe, und die mir nicht leicht gefallen ist…)

Blitze zucken am schwarzen Himmel. Grelles Licht, dass die Nacht erhellt, meist dicht gefolgt vom dunklen Grollen des Donners. Nur für wenige Sekunden ist der weiße Schein zu sehen und doch erkennt das Auge seine präzisen, scharfen Konturen. Filigran, unschuldig weiß und doch so zerstörerisch. Ich habe Angst vor Gewitter.

„Du bist dick, dumm und hässlich!“ Wie Blitze trafen mich die Worte meines Vaters in der Kindheit. „Du bist dick, dumm und hässlich!“ Wie Schüsse aus seiner Dienstwaffe hallen sie noch heute in meinem Ohr. „Du bist dick, dumm und hässlich!“ Fast jeden Tag. Wie ein Gebet, dass er täglich sprach, um seinen Inhalt zu manifestieren.

„Du bist so süß, meine Kleine. Ich hab dich lieb!“ Meine Tochter kuschelte sich weich in meinen Arm und sah sehr glücklich aus. „Sag das nicht zu oft zu ihr. Man soll sie nicht so verwöhnen“, sagte meine Mutter. Sie sprach aus Erfahrung, denn sie hätte mich durch liebevolle Worte schützen können vor den brutalen Übergriffen meines Vaters.

„Nimm Peter! Wer weiß, ob noch einer kommt, der dich will.“ Meine Freundin wollte nur das Beste für mich. Unbedacht dahingesagte Worte, deren Inhalt mich noch zwanzig Jahre später verfolgen wie die spitzen, blanken Zinken der Heugabel, die mein Vater in einem Ausbruch rasender Wut nach mir warf.

„Bleib lieber bei deinem Mann. Du bist schon vierzig und mit drei Kinder nimmt dich eh keiner mehr!“ Der gut gemeinte Rat einer Kollegin.

Vernichtend wie Blitze können Worte sein. Sie setzen die Seele eines Menschen in Flammen wie der Blitzschlag einen Dachstuhl. Egal ob kurze Worte, die präzise und gezielt abgegeben werden wie Pistolenschüsse, um sicher zu gehen, dass sie ihr Ziel nicht verfehlen. Oder Worte, eingebaut in Sätze, die warm und fürsorglich klingen sollen, und von denen ihr Sprecher nicht ahnt, dass sie noch sehr lange Zeit später nachklingen wie dumpfer Donnerhall. Wie oft habe ich einen Menschen durch meine Worte verletzt, ohne zu ahnen, wie tief die Wunde reicht?

Wir sollten sorgsamer mit dem umgehen, was oft so unbedacht unseren Mund verlässt.


Kommentar von Berthild Lorenz

Nachdem ich nach dem Lesen einiger Texte nicht mehr wusste, was die eigentliche Aufgabe war, weiß ich es nach dem Lesen deines berührenden Textes wieder; ich höre es knistern, das Flammengeloder in den Seelen der Menschen ...

Eingetragen am: 22.07.2009

Kommentar von Claudia Tyrchan

@Angela: Danke für deine ausführliche Bewertung! Ja, es steckt einiges an Autorin in der Protagonistin... Trotzdem (oder genau deshalb) möchte ich auf deinen Kommentar antworten. Mir ist im nachhinein einiges aufgefallen, was ich hätte anders/besser machen können. Die "Zusammenwürfelung" von weiblichen Ratgebern und Vater war nicht zufällig, denn all das sollten Aussagen darstellen, die immernoch in mir nachklingen, obwohl sie teilweise schon sehr, sehr lange zurück liegen. Und eben enorm am Selbstwertgefühl der Protagonistin rütteln. Ob die Prota jeweils danach gehandelt hat, wird doch gar nicht gesagt, kann man ihr also auch nicht vorwerfen! Ich habe Peter trotz des Rates abblitzen lassen - Anm. der Autorin ;-) Ich wollte daraus auch keine Kurzgeschichte machen, deshalb hab ich es nicht in eine Ereignis wie Familienfeier, o.ä. gepackt, obwohl das für einen etwas längeren Text durchaus eine gute Idee wäre! Euch allen vielen Dank für die Kommentare. Ich bin froh, dass ich die Übung veröffentlicht habe. Dass es euch berührt hat, war die Mühe wert!

