Schreiben Sie mit!
Was für ein Typ!
Aufgabe
Denken Sie an jemanden, den Sie – oberflächlich oder besonders gut – kennen und dem Sie regelmäßig begegnen. Beschreiben Sie diese Person. Dann prüfen Sie, auf welche Elemente Sie sich konzentriert haben, was Ihnen wichtig war und was Sie ausgelassen haben. Haben Sie das Aussehen beschrieben, nicht aber die Art, wie dieser Mensch spricht ? Widmen Sie eine weitere halbe Seite der Eigenschaft, die Sie ausgespart haben, oder überarbeiten Sie Ihr Porträt, indem Sie mit dem zuletzt beschriebenen Charakteristikum beginnen.
Leserbeiträge
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3184
Gerry macht eine neue Bekanntschaft
Gerry wacht in letzter Zeit immer früher auf. Er ist dem kalten Winter im Norden entflohen und residiert jetzt im sonnigen Süden von Spanien. Er glaubt, dass er sich nach drei Monaten all inklusive an der Sonne gut erholt hat. Er ist schon richtig sonnengebräunt, fast wie ein Einheimischer. Die deutschsprachige Frisöse hat ihm für seinen, immer noch sehr dichten, Haarwuchs ein Kompliment gemacht. Sie war es auch, die ihm zur Regenerierung seiner ursprünglichen Haarfarbe geraten hat. Gerry findet, dass ihn seither die Bardame viel aufmerksamer bedient. Nach einem Kontrollblick in den Spiegel, legt er sich seinen kunstseidenen, weissen Schal um den Hals und begibt sich federnden Schrittes zum Frühstücksraum. Er setzt sich an seinen angestammten Tisch und bemerkt erstaunt, dass sich Evelyne, die sich gestern Abend so schnell von ihm verabschiedet hat, ohne Eile mit einer Bekannten angeregt unterhält. Sie scheint ihn nicht zu bemerken. Wahrscheinlich wurde ihr früher Termin abgesagt. Gerry bedient sich reichlich vom Frühstücksbuffet, es ist ja alles im Preis inbegriffen. Mit den Corn-Flakes und dem Yoghourt hat er es nicht so, aber dafür schmeckt die Leberwurst und der Harzer Käse mit dem Schwarzwälder Brot auch hier im Süden vorzüglich. Er reserviert sich noch ein Plätzchen im Magen für die Rühreier und den Speck mit den Tomaten, die im Chromstahlbehälter vor sich hin warmen. Dafür verzichtet er bewusst auf das zweite Croissant. In seinem Alter ist es wichtig, dass man etwas Disziplin hält.
Gerry zieht sich zu seinem morgendlichen Strandspaziergang um. Er hält nichts von Jeans. Für ihn sind helle, lange Hosen mit Bügelfalten Pflicht. Weil Leinen und Baumwolle zu schnell knittern kauft er sich immer die adretten Hosen aus Polyester oder Dralon. Dazu die echt-spanischen Espadrilles, natürlich ohne hemmende Strümpfe. Ganz in Gedanken versunken spaziert er am Strand, ganz nahe an der Wasserlinie. Da ist der Sand am kompaktesten und man geht auf ihm wie auf der Strasse ohne dauernd im losen Sand zu versinken. Er gibt Acht, dass er nicht auf eines der zahlreichen Hundehäufchen tritt, die trotz des Hundeverbotes immer wieder am Strand zu erscheinen pflegen. Unversehens verspürt er einen Stoss von hinten. Er kann sich gerade noch auffangen und vor einem blamierenden Sturz bewahren, da sieht er auch schon die Pfotenabdrücke auf seiner beigen Hose.
„Gerry, Gerry komm zu mir.....!“ flötet es von Weitem. Er dreht sich erstaunt und etwas geschmeichelt um. Woher weiss die Dame im wehenden himmelblauen Chiffonkleid seinen Namen? „Gerry, du ungezogener Junge...!“ Woher weiss sie das? Das kann sie nicht wissen. Das kann in Spanien niemand wissen...? Gerry wird es heiss. Er will sich eben fragend der Dame zuwenden, als er sieht, wie ein rotbrauner Spaniel mit flatternden Ohren im grossen Bogen auf die Dame zu rast. Erleichtert geht er auf das Paar zu und grüsst in aller Form. Aus der Nähe betrachtet entpuppt sich das himmelblaue Chiffonkleid als einer dieser neumodischen Umhänge die jetzt über die Badekleider getragen werden und die Trägerin als Dame undefinierbaren Alters mit vielen Lachfältchen und unordentlich aufgesteckten Haaren. Sie stellt sich als Stella vor und amusiert sich köstlich, über die Namens-Verwechslung. Als Trost für die Pfotenspuren auf der Hose lädt sie Gerry zu einem Glas kühlen Rosé zum Apéro in ihren Wohnwagen ein.
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3183
Alex
Alex schaut sich in seinem Junggesellen-Wohnwagen um. Der Begriff ist zwar nicht ganz zutreffend. Der Wohnwagen ist geräumig mit einem grosszügigen Doppelbett ausgestattet und hat ein grosses Badezimmer mit separater Dusche im Heck. Die Küche ist vom Feinsten mit grossem Kühlschrank, separatem Tiefgefrierabteil und Backofen. Alles was ein Hobby-Koch-Herz erfreut. Die Sitz und Wohnecke ist geschmackvoll in Beige und Rottönen ausgestattet. Aber es ist nicht abzustreiten, Alex ist zur Zeit Junggeselle. Für sein Alter hat er sich erstaunlich gut gehalten. Er ist fit und treibt auch Sport. Seit einigen Jahren ist er begeisterter Golfer. Die Bewegung an der frischen Luft sagt ihm zu. Da ist natürlich auch das Element der guten Gesellschaft. Bis jetzt war es fast garantiert, dass, wer Golf spielt, auch „Dazu“ gehört. Dies wurde schon durch die gehobenen Preise der Club-Mitgliedschaft und der Ausrüstung garantiert. Seit kurzem hat sich zwar das Golfgeschehen auch einem etwas breiteren Publikum geöffnet, aber mit etwas Feingespür erkannte Alex immer noch den Spreu vom Weizen. Kleinigkeiten wie weisse Socken ausserhalb des Tenniscourts, klotzige, mit Pseudodiamanten verkrustete Uhren, billiges Parfum oder zu schmale Kravatten mit gleichfarbenem Brusttuch, sind untrügliche Zeichen von „Out“. Alex hat dafür ein fast hellseherisches Gespür entwickelt. Er meidet solche Typen mit nachtwandlerischer Sicherheit. Nur bei Klasse kann er Kasse machen, das hat er schon früh gelernt und es dabei zur Meisterschaft gebracht.
Seine Nachbarin, Stella, war in der Beziehung ein reiner Glücksfall. Als Erbin eines alten deutschen Handelshauses war ihr Name Programm. Mit kleinen Gefälligkeiten, wie Wasser holen und Toiletten leeren, hat er sich bei ihr schon gut eingeführt. Für den Grillabend heute hat er schweren französischen Rotwein eingekauft. Stella bringt Steaks und Salat, die Engländer sind für’s Bier, die Häppchen, die Kartoffeln und das Dessert zuständig. Alex ist erst seit einer Woche auf dem Platz, aber hat schon viele Bekanntschaften geschlossen. Heute möchte er einige vertiefen. Unter den Engländern sind ein Titelträger, ein Verleger und ein ehemaliger Rockmusiker dabei. Vielleicht, lässt sich da etwas machen.
Alex greift sich ein Paar Khaki Shorts und ein passendes Ralph Lauren Poloshirt mit rot/blau abgesetztem Kragen und schlüpft in lederne Mules, die angesagte Fussbekleidung in diesem Jahr. Er kümmert sich nicht sonderlich um sein Spiegelbild, er weiss, dass er immer gut aussieht. Sein Lächeln macht die etwas zu langen blondbraunen Haare wett, die ihm dauernd in die Stirn fallen. Er schliesst den Wohnwagen hinter sich, behändigt die Mehrzwecktasche mit dem Wein und schlendert rüber zu Stella. Schnell taxiert er den älteren Typen mit dem Weinglas in der einen und dem Olivenstein in der anderen Hand, der sich auf Stella’s Gartenstuhl breit macht. Ein Jackett bei der Hitze, und dann erst noch kariert, pomadisierte Haare, geflochtene Schuhe. Keine Gefahr. „Stella, willst Du Deinen Bekannten nicht mit zum Bar B Que nehmen?“ „Ich bin Alex..“ „Ah, auch Gerri, lustig wie Stella’s Hund.“ „Ach mit Ypsilon. Na dann.... Gehen wir?“ Gerry kommt sich etwas übergangen vor, aber nachdem Stella ihm versichert hat, dass es überhaupt kein Problem sei und man auf dem Campingplatz immer mit Unerwartetem rechnen müsse, willigt er ein. Alex nimmt selbstbewusst Stella’s Arm und Gerry schliesst sich an. Er bemerkt die ledernen Latschen an Alex’s Füssen und klassiert ihn als liederlich.
