Schreiben Sie mit!
Körperflüssigkeiten
Aufgabe
Schreiben Sie heute mindestens eine Seite über eine bestimmte oder über verschiedene Körperflüssigkeiten. Anschließend versuchen Sie, sich bewusst zu machen, wie Sie sich fühlten, bevor Sie zu schreiben begannen, während des Schreibens und nachdem Sie fertig waren. Prüfen Sie, ob Sie etwas zu Papier gebracht haben, das sich für das Werk, an dem Sie gerade arbeiten, verwenden lässt. Oder machen Sie eine Liste anderer »unaussprechlicher« Themen, die Sie schriftlich erforschen wollen.
Du wirst Dummes tun, aber tu es mit Begeisterung.
Colette
Leserbeiträge
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3596
Schmerzgekrümmt liege ich auf meinem Bett. Die Einsamkeit schneidet mir ins Herz als benutze sie ein scharfes Messer. Mein Kissen ist von Tränen getränkt. Wie oft sie mich schon in den Schlaf begleitet haben. Wie oft sie schon versuchten mir das Leid wegzuspülen. Doch wie viel braucht es von diesem salzigen Nass, bis sich meine Wunden schließen?
Wie ein Phönix beträufele ich die schmerzhaften Stellen meiner Seele mit dem Wasser aus meinen Augen; will dass es ebenso heilsam wirkt, wie die Tränen des mystischen Vogels. Doch die Risse in meiner Seele, lassen sich nicht so einfach schließen.
Draußen klopft der Regen leise ans Fenster. Der dunkle Himmel weint und spiegelt dabei meine eigene Traurigkeit wider. Ich lausche dem Rhythmus des Niederschlags, bis ich in einen traumlosen Schlaf gleite, um dann am Morgen festzustellen, dass die Trauer noch immer bei mir ist, dass auch der Schmerz wiederkehrt und mich gefangen nimmt, mich innerlich erdrückt, bis ich im Spiegel meine abermals wässrigen Augen betrachte. Warum habe ich nie Freudentränen? Das müssen die schönsten Tränen sein, die Augen weinen können. Doch ich kenne sie nicht.
Ich stehe noch immer vorm Spiegel und sehe zu, wie sich das Wasser vor meiner Iris sammelt und sie zu überschwemmen droht. Plötzlich blinzle ich und ein dicker Tropfen fällt herab. Er wandert langsam über meine rechte Wange, stoppt kurz, ehe er weiter schleicht. Auf der anderen Seite löst sich nun auch ein Tränchen, doch es holt die erste auf dem Weg nach unten nicht ein. Ich spüre, wie es kitzelt, umso tiefer die Reise der kleinen Flüssigkeiten geht. Und es fließt immer wieder ein wenig nach. Reflexartig wische ich es weg, weil es auf meiner zarten Haut unerträglich kribbelt wie ein kleiner Marienkäfer.
Nun habe ich meine Aufmerksamkeit mehr den einzelnen Tränen zugewandt, so dass in diesem Moment der Auslöser dafür immer mehr aus meinem Bewusstsein verschwindet. Allmählich beruhige ich mich, fühle mich leichter. Eine letzte Träne verirrt sich auf meinen Lippen und ich schmecke ihr Salz. Es erinnert mich an das Meer, an dem ich schon so lange nicht mehr war. Ich vermisse, wie das frische Wasser an einem heißen Tag meinen verschwitzten Körper umspült. Und wie salzig die Haut hinterher schmeckt. Beinahe wie meine kleinen Tränen - ein Stück Ozean aus meinen Augen.
Doch selbst, wenn ich nicht am Meer baden war, hat meine Haut einen leicht salzigen Geschmack, denn nicht nur aus den Augen fließt zart gesalzenes Wasser, sondern auch aus jeder einzelnen Pore der Haut. Unser ganzer Körper lebt von dieser Würze. Wir sind Geschöpfe aus dem Ozean und den Geschmack haben wir niemals verloren. Dies ist das Milieu in dem sich jede unserer Zellen wohl fühlt. Anders könnten wir nicht existieren. Ist das der Grund, warum wir das Meer so lieben? Warum wir uns dort hin gezogen fühlen? Einst waren wir dem Meer entstiegen, dort, wo alles Leben begonnen hatte. Sein Aroma steckt noch immer in unserem Körper.
Sicherlich hat dieses Gewässer eine heilende Wirkung. Mir wird es gerade ganz klar. Da meine Tränen nicht ausreichen, um meine seelischen Wunden zu schließen, weiß ich jetzt, dass ich das Meer besuchen muss! Ich könnte die Kraft aus ihm schöpfen, die ich verloren habe. Ich möchte mich wieder seiner Strömung hingeben, die Flut um mich herum fühlen, mich von seinen Wellen überspülen lassen, bis ich mein Lachen wieder finde. Das Meer war der Ort, an dem ich meine glücklichste Zeit verbracht hatte. Niemals war ich heiterer als dort. Ich möchte den warmen Sand unter meinen Füßen spüren, wenn ich ohne Schuhe dem großen, endlosen Wasser entgegen schreite. Ich möchte die Hitze des Südens spüren, der mir den Schweiß auf meine sanft gebräunte Haut zaubert. Das Meer soll die Tränen all meiner Verbitterung wegspülen. Und nicht nur der Ozean wird meine verletzte Seele heilen können, auch die Sonne wird meine düsteren Wolken vertreiben, so dass mein betrübtes Herz in neuer Freude erstrahlen kann. Und wer weiß, vielleicht lerne ich sie dann endlich kennen, wenn nichts als sie allein zurückbleiben - die Tränen des Glücks.