Eingetragen am: 06.07.2009

Kommentar von Veronika Oswald

Liebe Claudia, das ist so gut und so treffend geschildert, dass sich bestimmt - traurigerweise - ganz viele damit identifizieren können. Liebe Grüße, Veronika

Eingetragen am: 06.07.2009

Kommentar von Mara

Liebe Claudia, dein Text geht unter die Haut. Liebe Grüße Mara

Eingetragen am: 05.07.2009

Kommentar von Angela Barotti

Ich habe sehr gezögert mit meinem Kommentar, da ich nie weiß, wie viel Autorin in der Protagonistin steckt und wie sehr ich in Wunden stochere. Ich probiere es dennoch, damit du weißt, wie der Text auf mich als Leser wirkt. Zum Inhalt: Mir scheint, hier werden zwei verschiedene Dinge in einen Topf geworfen. Zum einen die verletzenden Worte des Vaters, zum anderen die gut gemeinten Ratschläge weiterer weiblicher Mitwirkender, deren Befolgung die Prota nur sich selbst anlasten kann, denn niemand hat sie dazu gezwungen. Sie hätte auch einen anderen Weg einschlagen können. Doch es ist einfacher, sich einen Sündenbock zu suchen, frei nach dem Motto: Hättest du mir nicht geraten, dies und das zu tun, dann wäre ich heute glücklicher. Hier sollte sich die Prota darüber im Klaren sein, dass nur sie selbst für ihre Handlungen verantwortlich ist und niemand anderes. /Zum Vater: Ein gemeingefährlicher Kotzbrocken! Aus einem mir unerfindlichen Grunde versuchen Kinder solcher Eltern oftmals Zeit ihres Lebens solche Eltern davon zu überzeugen, dass sie mit ihrer Meinung falsch liegen. Meist vergebens, was zu weiterem Frustaufbau führt und das Gefühl vertieft, dass die negative Einstellung ihnen gegenüber wohl berechtigt sein müsse, denn sonst hätte doch längst eine Veränderung zum Guten stattfinden müssen. Folglich wird sich noch mehr ins Zeug gelegt. Hier wünsche ich mir als Leser einen wütenden Ausbruch der Prota: Wenn Vaters Worte mit Blitzen verglichen werden, sollte die Prota nicht zögern mit Donnerhall zu antworten. Sie sollte ihm anständig die Meinung geigen (der Mutter gleich mit) und dann am besten den Kontakt abbrechen. Eine weitere Möglichkeit zur persönlichen Genugtuung, die mir als Leser gefallen würde, könnte bei einer Familienfeier stattfinden, indem die Prota an der Kaffeetafel aufsteht und laut und deutlich zum Vater sagt: „Ich verzeihe dir.“ Zu den verständnislosen Blicken, die sie ernten würde, gibt sie als Nachschlag die einzelnen Dinge wider, die sie verzeiht. / Zur Moral: Hier möchte ich dir widersprechen. Bei unbedacht dahergesagten Worten, die zudem gut gemeint sind, ist es Sache des Empfängers, sich ein dickeres Fell wachsen zu lassen. Ansonsten könnte keine Kommunikation mehr stattfinden, wenn jedes Wort vorher die Goldwaagenprüfung durchlaufen müsste. / Du siehst, dein Text hat mich nicht kalt gelassen. Und das ist es, was einen guten Autor auszeichnet – er muss beim Leser etwas auslösen können. Trotz teilweiser kontroverser Meinung daher ein Thumbs up von mir.