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3182
Gerhard
Gerhard, er stellt sich selbst als Gerry vor, mit Ygrècque, wohlverstanden, sonnt sich am liebsten mit freier Sicht aufs Meer. Das heisst natürlich, dass auch die vorbeiflanierenden Badenixen freie Sicht auf ihn haben könnten, so sie denn wollten. Gerry gesteht es sich nicht gerne ein, aber in letzter Zeit wollen immer weniger. Dabei ist er jetzt doch endlich geschieden und wäre ohne schlechtes Gewissen frei für neue Horizonte. Allerdings muss er sich dieses Jahr noch mit letztjähriger Garderobe begnügen. Der Anwalt wollte mit seiner Rechnung partout keinen Sommer lang mehr warten. Die dunkelblau und gelb gestreiften, engen Badehosen in Slipform sitzen zwar noch tadellos, aber diese Saison wären doch grüne mit apparten schwarzen Tupfen modern.
Zur besseren Unterstreichung seiner Persönlichkeit benutzt Gerry Kokosnussöl. Er findet, dass es seine Haut etwas jugendlicher und straffer erscheinen lässt, und das Spiel seiner mühsam antrainierten Bizeps-Muskeln plastischer zur Geltung bringt. Gerry hat vorsorglicherweise für 18 Uhr einen Tisch für Zwei bei Cristina vorbestellt. Von 17 bis 18 Uhr kosten die Happy Hour Drinks die Hälfte und wenn vor 18.30 der Hauptgang bestellt wird, bekommt er jedes 10. Nachtessen, das auf seiner Kundenkarte notiert ist, gratis. Er hat sich zwar noch nicht definitiv festgelegt, aber die Tischnachbarin vom Frühstücksbuffet hat ihm beim Hinausgehen vielsagend zugelächelt. Ihr Name ist ihm momentan entfallen, aber Pablo, der diskrete Kellner kennt sich da bestimmt aus. Gerry entscheidet sich für ein gelbes Poloshirt mit aufgeklebtem Krokodil und den blauen Blazer mit den Goldknöpfen und dem Fantasiewappen auf der Brusttasche. Er findet es nicht angebracht am ersten Abend bereits eine Blume ins Knopfloch zu stecken, findet aber noch einen kleinen Pin von einer Frauenorganisation, den seine Verflossene in der Schublade zurückgelassen hat. Von weitem sieht er beinahe aus wie von Rotary. Evelyne, der Kellner mochte sich nach einigen Münzen an den Namen erinnern, hat er telephonisch von seinem Kommen informiert, damit sie sich auch etwas fein machen kann und um 16.30 bereit ist für den Spaziergang zum Cristina. Weil Gerry weiss wie peinlich es Damen ist, wenn sie im Restaurant Geldangelegenheiten erledigen müssen, bittet er sie schon im Hotelzimmer um ihre Hälfte der zu erwartenden Abendessen-Rechnung. Grosszügig spendiert er ihr jedoch sein zweites Bier zum Apéro. Nach dem Essen wollte Gerry eigentlich noch einen romantischen Strandspaziergang unternehmen und dann den weiteren Entwicklungen ihren Lauf lassen. Evelyne trägt jedoch unpassende Schuhe und muss morgen früh sehr zeitig raus. Also bleibt er alleine noch etwas vor seinem lauwarmen Zweier Hauswein sitzen und schaut zu wie sich das Lokal langsam mit den Abendessengästen der vollen Preisklasse füllt.
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3181
Wusel
Wir haben ein neues... beinahe hätte ich gesagt Familienmitglied. Er ist sich nicht Fisch und auch nicht Vogel, hat aber Züge einer Katze oder eines Hundes und gleicht äusserlich einem grossen Frosch. Er heisst Wusel, weil er immer so im Garten herum wuselt. Der Herr Direktor sagt, er könne nicht mehr jede Woche eine Stunde lang einen schweren Rasenmäher in unserem ausgedehnten Garten spazieren führen. Sein Rücken…. Ihr versteht? Zudem wollen wir unabhängiger sein und nicht den Garten immer im Genick haben wenn wir unterwegs sind. Kurz entschlossen haben wir uns einen kleinen Traktormäher zur Ansicht bringen lassen. So ein Männer-Spielzeug. Der Allerliebste war verzückt. Das Ding war sehr agil und mobil. Um alle Sträucher, Bäume, Teiche, Steine, Fahnenmasten etc. hat er elegant alles Spriessende ebenmässig abgeschnitten. Der Allerliebste fand es Super Geil. Für mich stand jedoch von Anfang an fest, der Wusel muss es sein, ist er mir doch vom ersten Moment ans Herz gewachsen.
Der Wusel ist ein kleiner Rasenmäher-Roboter mit fast menschlichen, oder mindestens tierischen Zügen. Wenn ich nach Hause komme und er begegnet mir im Garten grüsse ich ihn erfreut. Ich sorge mich um seine kleinen Rädchen, die voll verschlammen und mit Erde verkrusten, wenn es regnet. Manchmal nervt er aber auch, wenn er mir wie eine Katze um die Beine streicht, wenn ich gerade beim Rosen schneiden bin, oder er unbedingt gerade da mähen will, wo ich mich zum Zeitungslesen niedergelassen habe. Ganz schwierig wird es, wenn wir ausser Haus sind und der Wusel uns ein SMS mit einem Hilferuf sendet. Er schreibt dann zum Beispiel : „Rechter Sensor defekt“ oder „Aufgefahren“. Da steigt der Blutdruck ganz schön. Nicht der vom Wusel, meiner. Je nach dem wo wir sind, zieht es mich dann schnellstens nach Hause, um den kleinen Kerl aus seiner Misere zu befreien. Diese Fürsorge dankt er uns mit einem vorbildlich gepflegten Rasen. Allerdings können wir uns nun vor ihm auch nicht lumpen lassen. Wir sind nun fast verpflichtet, die für den Wusel unzugänglichen Stellen mit dem Trimmer zu bearbeiten, und die Büsche sauber zurück zu schneiden, so dass er sich unser nicht zu schämen braucht. Wenn wir nächstes Mal in die Ferien fahren, müssen wir uns wohl oder übel einen Wusel-Sitter zu legen. Gibt es Freiwillige?
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2975
Susane ist auf dem Weg zur Arbeit in Gedanken versunken. Sie denkt über eine chreibaufgabe nach. Es gibt viele attraktive Männer. Ihr Mann war vor dreißig jahren sehr attraktiv. Jetzt ist er es auch noch. Obwohl er schon ein wenig graue Haare hat und Kummerfalten um die Augen. Wenn man schon dreißig Jahre veheiratet ist. Schaut man schom mal den einen oder anderen Mann an. Sie ist Moslemin; Sie darf das eignentlich gar nicht. Susanne fällt auf dass die attraktivsten Männer, die besten Berufe haben. Arzte. Promoter und Rechtsanwälte. Aber auch Polizisten.
Susanne erinnert aich an einen Samstag vor drei Jahren. An diesem Nachmittag war eine besondere Demo und sie musste sie hin. Zum Glück war die Nachmittg um 14 uhr und da war ihr Mann schon im Geschäft.
Morgens musste sie mit ihrer Schwiegertochter ins Kramkenhaus um zehn. Die hatte starke Bauchschmerzen. Zum Glück war es doch nicht so schlimm und sie konnten wieder nach Hause gehen, es war kurz vor 12. Auf dem Rückweg fuhren sie an einer Haltestelle vorbei. Als der Bus kurz anhielt und Susanne drei Polizisten stehen sah sagte sie zu ihrer Schwiegertochter:
Ein schöner Beruf den ganzen Tag nur so rumstehen und nichts zu tun und Geld verdienen. Einer der Polizten, der besonders schön und attraktiv war, winkte ihnen zu. Als er ob dieses Wort gehört hatte und lächelte. Sie fand noch die Zeit 45 Minuten zu schlafen bevor sie zur Demo ging.
Susanne hatte einen grossen Hass auf Polizisten und sie hatte allen Grund dazu weil ihr Sohn unschuldig im Gefängis saß. Ihr Sohn war sehr hübsch und attraktiv. Frauen und Mächen flogen auf ihn wie Honigbienen. Er fühlte sich geschmeichelt. Wenn es ein Gesetz zur Erlaubnis der Mehrehe gegeben hätte, er hätte mindenstens die Hälfte davon geheiratet.. Er heiratete sehr früh und ein Seitensprung stürzte ihn ins Unglück. Nachmittag auf der Demo waren so viele Polizisten wie Teilnehmer. Nach einer halben Stunde wurde die Demo von der Polizei umkesselt und über die Hälfte der Teilnehmer verhaftet. Der Polizist von heute morgen kam auf sie zu. Diesmal lächelte er nicht. Er sagte zu ihr Sie sind verhafetet. kommen sie bitte unauffällig mit. Ich möchte ihnen keine Handschellen anlegen. Einige seiner Kollgegen schüttelten den Kopf, warum er die fast 47 jährige Frau verhaftet hatte. Er nahm sie mit aufs Revier wo heute besonders viel los war. Dort ging es zu wie in einem Taubenschlag. Verhaftungen. Entlassungen und vieles mehr. Nach zwei Stunden sagte er zu ihr, Polizisten haben nichts zu tun. Susane wurde rot wie ein Schulmädchen. Ich würde gerne wissen warum eine Frau wie sie auf fast jeder Demo ist. Das ist eine lange Geschichte. Erzählen sie. Noch haben wir Zeit und wieder hatte er so ein umwerfendes Lächeln
und doch habe ich sie verhafetet.