Eingetragen am: 05.07.2009

Kommentar von Lillilu

Lieber Claudia, hier fällt mir ein Kommentar schwer, aber trotzdem drängt es mich, dazu etwas zu sagen. Den Grundgedanken hast du ausführlich erklärt und er ist es, der mich anspricht. In meinem Ohr echot das „Du bist dick, dumm und hässlich“. Dieser Satz hat einen Rhythmus, bei dem Form und Inhalt genau passen. Es ist der rote Faden. Ich glaube, dass du alles andere sprachlich so komprimieren musst, bis du diese Poesie und diesen Rhythmus in einigen wenigen Zeilen „herunter gekocht“ hast. Für die Aussage „Du bist so süß“ und „Nimm Peter etc.“ musst du das noch erarbeiten. So wie man einen Fond bekommt, wenn man Fleisch, Gemüse etc. köcheln lässt. So, wie der Text hier steht, ist es erst eine Auflistung der Zutaten. Lieben Gruß von Lillilu

Eingetragen am: 05.07.2009

Kommentar von Monika Han.

Hallo Claudia Tyrchan, ich finde deinen Text sehr gelungen. Die Verletzbarkeit durch unbedachte Worte habe ich - wie wohl schon jeder - schon oft erlebt. Ich stimme dir zu, dass wir alle viel sorgsamer mit dem umgehen sollten, was wir sagen. Gruß Monika Han.

Eingetragen am: 05.07.2009

Eingetragen am: 05.07.2009 von Max
[ Lesezeichen ]

1985

Nimm die Stille weg.
Sag du mir was
du mir vorwirfst.

Mein betrunkenes Gerede.
Mach das Fenster zu.

Das Vergessen - verspätet.
Ein wenig Erinnerung
ohne Geruch ohne Geschmack.

Wie kommt es, dass du es nicht gesehen hast?
Dein hingerotzter cooler Fluch.
Der Sumpf rebelliert.


Kommentar von Max

Hallo Iris, der Text ist ganz unabhängig von deinem Kommentar entstanden. Die Versatzstücke dazu schwirren schon länger in meinem Kopf und auf meinem Schreibtisch herum. Vielleicht gibt's hier nichts zu kapieren im landläufigen Sinn. Ich wollte eine bestimmte Stimmung ausdrücken. Das ist mir immer noch nicht ganz gelungen. Aber ich selbst finde, es ist ein Anfang.

Eingetragen am: 07.07.2009

Kommentar von Iris H.

Hallo Max, ich bin's noch mal. Aus heiterem Himmel bekam ich heute eine Meldung aus meinem Unterbewusstsein, deinen Text betreffend. Okay, auch auf die Gefahr hin, dass ich völlig daneben liege und damit dann ziemlich egozentrisch dastehen muss, hier eine Frage: Kann es sein, dass dieses wirklich tolle Gedicht eine Reaktion auf meinen Kommentar zu #1809 ist??? Dann hätt' ich's kapiert. Andernfalls: Peinlich,peinlich ... Gruß, Iris

Eingetragen am: 07.07.2009

Kommentar von Frog

Mir gefällt das. Warum? Weiß ich nicht. Eine Momentaufnahme und besoffene Gedanken, die ich irgendwie verstehe.

Eingetragen am: 06.07.2009

Kommentar von Iris H.

Hallo Max, eigentlich wollte ich dir erst einen Kommentar schreiben, wenn ich das Gefühl habe, dein Gedicht wenigstens halbwegs kapiert zu haben. Aber vielleicht kommt's nicht dazu. Deshalb hier schon mal das was ich sicher weiß: Dein Text spricht mich an, er klingt, hat Rhythmus. Die knappen Sätze rufen verschiedene Bilder hervor, die ich zwar nicht zusammenkriege, die aber sehr unmittelbar sind. Also kurz gesagt: Gibt mir zu denken und genau das gefällt mir. Gruß, Iris

Eingetragen am: 05.07.2009

Eingetragen am: 04.07.2009 von Suze
[ Lesezeichen ]

1979

Das Wort liegt auf meiner Zunge. Viersilbig. Drängelt sich mit einem breiten P an die Lippen, wölbt sie keck nach vorn und entlässt die erste Silbe mit einem Knall.
PAM!
Schon schiebt sich die zweite hinterher und lässt die Zunge im Bogen gegen die Zähne schnellen.
PEL!
Zärtlich schließen sich die Lippen, schmiegen sich aneinander, formen ein gemütliches
MU.
Ruhen sich darin aus, bis die Zunge sich zum Endspurt den Zähnen nähert. Das s sirrt weich an der Zungenspitze. Der Mund öffnet sich und lässt den Kiefer locker fallen.
SE!
Was ist dagegen schon eine Grapefruit?