Sie fing an zu erzählen. Beide haben die Zeit vergessen. Bis sie ungewollt unterbrochen wurden. Die Rechtsanwälte von den verhafeteten Demoteilnehmer sind da.
Das war auch gut so, beide waren verheiratet und er war zehn Jahre jünger als sie. Susanne fragte sich heute ob der Polizist auch noch an sie denkt und an den Samstag an die zwei Stunden: Er hatte so ein umwerfenedes Lächeln.
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2926
Natürlich könnte ich auch auf das Buch eingehen ´Marlon Brando unzipped´, denn e r ist der Typ, der Mensch von dem dieser Text handeln wird. Aber ich werde genau das nicht tun. Ich werde es nicht tun, weil dieses Buch von seiner Sexualität handelt, seinen unzähligen und oft seltsamen Liebschaften, seinen Ehen, den Tragödien seines eigenen Lebens und des Lebens seiner Kinder, von den Dingen, über die er selbst nicht reden wollte und von denen andere nun meinen, dass sie darüber reden müssten....
Ich wäre ihm gerne begegnet. Weil ich ihn für einen ganz aussergewöhnlichen Menschen hielt und halte. Er hat mich als Marc Anton in dem Film Julius Caesar vor vielen Jahren begeistert. Ich glaube nicht, dass irgend jemand, nicht einmal Sir Laurence Olivier mit seiner Begabung und seiner herrlichen Stimme diese Rolle besser gespielt, dieses: ´doch Brutus ist ein ehrenwerter Mann´ vernichtender ins Volk geschleudert hätte!!!! Von da an hat er mich fasziniert, er, Marlon Brando. Dieses Gesicht, eine Mischung aus Brutalität und Sensibilität, aus Draufgängertum und Einsamkeit und dieses hinreissende Lachen, das kaum je zu sehen war.
Ich habe leider nicht alle Filme von ihm gesehen, ´Die Faust im Nacken´, ´Desiree´ und ´Der Pate´; der letzte Film den ich sah, war ´Don Juan Marcos´, in dem er sich als Psychiater von einem jungen spinnerten Träumer ´mitnehmen´ lässt und den Reichtum erkennt, den der verwirrte junge Mensch in sich trägt; ein Film, in dem der inzwischen fette alte Mann zum Schluss am Strand mit seiner Film-Ehefrau tanzt... eine hinreissende Szene. Einfach bezaubernd, dieser Marlon Brando, garnicht mehr schön, ein verwaschenes Gesicht, ein aufgeschwemmter Körper, aber was für ein Typ!!
Ich habe vor nicht allzu langer Zeit seine Biographie gelesen, ´Songs my mother taught me´,, Lieder die mich meine Mutter lehrte... Zu dieser Zeit lebte ich in der Karibik, in einem kleinen Haus am Strand. Und er, der siebzig war, als er diese Biografie schrieb, sprach mir aus der Seele. Das Erkennen der eigenen Fehler, das Wissen, dass man die gleichen Fehler sicher wieder machen würde, wenn man noch einmal auf die Welt käme, die Erkenntnis, dass man das Elend der Welt nicht ausrotten kann, selbst wenn man es mit allen Mitteln versucht, seine Gedanken über Freunde, über das Verzeihen, das sich im Alter wieder an kindlichen und kleinen Dingen freuen können, viele Gedanken, die mir ganz nahe waren und sind. Und auch seine Gedanken zum Tod; akzeptieren, dass er ein Teil unseres Lebens ist und dass man ihn nicht fürchten sollte. Und ganz zum Schluss sein Glücksgefühl beim Betrachten des nächtlichen Sternenhimmels, dort, auf seiner Insel in der Südsee. Und dieser wundervolle Satz: Ich strecke meine Hand nicht mehr aus, aber ich werde nicht müde auf den nächsten Zauber zu warten, to wait for the next magic .....
Was für ein Leben, was für ein Mensch, was für ein Typ.....
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2559
Im Foyer auf der Holzbank an der Wand. Vor der Bank steht ein Tisch und um den Tisch stehen Stühle. Am Ende der Tische gibt es eine Tür, die zu den Toiletten führt. An den Tischen sitzen an normalen Tagen Besucher, die in einem der Büros Anträge stellen, Rechnungen, bezahlen oder sich über einen Kurs in Englisch, Niederländisch, Polnisch, Russisch, Chinesisch und Gebärdensprache beraten lassen.
Seit einigen Tagen sitzt hier ein Mann und nur er. Jeder der kommt und geht oder das Örtchen besucht, muss an diesem Typen vorbei. Grimmig dreinblickend, gut und teuer gekleidet aber ausgesprochen ungepflegt. Nach dem Gesicht zu urteilen, ist er um die Sechzig, nach den Händen älter. Der Leiter des Instituts fordert ihn auf das Haus zu verlassen, der Fremde denkt nicht daran. Das Procedere wiederholt sich Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat. Der Mann weigter sich beharrlich und bleibt. Wer ihn anspricht, mit dem beginnt er in akademischem Hochdeutsch eine Diskussion darüber wer irgendwo irgendetwas zu sagen hat. Dann wiederholt sich ein Ritual. Der Leiter ruft die Polizei. Zwei Beamte in Grün kommen, überprüfen die Papiere, und forderten ihn auf zu gehen. Sofort diskutiert er mit den Beamten. Nach einer Weile kommt der Leiter wieder hinzu und die Beamten verabschieden sich rasch; es liege nichts gegen den Fremden vor. Seine Personalien bleiben geheim. Eines Tages hält der Leiter dem Fremden ein Schreiben des Bürgermeisters vor die Nase, der ihn freundlich auffordert das Haus zu verlassen da er ja offensichtlich hier nichts zu erledigen habe. Der lächelt nur.
Denn es ist so, dass es im Foyer gleich gegenüber einen Vortragssaal gibt, in dem Vorträge bei freiem Eintritt stattfinden. Der Fremde, erklärt von nun an, wenn er gebeten wird zu gehen, dass er den Vortrag besuchen will. Das tut er dann auch: Agypten, Islam, Thai-Chi, Rentenversicherung, Bäume schneiden, Dachisolierung, Depression, Schimmelpilze, Erbrecht, Sodbrennen, Einbruchsicherung, Krankheitserreger bei Haustieren, und was sonst noch angeboten wird lässt er sich nicht entgehen. Nach dem Vortrag, verschwindet er bis zum nächsten Morgen.
Eines Morgens aber bleibt sein Platz leer...
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2293
Was für ein Typ!
Lärmendes Rufen, Gedrängel,Erhaschen eines Platzes. Optimale Sicht auf die Tanzfläche. Aufatmend ließ ich mich auf den niedriegen, aber gut gepolsterten Sitz fallen. Zigarettenrauch zog wie lichter Nebel durch die dichtgedrängten und vollbesetzten Sitzreihen. Die Luft war so dicht das einem das Atmen schon manchmal schwer fiel.
Die Cola stand einladend und eiskalt auf dem Tisch. Die Eiswürfel klingelten leise, als ich das beschlagene Glas an den Mund führte. Die Bässe der Musik wummerten dröhnend durch den Raum und erschwerte Gespräche erheblich. Gelangweilt tippte ich mit dem Fuß den pulsierenden Takt.
Was wollte ich hier?
War ich auf der Suche nach irgendetwas oder irgendwem?
Quatsch! Ich schüttelte unwillig den Kopf über solche Gedanken.
Die große Liebe, die jeder zu finden suchte, gab es nicht. Schon gar nicht hier und jetzt. Davon war ich überzeugt. Alles nur eine Fiktion der Dichter und Denker, die nichts anderes zu tun hatten, als sich darüber Gedanken zu machen, wie sich Liebe anfühlte.
Das Licht erschien mir zu grell und ihre Helligkeit entwaffnend. Rotierend wie die Scheinwerfer erschienen auch die Menschen, die hektisch in ihren Kontakten hin und her schaukelten wie bunte Schmetterlinge in lauer Sommerluft. Plötzlich fiel mir ein Mann auf, der hochaufgeschossen und hager sich langsam durch den beengten Raum schob. Als er hinter unserer Sitzreihe vorbei ging meinte ich scherzhaft:"Oh je, jetzt wird es Zeit, dass wir gehen. Großes-Leutturm-Treffen ist angesagt. Da haben kleine Menschen wie wir es sind", ich bedachte meine Freundin Carmen mit einem langen Blick, "keine Chance".
Ich stockte erschrocken. Meine Güte, was erzählte ich denn da? Was war bloß in mich gefahren? Meine Freundin lachte und bestellte sich ein weiteres Getränk. Ich schaute auf und in zwei blaue Augen, die mich kühl musterten. Oh nein! Jetzt saß er mir fast gegenüber wir waren nur von der runden großen Theke getrennt. Hofentlich hatte er meine Beleidigung nicht gehört. Und wenn doch? Ich lächelte verlegen und um Verzeihung bittend mein strahlendes Zahnpastawerbungs lächeln.
Er sah mich an und lächelte... nicht.
Das konnte doch nicht sein, dass er mein Lächeln nicht erwiederte. Ich spürte Ärger in mir aufsteigen. Unverschämtheit! Besaß er denn keinen Anstand? Das gebietetja wohl die Höflichkeit! Ich lächelte erneut und legte alles hineien was ich an Charme besaß. Er sah mich an und lächelte nicht. Jetzt war ich irritiert. Unbewußt hatte ich in der ganzen Zeit meine arme Getränkekarte malträtiert und zu einem Hut gefaltet.
"Na, wo sitzt er denn?"
Grinsend hielt Carmen ihr Longdringglas hoch und ließ die Eiswürfel klingeln.
"Wer sitzt wo?"
"Na, der Mann, der dich so irritiert, das du deine Getränkekarte ruinierst?"
Gelassen nahm sie einen langen Zug aus dem Glas. Ich grinste prostete ihr zu und erzählte von ihm. Kurze Zeit darauf erschien ein Getränk an unserem Tisch. Wir erkundigten uns bei der Bedienung wer denn der edle Spender war und ich lag richtig mit meiner Vermutung das er das Getränk ausgegeben hatte. Wir nahmen den Likör, prosteten ihm lächelnd zu und tranken. Er lächelte nicht.
Plötzlich sah ich wie er sich zu einer Person herabbeugte. Ein Mann schob sich daraufhin in meinen Blickwinkel und musterte mich abschätzend. Dann nickte er anerkennend und verschwand hinter einem breiten Männerrücken. Anscheinend waren die beiden Freunde und gemeinsam hierher gekommen. Offensichtlich war ich jetzt Gegenstand ihrer angeregten Unterhaltung. Ich spürte, wie meine Unsicherheit zunahm und mit ihr meine Pulsfrequenz.
Eine Stimme schreckte mich aus meinen Betrachtungen.
"Entschuldigen Sie, möchten Sie vielleicht tanzen?"
Ich hatte das Gefühl das mir alles entglitt und eine Eigendynamik annahm.
Folgsam stand ich auf und schlug den Weg zur Tanzfläche ein. Plötzlich wurde mir heiß und kalt. Ich musste an ihm vorbei. Okay, sagte ich mir, auf in den Kampf! Ich kam an ihm vorbei, sah ihm direkt in die Augen und ließ ihn auch während des Tanzes nicht aus meinem Blick. Ich hatte gerade eine völlig neue Facette an mir entdeckt! Ich flirtete was das Zeug hielt! Wollen wir doch mal sehen ob ich dich nicht zu einem Lächeln ermuntern kann!
Mein Tanzpartner bemerkte schon das ich nicht ganz bei der Sache war und brachte mich enttäuscht wieder zu meinem Platz. Neugierig wartete ich was weiter geschah. Plötzlich stand der Leuchtturm auf und kam auf uns zu.
"Er kommt bestimmt zu uns", Quitschte Carmen aufgeregt.
"Quatsch!", entgegnete ich gelassen, "der biegt ab und geht zur Toilette. Das ist kein Draufgängertyp."
Ich sollte recht behalten. Wir waren so in unsere Beobachtungen vertieft, dass wir seinen Freund erst bemerkten, als er uns ansprach:" Also, Mädels, das ist nun wirklich albern. Getränke hin und her. Ich könnte mir vorstellen, dass wir uns gut unterhalten werden, wenn ihr euch zu uns setzt."
Wir standen auf und folgten ihm. Es war als zöge mich etwas an unsichtbaren Fäden. Gegenwehr sinnlos. Sie wurde auch erst gar nicht in Betracht gezogen. Gehirn außer Betrieb.
Wir setzten uns nebeneinander und stellten uns vor. Sie waren tatsächlich Freunde und fuhren zusammen auf einem Schiff.
Und dann kam er, der Leuchtturm! Groß, schlaksig, die Haare ordentlich und exakt frisiert, gepflegtes Äußeres und jetzt geschah was ich immer verneint und abgelehnt hatte. Es traf mich sein Leuchtfeuer wie ein Blitz. Er sah mich! Einen winzigen Augenblick stockte sein Schritt. Dann lächelte er! Schwungvoll versuchte er auf dem Barhocker neben mir Platz zu nehmen. Doch der war diesen überschwenglichen Körpereinsatz nicht gewohnt und wankte. Einen winzigen Augenblick sah es so aus als würden beide polternd zu Boden stürzen doch konnte er sich noch geistesgegenwärtig am Tresen festklammern.
Ich lachte herzlich und ausdauernd und sagte etwas atemlos:" Ich weiß ja, dass ich umwerfend bin, das brauchst du mir nicht praktisch vorzuführen. Und wie heißt du...?
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1852
Er betritt den Flur der Stadtverwaltung, stellt seinen schwarzen Aktenkoffer sorgfältig unter der Garderobe ab, nimmt die beige Schiebermütze vom Kopf und streicht sich die von der Mütze aufgestrubbelten grauen Haare glatt. Ordentlich hängt er Trenchcoat und Mütze, Ton in Ton, an ihren Platz am Garderobenhaken. Dann greift er seinen Aktenkoffer, richtet sich zu seiner vollen Länge von 1,90 Metern auf, strafft die Schultern und sieht nicht mehr ganz so schlaksig aus. Dann öffnet er bedächtig die Tür zum Sekretariat.
"Guten Morgen, Frau Blödner, hallo Susanne." sägt seine Stimme in gleichbleibend emotionslosem Tonfall.
"Hat Frau Scheffler Urlaub? Der Flur ist ganz dreckig, da ist nicht gesaugt worden. Und was ist das hier für ein Zettel? Hat der Chef den schon gesehen? Mit was für Müll die oberste Heeresleitung uns dauernd die Arbeitszeit stiehlt! Wer hat denn Zeit für solche Formulare? Das ist doch die reinste Beschäftigungstherapie! Das könnte mich jetzt ja schon wieder aufregen, als ob ich nichts anderes zu tun hätte. Wir dokumentieren uns hier noch zu Tode."
"Guten Morgen, Herr Schmidt-Amweiler!" erwidert die Sekretärin nüchtern, ohne von ihrer Arbeit aufzublicken. Ihre glatt herunterhängenden kinnlangen blonden Haare verbergen jede Reaktion im Gesichtsausdruck.
"Hallo, Hansjörg!" grinst die hagere Kollegin mit der Fönfrisur aus den Achtzigern. Ihr von Mutti gestrickter türkisfarbener Pulli im Lochmuster macht sie noch blasser, als sie ohnehin schon aussieht. Genüsslich lehnt sie sich auf ihrem Stuhl hinter der Terminvorlage zurück und mustert ihn von oben bis unten. "Hattest du denn ein schönes Wochenende? Du scheinst ja prächtige Laune zu haben."
Er schaut verwirrt zu ihr hinüber.
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1837
Was für ein Typ ...
Die Tür geht auf und er rollt herein. Seine Augen strahlen! Aufrecht sitzt er im Rollstuhl! Wir lächeln uns an. Er könnte so Mitte Zwanzig sein, ein wenig jünger nur als ich. Blonde Haare, sauber rasiert, eine schmucke Brille auf der Nase, sitzt er im Rollstuhl und lächelt zu mir hoch!
Die Knopfleiste seines weißen Oberhemdes verdeckt eine witzige Krawatte. Darüber trägt er ein schwarzes Sakko. Auf der Krawatte schlüpfen Küken aus Eierschalen.
„Na, Sie gucken auf meine Küken, sehe ich das richtig?“, fragt er mich.
Ich nicke: „Sie sind ein guter Diagnostiker!“ antworte ich. „Lassen Sie das Dia weg, dann stimmt Ihre Diagnose,“ pariert er sofort.
„Ich bin Gnostiker! Der neue Krankenhauspastor.“
„Aha.“ Ich staune. „Nicht schlecht, ein rollender Pastor, dann brauchen wir keinen Notfallwagen mehr! Sagen Sie mal und dann kommen sie hier mit schlüpfenden Küken hereingerollt? Ist das denn heilig genug?“
Er lacht laut: „Die Küken, die gerade schlüpfen, die brauch ich, damit die Leute sagen können, der Pastor kommt immer daher wie aus dem Ei gepellt.“
Wir lachen gemeinsam.