Kommentar von ornella

die Frage am Schluss dieses so melodiösen Plädoyers für die Pampelmuse, weckt in mir den Forschergeist: Gr enge im hals Vibration ape weite Öffnung den Ton umhüllen vor dem Knall f blasen r rollen ui Lippen zum Kuss spitzen und dehnen t spucken ein bisschen französischer denke ich. Mir gefällt die Idee, sich vorzustellen, wie das Wort, den Mund bewegt. das wird in dem Text über die Pampelmuse so spürbar. Abgesehen davon, dass sich Pampelmuse zu sagen wirklich gut anfühlt.

Eingetragen am: 10.07.2009

Kommentar von Maria Weiss

Absolut genial ;-)!

Eingetragen am: 06.07.2009

Kommentar von Inki

Sehr originell! Und spaßig. Und wahr! Herzliche Grüße, liebe Suze

Eingetragen am: 06.07.2009

Kommentar von Leanda

Hallo, liebe Suze! Dein Sprechunterricht hat bereits gewirkt! Hörst du's? Schon seit Stunden lipple ich schmatzend, glucksend und summend "PAM-PEL-MU-SE". Die jetzt einfallende zweite Stimme gehört meinem Mann. Im Kanon klingt's nämlich noch besser: "PAM-MU-SE-PEL, MU-SE-PAM-PEL!" Was sind dagegen schon zwei Grapefruits? Wenn Du die Ohren fest an den Bildschirm drückst, hörst Du auch unsere Nachbarn mitpampelmuseln. Wir haben also bereits einen SE-MU-PEL-PAM-Chor. Der Clou: In unserem Garten steht ein Grapefruitbaum (wirklich!). Bis heute morgen hatte er fortwährend traurig geheult. Nach der Lektüre deines Beitrags haben wir ihm klar gemacht, dass er in Wirklichkeit ein Pampelmüselchen sei. Jetzt grölt er stolz mit und schüttelt sich vor Lachen. Hab tausend Dank für den Heidenspass! Im Ernst: eine wirklich originelle Idee. Dein Beitrag ist raffiniert konstruiert und dazu mit einer Pointe gekrönt (gute Pointen sind Mangelware). Bravo, bravissimo!

Eingetragen am: 06.07.2009

Kommentar von iris h.

Hey, noch ein Fan dieser Frucht! Schau mal unter #1936. Wobei mein (geheimer) Titel "Rosa Grapefruit" ist. Aber so wie du es beschreibst und wie es sich anfühlt, wenn man deinen Text laut liest, klingt Pampelmuse tatsächlich viel schöner als Grapefruit. Gefällt mir richtig gut. LG Iris

Eingetragen am: 05.07.2009

Kommentar von Mara

Hallo Suze, du hast völlig recht, Grapefruit bricht einem fast die Zunge, dein Gaumenschmeichler verwöhnt sie. Liebe Grüße Mara

Eingetragen am: 05.07.2009

Kommentar von Angela Barotti

Der Zoom auf Lippe und Zunge ist dir bravourös gelungen. Dein Text hat etwas Fesselndes und Hypnotisches an sich. Ich konnte nicht anders – ich habe alles nachgemacht. :-D

Eingetragen am: 05.07.2009

Kommentar von Monika Han.

Hallo Suze, Pampelmuse finde ich auch ein tolles, klangvolles Wort. Super, wie du die Lust am Aussprechen beschrieben hast. Gruß Monika Han.

Eingetragen am: 05.07.2009

Kommentar von Lillilu

Köstlich! Es beginnt ganz spannend, lässt eine Ahnung aufkommen und dann folgt begeistertes Gelächter. Du bist zärtlich und genussvoll bei jedem Wort. Das nenne ich Poesie in der Prosa.