Ich weiß nicht, wohin ich bei ihm zuerst gucken soll, ob in die strahlenden Augen oder auf diese witzige Krawatte.
Noch immer stehen wir am selben Fleck.
Er reicht mir bis kurz über die Hüfte. Seine strahlenden Augen bannen meinen Blick, seit wir uns freundlich begrüßten.
Er ist also der neue Krankenhausseelsorger und ich bin die Gestaltungstherapeutin des Hauses.
Wir sind heute gemeinsam bei der Oberin eingeladen. Sie möchte mit uns Kaffe trinken, uns ein wenig näher kennen lernen.
„Sagen Sie, Frau Lorenz, können Sie beiden mir folgen?“ höre ich da die Stimme der Oberin.
„Ja, wir kommen!“ sagen wir wie aus einem Mund.
Der fröhliche Mann greift mit beiden Händen zu den Rädern seines Rollstuhles ich frage, ob ich schieben helfen darf. Wir folgen der Oberin. „Nein, ich rolle selber“, lacht er mich an; „ich üb das schon seit ein paar Jahren!“
Erst jetzt sehe ich, dass auf den Fußstützen des Rollis Leere gähnt. Schüchtern gucke ich aufwärts. Er hat keine Beine, beide Beine fehlen ...
Ich finde die story shr gut. beeindruckend dass ein junger Mensch trotz behinderung lebenslustig ist. Macht auch einen guten Eindruck auf Frauen.
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1815
Was für ein Typ
Ich sehe so viele Menschen, dass ich sie kaum noch sehe. Nur beim Italiener auf dem alten Markt steht für eine Weile die Zeit still. Es muss am Kellner liegen. Er stellt sich vor mich hin, direkt gegenüber und fragt mich nach meinen Wünschen. So muss ich ihn wahrnehmen, den großen schlanken Mann, der bei genauerem Hinsehen doch etwas gerundet wirkt am Leib aber so wendig wie ein schlanker durch die Tischreihen geht ohne anzuecken. Seine Art „Signora“ zu mir zusagen gibt mir das Gefühl einen bestimmten Wert zu haben, Respekt zu bekommen, egal, ob ich einen Cappuccino oder einen Salat bestelle. Es gibt mir das Gefühl zu Hause und willkommen zu sein. Sein Lächeln rundet das Gefühl ab.
An jedem Tisch nimmt er bei der Bestellung eine aufrechte Haltung ein und es wird deutlich, dass er den Menschen wahr nimmt. Allein seine Haltung sorgt für Klarheit, sie strahlt Zuverlässigkeit aus und bildet ein edles Gefäß für seinen Charme. Er ist kein wilder Italiener, der sein Temperament in alle Richtungen schickt. Er wirkt ruhig und gefasst. Vielleicht liegt das an seinem länglichen Gesicht, das von schwarzem Haar begrenzt ist, an der Stirn in hohem Bogen gelichtet. Vielleicht ist es sein Schnurrbart, der dem Gesicht eine bestimmte Strenge gibt, die sich auflöst, wenn das Lächeln seiner Stimme sich in einer Frage legt: „hat es geschmeckt, Signora?“
Rundum zufrieden, nur mit dem Menschen beschäftigt, den ich aus der Menge ausgewählt habe, heute, betrachte ich seine großräumigen Bewegungen, die gleichzeitig bescheiden wirken. Im Dienst lässt er wohl wenig von sich erkennen, ausser wenn er sich über einen jungen Kellner ärgert.
Seltsam, dass ein Mensch wie er, der nur wenig mit mir spricht, ausser darüber, was ich mir wünsche und ob es passt und wie es mir geht und wie das Wetter ist, wenn er etwas mehr Zeit hat. Diese Verbundenheit und doch kaum was von einander zu wissen ist irgendwie angenehm.
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1764
WAS FÜR EIN TYP!
Also, schön ist Kerl wirklich nicht. So viele Pickel im Gesicht hat man doch eigentlich nur in der Pubertät. Und dann noch einen Schnäuzer! Wir sind doch nicht mehr in den 70ern!
Aber Selbstbewusstsein für drei.
Das alles denke ich während ich versuche, nicht völlig eingeschüchtert zu wirken. Was er an Selbstbewusstsein zu viel hat, habe ich leider zuwenig.
Und so stehe ich nur still in der Ecke, während er sich mit dem Professor unterhält. Eigentlich hatte ich ja gerade ein Gespräch mit diesem, und zwar über meine Diplom-Arbeit, aber Peter steckt schon mitten in der Promotion und ist somit viel weiter als ich. Auch in der Hierarchie.
Er spricht besonders laut, was bei einem Abstand von einem Meter nun wirklich nicht nötig wäre. Und der Professor ist auch nicht schwerhörig. Zwischendurch lacht Peter immer mal wieder und wirft dabei den Kopf in den Nacken. Ich weiß nicht, worüber er lacht, aber ich fühle mich stark an Revierkämpfe rivalisierender Männchen erinnert.
Die Lautstärke erdrückt mich und ich weiche weiter zurück, bis an die Wand. Vielleicht kann ich mich ja unauffällig verkrümeln. Für Peter bin ich sowieso nur Luft. Ich glaube, er registriert Diplomanden gar nicht. Unter seiner Würde.
Dagegen registriere ich mit einem Mal seine vom Nikotin gelb gefärbten Finger. Es ekelt mich bei der Vorstellung, ihm die Hand geben zu müssen.
Gerade sagt er etwas über Magnetismus und spontan assoziiere ich uns beide als zwei Stabmagneten, die sich gegenseitig abstoßen.
Gut, dass ich nicht in seiner Arbeitsgruppe bin. Ob er wohl beliebt ist bei seinen Leuten? Peter teilt sich das größte Zimmer des Instituts mit vier anderen Doktoranden. Ich bin überzeugt, dass er in dieser Gruppe das Alphatierchen ist.
Bei aller Protzigkeit ist Peter allerdings kein Dummkopf ist. Er weiß immer, wovon er redet. Wahrscheinlich gibt ihm dieses Wissen auch seine ungeheure Selbstsicherheit.
Ich dagegen bin unsicher, wenn ich zu unserem Professor gehe und eine Frage habe, obwohl ich weiß, dass er sie mir immer beantwortet.
Gut, dass ich Peter nicht fragen muss. Was kann ein Diplomand schon für wichtige Fragen haben?
Und dann passiert es. Ich bin in Gedanken noch dabei, die Abstoßung zwischen Peter und mir zu analysieren und kriege deshalb nicht sofort mit, dass der Professor mit mir spricht: „Hallo Lisa! Aufwachen! Tut mir leid, dass wir das jetzt nicht weiter besprechen können. Ich muss dringend weg. Aber lass es dir doch von Peter erklären. Er kann dir bestimmt weiterhelfen.“
Es gelingt mir erstaunlich schnell, mich aus meiner Schockstarre zu befreien und die Worte hervorzubringen: „Ist nicht so wichtig! Das hat auch Zeit bis morgen.“ Doch Peter schaut mich direkt an – ich glaube, das erste Mal überhaupt – und sagt:
„Nix da! Das erledigen wir jetzt gleich. Am besten, wir gehen in mein Zimmer.“
Auch das noch. Da darf ich mich dann gleich vor fünf Leuten blamieren.
Und dann läuft alles ganz anders ab. Wir sitzen beide mit einer halben Poback auf seinem Schreibtisch. Er hört mir zu und vermittelt mir das Gefühl, eine interessante Frage zu stellen. Und dann erklärt er. Geduldig, ruhig, genau wissend, was er als bekannt voraussetzen darf. Und ich habe plötzlich das Gefühl, mit einem Kollegen zu sprechen.
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1757
Eigentlich kenne ich Lydia von klein auf. Sie war ein niedliches braunäugiges, aber sehr stilles Mädchen. Oft machte ich mir Gedanken darüber, warum die Kleine so in sich selbst versunken war. Sobald man etwas von ihr über sie selbst erfahren wollte, blockte sie ab. Meist verschwand Lydia gleich auf ihrem Zimmer.
Nun ist Lydia eine junge Frau. Ich sehe sie nur selten. Doch neulich bei einer Festlichkeit stand sie plötzlich im Raum. Nur weil ich meiner Freude Ausdruck verlieh, bekam ich ein etwas lauteres Hallo als die anderen Gäste. Die meisten von ihnen nahmen den stillen Gruß von Lydia gar nicht wahr, weil sie sich mit dem Nachbarn unterhielten.
Lydia war wie immer tadellos gekleidet, meist trug sie dunkle Hosen und dazu eine weiße Bluse. Neu war an ihr, dass sie das Haar halblang trug. Erstmals in ihrem Leben hatte sie auf ihrem braunen Haar eine schwarze Tönung. Ein fransiger flotter Schnitt verlieh ihrem sonst so strengem Aussehen eine lockerere Note.
Weil alle schon Lydias Zurückhaltung kennen und sich dadurch kaum getrauen sie anzusprechen, bot ich ihr wie so oft, den Platz neben mir an.
Wir kamen ins Gespräch und Lydia erzählte mir einige nette Storys aus ihrem Berufsalltag. Sobald sich das Gespräch aber auf sie selbst richtete, verstummte sie und verschwand unter einem Vorwand.
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1727
Was für ein Typ!
Ich war so von seiner Präsenz überwältigt, dass ich das Atmen vergaß. Stumm stand ich da und betrachtete ihn, wie er ins Lokal eintrat.
Er war groß und schlank. Sein Gang war lässig und bei jedem Schritt wirbelten seine tief schwarzen Strubelhaare mit.
Seine eisblauen Augen leuchteten wie der Mondstein “Lapislazuli”.
Ihm Umgab eine Aura, die jeden Anzog, als wäre er ein Sonnengott und wir seine Untertanen, die sich in der Sonne wärmen wollten und jeden seiner Lichtstrahlen sofort aussaugten, wie gierige Vampire das Blut.
Er stellte sich zu seinen Freunden und erzählte voller Hingabe und Gestik. Wenn er lachte, strahlte er übers ganze Gesicht und blendete alle wie ein grelles Licht. Doch dieses Lächeln war so warmherzig, dass ich davon butterweiche Knie bekam. Mein Herz schlug jedes Mal Purzelbäume, wenn ich es sah. Ich schaute ihn mir genauer an.
Um seinen Hals zierte eine Haizahnkette und
er trug ein blaues Hemd, die Ärmel hatte er hochgekrempelt, sodass man seine kleine Sternchentatoos und seine Armbänder die um seinen Arm gewickelt waren, sehen konnte. Vom Arm wanderten meine Blicke zu seinen großen starken Händen. Dann wanderten sie tiefer. Eine knackig enge Jeans betonte seinen wohl geformten Hintern. Er sah aus wie ein Rockstar! Er fuhr mit seiner rechten Hand über seinen linken Arm und drehte sich in meine Richtung.
Ich hatte ihn schon öfters vom weiten bewundert. Ich wusste auch nach meinen Recherchen, dass er ehrenamtlich in einer Tafel aushalf und in einem Behindertenheim. Er war anscheinend wirklich nett und absolut nicht von seinem Aussehen beherrscht, er war nicht selbstverliebt.
Ich war wie hypnotisiert und als sich unsere Blicke kreuzten, stachen mir seinen Augen durch mein Herz. Ich konnte meine Augen gar nicht von seinen wegreißen. Ich fiel in seinen blauen Augen und schwamm darin, wie in einem Meer. Ich war schon fast High! Ich bemerkte gar nicht, das ich an meine Lippen leicht rum knabberte und sie mit der Zunge befeuchtete. Er lächelte mich an und ich schmolz, wie Vanilleeis. Es blieb von mir nur süßes Wasser übrig. Er machte eine nickende Begegnung zu seinen Kumpels und ging in meine Richtung. Während er lief fuhr er sich mit seiner Hand durch sein wuschliges Haar. Mein Herz hämmerte gegen meine Brust, ich befürchtete, es springt ihm schon entgegen. Dann öffneten sich langsam seine Lippen und formten Worte. Meine Augen heften sich gespannt an seinem Mund.
,,Hi, wie geht’s?”, sagte er mit piepsender Lisa Simpson-Stimme.
Mein Mund klappte auf und alles in mir machte “PLOPP“. Als sei ich von diesem Tagestraum erwacht. Die Seifenblase ist sofort geplatzt! Die ganze Erregung, die ganze Hypnose war wie weggeblasen. Ich habe alles erwartet, doch nicht das!
Ich dachte, er wird mit seiner dunklen rauen Heath Ledger-Stimme, das Feuer noch mehr entfachen. Doch es fühlte sich an, als würde mir gerade jemand ein Eimer kaltes Wasser über den Kopf schütten.
Ich starrte ihn entsetzt an, zog eine Grimasse und grüßte zurück. Meine Gedanken arbeiteten wie, verrückt.
Sag, das es ein Traum ist, sag es! Es ist nur ein Traum! Wach endlich auf, verdammt! Jessi, verdammt!
Sein Rasierwasser schmeichelte meiner Nase.
Kein Traum! Fuck!
Was für eine Verschwendung! Aber was wäre noch schlimmer, als diese piepsende Stimme?!?
Ich weiß, wenn er diesen abtörnenden sächsischen Akzent hätte. Er würde sprechen, als hätte er sich eine Socke im Mund geschoben. Dann ist dieses piepsende Küken, doch halb so schlimm oder? Gott, wo ist der nächste Fluchtweg!
Er piepste weiter, ich hörte schon gar nicht mehr zu. Ich schaute wild umher, um ein Ausgang zu erspähen. Wäre es fies, jetzt davon zu laufen?! Bin ich so oberflächlich, das ich wegen eines dummen Fehlers an ihm, davon laufe. Hey, schließlich bin ich auch nicht perfekt!
,,Ich kenne dich doch. Bist du nicht eine heimliche Stalkerin von mir?”, quietschte er geschwind.
Häh? Was redet er da? Für wen hält der sich?
,,Heißt du nicht Yessica Sessel?”, fiepte er.
,,Kessel! Nicht Sessel!
Stalkerin? Sag mal geht’s noch? Für wen hältst du dich? Für Johnny Depp oder was? Hey Tweety, verzwitscher dich mal ganz schnell und geh mit deinem gepiepse jemand anderen auf die Nerven!”
Er grinste und packte mich plötzlich am Arm und zog mich nah an sich heran.
Gott, vor paar Tagen, hätte ich mein letztes Höschen dafür gegeben, ihm so nahe zu sein und jetzt war ich so trocken wie ein Stück Toast. Seine Lippen näherten sich meinem rechten Ohr.
,,Dann warst du nicht, das Mädchen, das auf dem Baum saß vor meinem Schlafzimmerfenster mit einem dicken Fernrohr in der Hand?!”, brummte er wie ein Bär.
Das Küken hat sich in ein wildes Tier verwandelt. Meine Augen weiteten sich und mir blieb der Atem stehen.
Er hat mich gesehen? Und scheiße, er hat mich voll verarscht, von wegen Piepsstimme! ,,Jetzt hör mir gut zu, du krankes Miststück. Sehe ich dich noch einmal in meiner Nähe, dann fresse ich dich mit Haut und Haaren auf und stochere mit deinen Knochen mir das Fleisch von den Zähnen,” sagte er mit einem hämischen Grinsen. Seine Augen waren eiskalt und er hatte einen durchdringenden Blick, der mich das fürchten lehrte. Danach ging er zurück zu seinen Freunden. Ich war wie erstarrt. Er winkte mir mit einem breiten Lächeln zu.
Ich schluckte schwer und mir viel es nicht im Traum ein, ihn noch einmal zu beobachten, wie ein Vögelchen auf dem Baum.
Krank? Ich bin doch nicht krank. Nur weil ich ihn jeden Tag sehen möchte und ihn überall hin verfolge. Das ist doch nicht krank. Oder?
Wow, wer ist das denn! Ich hatte mein nächste Beute erspäht und schwupp die wupp war er vergessen.
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1719
Es war der Moment in seinem Leben, den er nie vergaß. Den Moment, als er ihr begegnete, sein Blick den ihren traf und er eintauchte in die sanfte Wärme, die aus ihren tiefen dunklen Augen strahlte. Es war ein Moment, in dem die Zeit still zu stehen schien und die Welt um sie herum verschwamm. Ein Moment, der eine Ewigkeit zu dauern schien.
Die Anziehungskraft, die von ihren Augen ausging, ließ alles andere wie einen Traum wirken. Wie beiläufig sah er ihr Gesicht, die geschwungenen vollen Lippen, die sich zu einem sinnlichen Mund formten, umspielt von einem Lächeln, das ihm den Atem zu nehmen schien. Ihre langen, dunklen Haare, die auf die Schultern fielen, ihr feines, weich konturiertes Gesicht umrahmten.
Er gewahrte nur am Rande den athletischen Körper, der sich unter dem anliegenden Kleid abzeichnete. Den fließenden Stoff, der mit ihren Formen spielte, mit ihren Bewegungen, der ihre samtene Haut zu streichelte.
Fast entrückt spürte er den Klang ihrer Stimme hell und klar, ihres Lachens, frei und ungezwungen, voller Lebendigkeit.
Wirklich bewußt wurde er sich all dessen erst später. Wenn er sich erinnerte an diesen Moment, sah er ihre Augen, tief und dunkel, und wie er sich den Wellen dieser plötzlich und unerwartet erfahrenen Kraft überließ, die zwischen ihnen strömte und ihn vollkommen durchdrang.
Wenn er sich an diesen Moment erinnerte war er so präsent, das er kaum begreifen konnte, das ihre Begegnung schon 25 Jahre zurück lag. Vieles war geschehen in diesen Jahren, vieles hatte sich verändert. Doch noch immer treffen sich ihre Blicke, noch immer taucht er ein in die sanfte Wärme, die nie aufgehört hat aus ihren tiefen dunklen Augen zu strahlen.