Eingetragen am: 05.07.2009

Eingetragen am: 04.07.2009 von Mara
[ Lesezeichen ]

1974

Ich finde diese Übung sehr schwer, weil ich nicht so recht weiß wo und wie ich anfangen soll.

Gut, da wäre als Erstes das Wörtersammeln. Viele habe ich aufgeschrieben, viele wieder verworfen. Dabei wurde mir klar, dass ich abstrakte Wörter nicht mag. Bilateralschaden, Arbeitsoptimierung, Regulierungsinstitutionen – Was sagen diese Buchstabenungetüme aus? Für mich nichts. Sie fühlen sich auf der Zunge staubig und furztrocken an. Wie melodisch dagegen die Lautmalerei in Wörtern wie: rauschen, summen, flüstern, wispern.
Seine Schritte halten...., da muß ich nicht unbedingt wissen, wo wer ist. Hallen – das klingt nach großem leerem Gebäude oder Platz und nach Einsamkeit.

Dann hab ich es mit dem zweiten Teil der Übung versucht : Geräusche in meiner Umgebung.
Da sitzte ich an einem lauen Sommerabend auf dem Balkon eines Merhfamilienhauses und schließe die Augen, um besser hören zu können. Leise rollt ein Auto auf den Hof, die Handbremse knarrt, als sie angezogen wird. Mit einem dumpfen Knall fällt die Autotür ins Schloß. Eine Elster quatscht mit schepperden Stakatotönen dazwischen. Ganz anders dagegen die Amseln. Eine sitzt auf dem Dachfirst, die andere irgendwo in den Bäumen und beide flöten um die Wette, aber immer schön abwechseln. Ich wundere mich, wie reichhaltig ihr Repertoire ist. Jetzt streift ein anschwellendes Brummen mein Ohr, wird stärker und stärker, ein aufheulender Pfeiffton kommt dazu, läßt nach und das Brummen wird wieder schwächer, bis es sich irgendwo verliert, Ein Flugzeug. Nicht das letzte an diesem Abend, den wir liegen genau in der Einflugschneise zum Flughafen.

Aus den offenen Fenstern dringt Stimmgewirr, hier ein paar Klaviertöne, dort lautes Lachen. Die Tauben gehen mir mit ihrem eintönigen Gur Guru auf die Nerven. Autoreifen rauschen auf dem Asphalt. Irgend jemand testet den Anlaßer seines Motorrades. Immer und immer wieder heult der Motor auf. Hoffentlich ist sein letztes Stündlein bald gekommen.

Je mehr ich versuche, mich auf die einzelnen Geräusche zu konzentrieren, umso verwaschener werden sie. Entziehen sich mir, lösen sich auf und vermischen sich, es ist zum Verzweifeln. Ich fühle mich einem erdrückenden Spektakel ausgesetzt. Das macht mich ganz wuschig, am liebsten würde ich vom Balkon springen.

Dann rufe ich mein Gehör zur Ordnung. Schließlich ist es ein ganz gewöhnlicher Sommerabend. Und dieses phantastische Sinnesorgan arbeitet perfekt. Es sortiert, blendet Töne einfach aus, schiebt sie in den Hintergrund und ich höre die Amseln wieder die nur für mich ihr Flötenkonzert noch einmal aufführen.


Kommentar von Hadassa

Hallo Mara, ich glaube, Du bist die einzige, die alle Teile der gestellten Aufgabe niedergeschrieben hat. Deine Gedanken zu den Worten finde ich interessant: sich einmal bewußt zu machen, warum man bestimmte Worte mag oder nicht mag (und eben nicht nur vom Inhalt her). Den zweiten Teil Deines Textes finde ich genauso gelungen. Ein ganz normaler Alltag-Abend wird in seine Bestandteile, eigentliche Bestandsgeräusche analysiert und dann wieder zusammengesetzt. Gute Idee. Mir hat Dein Text gefallen. liebe Grüße Hadassa

Eingetragen am: 05.07.2009

1 · 2 · 3 · 4 · weiter »