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1695
Etwas verwirrt, weil ich nicht mehr wußte, in welchem Raum ich wie angezogen und vor allem wann zu erscheinen hatte, eilte ich durch das Foyer des Kurhotels. Warum mußte ich auch wieder den Therapieplan im Zimmer vergessen! In diesen Gedanken versunken, huschte ich an der langgezogenen Theke vorbei. Ein lauter Pfiff erklang. Ich reagierte nicht darauf; warum auch, tat ich nie! Irgend etwas, ein Gefühl, veranlaßte mich aber trotzdem, stehen zu bleiben und mich um zu drehen. Mein Blick glitt über die anwesenden Kurgäste. Schon wollte ich weiterlaufen, als ich ihn sah. Ganz am Rande der großen Theke, nur wenige Schritte von mir entfernt, saß er bei einem Espresso und lachte mich spitzbübisch an. Ich stand da wie angewurzelt und konnte es gar nicht fassen, er war wirklich da, nach all diesen langen Jahren. Tiefblaue Augen, nun von unzähligen Lachfältchen umringt, strahlten mich an. Langsam ging ich auf ihn zu. Ein bißchen zugelegt hat er, schoß es mir durch den Kopf, seine blonden Locken sind auch weniger geworden. Aber diese blauen Augen, in denen ich versinken kann, dieser Blick, der durch und durchgeht. Dieser faszinierende Blick ist geblieben, genau so wie sein liebes Lachen, sein schöner Mund, nun von einem kleinen Bart umrahmt. Das dezent gemusterte Hemd, das er unter seinem schwarzen Jackett trug, war etwas offen und ich sah zarte, blonde und jetzt auch viele weiße Löckchen, die sich auf seiner braun gebrannten Brust ringelten. Ein goldener Anhänger blitzte auf. Seine feingliedrigen Hände, die damals so unendlich zärtlich sein konnten, umfaßten die kleine Espressotasse so fest, dass die Adern hervortraten. Jedoch, langsam stand er auf und als ich mit klopfendem Herzen vor ihm stand, drückte er mich fest an sich. Starke Arme umfingen mich, ich spürte die Kraft seines muskulösen Körpers durch den dicken Stoff meines Bademantels hindurch, atmete den aufregenden Duft seines Rasierwassers ein und fühlte mich auf einmal unendlich geborgen. Ein sanfter Kuß streifte meine heißen Wangen. Ich blickte ihn unsicher an, als ob es das erste Mal wäre. Seine sonore Stimme sprach zu mir, aber ich war von der Intensität seines Blickes so gefangen, dass ich die Worte nicht verstand. Für mich existierte nur noch ein Gedanke: Er war wieder da, bei mir, der Mann meiner Träume.
Als wir eng nebeneinander saßen, fiel mir so vieles wieder ein. Sein Humor, der mich immer wieder aus meinen traurigen Gedanken herausriß. Seine Art, mit mir so um zu gehen, dass ich mich immer fühlte, als sei ich etwas Besonderes. Seine ansteckende Begeisterung, die sich auf mich übertrug, wenn ihn etwas fesselte. Aber auch die Ruhe und Sicherheit, die er ausstrahlte und mir damit meine Ängste und Sorgen nahm. Seine Kraft, die sich auf mich übertrug, wenn ich mich so schwach und unsicher fühlte.
Sein ganzes Wesen, das ich liebte, es war noch da, alles war noch da. Es war, als sei es gestern gewesen, als wir uns das letzte Mal sahen.
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1692
Was für ein Typ!
Ich schaute mir diese Frau in Ruhe an, sie bemerkte nicht dass ich sie beobachtete. Sie war mir aufgefallen als sie das Restaurant betrat. Sie ist in etwa 172 cm groß, sie hatte einen selbstbewussten aufrechten Gang, so was mag ich. Sie ist eine sehr mollige Person, trägt Jeans und eine hübsche Jeansjacke. Oh ja sie ist ziemlich korpulent, aber sie geht nicht etwa so wie man sonst dicke Menschen gehen sieht, nach vorne gebeugt, mit den Blick nach unten.
Nein absolut nicht, sie geht fast leichtfüßig, schaut sich nach einem Platz um, hat einen wachen aufmerk-samen Blick, und ein hübsches Lächeln umspielt ihren Mund. Nun geht sie an einen Fensterplatz, zieht die Jacke aus und setzt sich. Sie trägt einen Pulli der schräg geschnitten ist, und hat ein schönes Dekollete gut ausgefüllt. Ich musste schmunzeln, sie hatte auch eine ungewöhnliche Frisur. Von vorne sah man einen gepflegten Kurzhaarschnitt, aber von der Seite sah ich, dass sie dort die Haare ganz lang hatte, und einen Pferdeschwanz trug. Als der Kellner an ihren Tisch kam, wurde sie freundlich begrüßt, anscheinend war sie öfters hier. Ich konnte, ein bisschen verstehen was sie sagten, und auch ihre Stimme war angenehm. Sie klang so locker und unbeschwert, und dieses Lächeln, mir war diese dicke Frau sehr sympathisch! Als dann ihr Essen kam, aß sie bedächtig, sie genoss anscheinend jeden Bissen.
*
Ich musste innerlich schmunzeln, ich war mit meinem Leben im reinen, ich hatte mein inneres Gleichgewicht gefunden. Viele Jahre meines Lebens hatte ich versucht abzunehmen, aber ich war zuletzt immer dicker geworden, bis ich diesen ganzen Mist mit den Diäten aufgegeben hatte. Nun bin ich schon seit einem Jahr im Fitnessstudio, und dort hat man mir wirklich geholfen! Ich habe erst mal Muskeln aufge-baut, und jetzt mache ich ein straffes Fitnessprogramm mit. Ja es ist anstrengend, und ich bin hinterher immer verschwitzt als wenn ich aus der Sauna komme, dass stört mich alles nicht mehr, ich fühle mich sauwohl, auch wenn ich noch weit über 100 kg wiege, ich merke ich bin auf den richtigen Weg. Das Essen ist wie immer sehr lecker, ich esse gerne hier, man guckt direkt auf den Kanal, und meistens ist es um diese zeit hier sehr ruhig. Außer mir, sitzen nur noch 5 andere Gäste an einem Tisch, und eine Frau etwas weiter. Sie schaut immer mal verstohlen zu mir, neugierig aber nicht unfreundlich. Früher hätte ich sofort gedacht: „Die denkt sicher was muss die Dicke sich noch einen Grillteller bestellen, soll die doch lieber nur Salat essen.“ Ich musste innerlich lachen, solche Gedanken waren mir früher Gang und Gäbe, aber inzwischen war es mir völlig egal was andere über mich dachten. Wie sagte mein Tai Chi Lehrer „Halte den Kopf aufrecht, um deinen Geist zu entfalten“ Ja, das gefiel mir, und ich ging immer Aufrecht und stolz, nicht mehr möglichst unauffällig, oder nach vorne gebeugt.
So das ist mein Beitrag, zu „so ein Typ.“ Wer weiß, vielleicht bin ich so ein Typ, oder vielleicht sogar „beide“ Typen, lieber Gruß Britta
Man sieht, was man sehen will. Das dachte ich sogleich und zudem: Das ist sehr gut, dass du positiv denkst - von dir und somit auch von anderen. In dieser Frau hast du dich gespiegelt und bestätigt gefühlt, zu dir zu stehen. Kommt gut rüber, gefällt mir : ).Weiter so! LG Bärbel
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1680
Manchmal glaube ich, dass da im Krankenhaus etwas schief gelaufen sein muss, wenn ich meine Mutter betrachte. Sie scheint so ganz anders zu sein als ich es bin.
Man sieht ihr an, dass sie sich pflegt. Die Haut im Gesicht ist für ihr Alter ungewöhnlich glatt. Rosig bedeckt sie in verbissen fröhlich in die Welt grinsendes Gesicht. Was ihr das Alter an erwünschter Behaarung genommen hat, wird täglich mit akkurater Akribie nachgeschminkt und täuschend echt nachgemalt.
Auch das raffiniert gefärbte Haar, welches ihr in Wirklichkeit schon lang ergrautes Haar abdeckt, sieht aus, als müsste sie täglich beweisen, dass sie noch 20 ist. Im grassen Gegensatz dazu, machen sie die linkischen, von Schmerzen gezeichneten Bewegungen alt. So alt, wie sie wirklich ist
So glatt und gepflegt ihre Gesichtshaut auch ist, das Dekoltei zeigt mehr als deutlich, dass sie oft und ausgiebig der Sonne fröhnt. Braun ist die Haut. Fast unnatürlich braun. Und dazu von vielen tiefen Furchen durchzogen. Fast so als wäre es brauner Knautschlack. Geplättet wird das Ganze nur, von der Milchwirtschaft, welche der Schwerkraft stark zum Opfer gefallen ist.
Ihre stark aus dem Leim gegangen Kurven versteckt sie mehr oder weniger geschickt in auffallender Kleidung. Neongelb und Knallrot sind ihre bevorzugten Farben. Dem Alter entsprechend sind da nur die vorwiegend braunen, aber immer flachen Schuhe.
Ok, ihr scheint das zu gefallen, aber dazu ist noch so tierisch intolerant. Wenn ich ihre laute und schrill klingende Stimme schon mal höre, sind es Vorwürfe, mich doch mal hübsch zu machen und auch mal Neongelb oder Rot, statt immer nur grau oder schwarz zu tragen. Dabei zupft sie immer mit angewidertem Gesicht an mir rum, fast so als würde sie sich etwas wegholen, wenn sie mich berührt.
Zuneigung? Fehlanzeige. Wenn man sie so reden hört, schämt sie sich, meine Mutter zu sein. Und wenn sie mich anschaut, ist nichts von Mutterliebe zu merken. Fest und kalt taxieren mich ihre Augen. Wenn nur Blicke allein töten könnten, müsste ich schon mehrfach ums Leben gekommen sein.
Ich hoffe, das ist nicht wahr, denn das wäre traurig. Doch solche Gefühle kann nur eine treffende Beschreibung auslösen. Das/ die Person kommt rüber, sitzt. LG Bärbel
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1677
Hm...leider finde ich in meinen Erinnerungen keinen Menschen, den ich als besonderen Typen bezeichnen kann.
Manche waren interessant, andere völlig farblos...jedoch nicht wirklich typisch Typ.
Trotzdem war jeder von ihnen einmalig und unerreicht in ihrer Art und Weise.
Alles Einzelstücke, sogenannte Kleinode!
Ich kann keinen bevorzugt auswählen und beschreiben, das wäre ungerecht den anderen gegenüber.
Nun...ich bin ja auch kein Typ, obwohl jetzt sicher einige "na typisch" denken werden.
Aber es ist so und niemand,würde das Wesentliche beschreiben können, was mich für manche, als Typ kennzeichnet.
Also lass ich diese Anregung aus und warte geduldig auf die nächste.
@newmedia.. vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar! Inspiriert dazu, einen supertollen Mann, oder eine potthässliche Frau zu erfinden, war ich schon....nur entsprach das für mich, nicht wirklich der Aufgabe. Ich habe mich auch nicht beschrieben, wollte nur erklären, dass jeder Mensch ein Unikat ist...und ein Typ auf seine Weise. Verzeih, wenn das ungeschickt von mir angerissen wurde...ich versuche mich mich zu bessern. Dir wünsche ich bei allen Aufgaben Inspiration und gute Sätze.
Hallo Gerti, letztlich bist Du ja die Aufgabe angegangen und hast Dich selbst beschrieben. Du bist als Typ ganz sicher auch in den Kleinod-Sammlungen deiner Bekannten enthalten. Typen sind wir alle, jeder ist was Besonderes, kann von Dir literarisch interpretiert werden. Ich denke, daß es Dir wahrscheinlich schwer viel Dich von der Alltagssicht auf Deine Bekannten zu lösen und Du warst entsprechend uninspiriert. Das ist auch schwierig, daher üben wir es hier. Ich beschreibe z.B. nie reale Menschen, die ich kenne, ebenso wenig reale Orte etc. Ich hole mir Inspirationen, einzelne Fragmente der Person, die ich mit anderen und meiner Phantasie neu zusammensetze. Und diese Bild in meinem Kopf versuche ich dann soweit für andere empfindbar zu machen, das sie den selben Archetypen erleben. Also frisch ans Werk, Madam, das Leben wartet darauf von Ihnen beschrieben zu werden, und wo es zu fad ist, da denken Sie sich einfach ein neues aus.
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1672
Er ist etwa 1,85 m groß. Oder so. Ich war noch nie gut darin, mich in Maßen festzulegen. Ich jedenfalls bin 1,64 m groß und wenn wir Arm in Arm gehen, dann passt meine Schulter genau unter seinen Arm. Das ist das was zählt. Seine Augen sind dunkelbraun. Und hätte ich mir ein Schneewittchenkind wünschen können, dann hätte es diese Augen haben sollen - auf die Tragik dieses Wunsches komme ich später zurück. Sie sind so tief braun, dass man darin versinkt. Was ich jedes Mal tue, wenn er mich anschaut. Als ob mir der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Ja, ich weiß, das klingt platt. Ich hätte mir das vorher auch nicht vorstellen können. Und fragen Sie jetzt nicht, was ich fühle, wenn er mich dann küsst. Ich versuche das selbst zu vergessen. Mit welchem Erfolg können Sie sich vorstellen... Leider sind unter seinen Augen im Moment große Schatten, was daran liegt, dass er kaum schläft. Wenn er sehr müde ist, dann hängt sein linkes Augenlid ein bisschen weiter runter als das rechte. Das hat er wahrscheinlich immer. Seine Haare waren früher auch ganz dunkelbraun, fast schwarz. Jetzt sind sie gleichmäßig von grauen Strähnen durchzogen. Sie sind auch nicht mehr so lang wie früher, sondern haben einen 'ordentlichen' Herrenschnitt. Klingt spießig, sieht aber wirklich gut aus. Und entspricht auch mehr seinem jetzigen, wie soll ich sagen, gefestigten Leben. Sein Bart, der ebenfalls sehr dezent und ordentlich ist und auch gar nicht beim Küssen kratzt, besteht ebenfalls mittlerweile aus einer Vielzahl von verschiedenfarbigen Haaren. Seine Figur ist schmal, aber nicht schmächtig. Seine Schultern sind breit genug, um einiges darauf zu tragen. Und er hat wunderschöne muskulöse Arme. Seine Handgelenke sind schmal für einen Mann und seine Hände gehören zu den schönsten, die ich je gesehen habe, und gefühlt. Auf seiner Brust wachsen nur wenige Haare - was ich persönlich sehr mag. Sein Bauch ist flach mit einer handbreiten Narbe in der Leiste, eine weitere Narbe ziert eine sehr viel intimere Stelle. Seine Hüften sind schmal und sein Po liegt wunderbar in der Hand, auch wenn er aktuell nicht mehr seine Hosen ausfüllt. Er hat ziemlich abgenommen in den letzten Monaten, soviel, dass er schon von freunden und bekannten darauf angesprochen wird. Natürlich nennt er niemand den wirklichen Grund dafür.
Er hält sich nicht für attraktiv, gar nicht. Er kokettiert aber auch damit. Und ja, er zieht auch nicht alle Blicke auf sich, wenn er einen Raum betritt. Aber einige. Sind viele Leute anwesend, wird er sich die Gruppe suchen, mit denen er am ehesten ins Gespräch kommt. Oder die, die es am meisten von ihm erwartet. Beobachtet man ihn länger und erwischt dabei einen Moment, in dem er sich unbeobachtet fühlt, wird man sehen, wie er die Schultern hängen lässt - die er ohnehin nicht sehr hoch trägt - und dass seine Augen einen eigenartigen Ausdruck bekommen. Als würde er sich fehl am Platz vorkommen und wäre lieber woanders. Aber ganz schnell steht die Fassade wieder. Seine Kleidung ist tadellos, das meiste davon hat er nicht selbst ausgesucht, und nur bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass er so gut wie nie den zweiten Knopf an den Ärmelbündchen seines Hemdes zugeknöpft hat. Hin und wieder hat er auch dunkelblaue Socken in schwarzen Schuhen an. Er ist verheiratet, aber er trägt keinen Ehering. Insgesamt wirkt er sehr überzeugt von sich. Viele Leute halten ihn für maßlos arrogant, was er durchaus auch sein kann. Sein Humor ist speziell und manchmal treffend sarkastisch. Er lässt ungern Dinge auf sich beruhen und kann Kollegen in den Wahnsinn treiben. Aber er hat meistens recht. Was ihn im Büro nicht beliebter macht. Wie er bei Freunden ist, weiß ich nicht. Bei den wenigen Gelegenheiten, bei denen wir mit meinen Freunden zusammen waren, war er immer sehr zurückhaltend und hat lieber mit mir gesprochen als mit den anderen. Ach ja, seine Stimme. Die ist der Wahnsinn. Niemand kann meinen Namen so sagen wie er. Das geht durch und durch. So sanft und doch klar und bestimmt. Wenn er allerdings aus der Fassung ist und mich anschreit, dann hebt sich seine Stimme und klingt nicht mehr schön. Aber auch hier passt sie zu seinem Gefühl. Man spürt die Verzweiflung darin, als wäre sie greifbar. Im Grunde seines Herzens ist er ein kleiner Junge. Das sieht man ihm am meisten an, wenn er morgens aus der Dusche kommt. Die Haare stehen wuschelig in alle Richtungen und man kann bis auf seinen Grund schauen. Und wenn er dann angezogen vor mir steht, kommt jedes Mal der Moment, in dem ich sehe - ich weiß nicht warum und woran - dass ich ihn nie werde haben können. Denn dass er mich liebt, das sieht niemand.
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