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2634
Wie jeden Morgen machte ich mich fertig. Zog meine Sportsachen über und war im Begriff loszulaufen. Das lief ganz mechanisch . Ich kannte das Gefühl mich überwinden zu müssen so gar nicht. Um so erstaunter war ich das ich heute stockte.
Wo war mein unüberwindbarer Wille geblieben?
Was war anders als sonst?
Eigentlich nichts!
Bedeutete "eigentlich" nicht immer eine Einschränkung?
Sicher ist das genauso.
Dabei liebte ich doch das Gefühl, wenn sich langsam die Schweißperlen auf meiner Stirn bildeten und mein Haar feucht wurde. Ich begeisterte mich ganz besonders, wenn sich mein T-Shirt langsam mit Schweiß vollsog. Ganz besonders unter der Brust, denn das gab mir das Gefühl richtig gefordert zu werden.Meinen Geist freizupusten. Die Verbindung war und ist für mich eine Einheit! Je mehr mir diese Gedanken durch den Kopf schwirrten , desto mehr kam dieser Ehrgeiz zurück. Vor Erleichterung atmete ich nur noch tief durch......
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2555
Um acht Uhr kommt ein Taxi und holt sie ab, gegen zwölf bringt eins sie wieder zurück. Einmal in der Woche traf sie sich mit Freunden vom Stadtraum "achtzig plus", trug sorgsam Annektoten in einem Notizbuch zusammen. Damit ist jetzt Schluss. Die Stadt kündigte den Stadtraum. Der Zorn kocht, das Blut pocht, die Frau locht Briefe an den Bürgermeister. Der Blutdruck steigt, die Zeit neigt, der Stadtvater schweigt. Die Ratsversammlung weiss Rat aber keinen Raum; bietet Kinderstühle in der Kindertagesstätte aber die sind schon besetzt. Um acht Uhr kommt ein Taxi und holt sie ab, gegen zwölf bringt eins sie wieder zurück. Dreimal in der Woche trifft sie sich nun mit Leidensgenossen auf der Krankenstation "Dialyse plus" und läßt sich die Wut aus dem Blut filtern. Doch damit ist jetzt Schluss. Der Puls pocht, der Blutdruck kocht, der Friedhof locht Gräber am Rande der Stadt.
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2407
Körperflüssigkeiten, ähm.., aha!
..denke gar nicht dran, mich bei diesem Thema seltsam oder befremdet zu fühlen. Nee, mach ich nicht! Nee, diese Suppe ess ich diesmal ausnahmsweise nicht!
Dies würde ja nur meine Wellenlänge in Unordnung bringen, den PH-Wert verändern, Hormonausschüttungen und Körperflüssigkeiten verdutzt "ausrufen" lassen: He, was ist denn hier los?
So wie Körperflüssigkeiten gemäß ihrem jeweiligen natürlichen Aufenthaltsort, es womöglich nicht mögen, dass man sie anhaltend
unter die Lupe nimmt, oder sie formulierend und analysierend offen ausgedrückt werden, respektiere ich diesen mir irgendwo spürbaren wenn auch bestimmt von mir eingebildeten Flüssigkeitskollektiven Wunsch in mir.
Ich versuche dann mal dieser Aufgabe hier in innovativ kreativer Weise anders zu begegnen, wie weiß ich noch nicht, aber anders, als wie ich es eben noch, mit Schrecken (falsch) glaubte verstehen zu sollen.
Drei Minuten sind vergangen - mir fiel bisher noch immer nichts Brauchbares ein...
Die Chips sind fasst leer gefuttert - und noch immer nichts...
Nein, ich lass es jetzt klingeln, bin ja schließlich mitten in einer Aufgabe, oder gehe ich vielleicht doch besser ran...
Das Telefongespräch mit Anna war schön,
aber ich stehe noch immer ganz schön auf der Leitung.
Komm, komm, was soll´s sage ich mir, jetzt lass ich ihn raus, den Hammer. Wieso Hammer? Dass ich ausgerechnet mich soeben für diese Flüssigkeit entschieden habe - denn man kann sich ja auch für nur eine entscheiden, das hätte ich vorhin noch nicht einmal vermutet.
Aber ich tue es jetzt, ich schreibe über das Phänomen dieser schwindelerregenden Zahl an täglich produzierten Spermien. Es sind im Durchschnitt 66 Millionen pro Ejakulat. Und waren vor Jahren noch 100 Millionen durchschnittlich bei den männlichen Vertretern dieses Planeten.
Dann fand ich einen Artikel im Internet, auf den ich unbedingt in diesem Feld am Ende mit meinem Kommentar reagieren wollte und bereitete den Text dafür vor. Nachher nach meiner Registrierung war dieses Feld als Option völlig verschwunden, und mein Kommentar zum Glück zusätzlich in einer Worddatei gespeichert.
Und das ist er.
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Dass Frauen, wie die Wissenschaftler aus oben genannten Ergebnisgründen schlussfolgern, nämlich (archaisch) aus Gründen optimaler Fortpflanzungsfähigkeit, schöne Männer bevorzugen, kann ich zumindest gemäß der Ausführung nachvollziehen.
Des Weiteren oder allerdings beinhaltet meine vor Kurzem entwickelte und öffentlich vorgestellte Theorie folgenden zusätzlichen Standpunkt bezüglich der bei schönen Männern besonders aktiven Spermienproduktion.
Erster Hauptsatz meiner Theorie: Körperliche Merkmale sind die Entsprechung von geistigem, kognitivem und emotionalem angereicherten Erbgut, verankert, wie neue Forschungsergebnisse beinahe als Sensation betrachtet, beweisen, in Teilen der DNS.
2. Schöne Menschen oder in dem Fall schöne Männer sind, wie jeder Mensch, ebenfalls sozusagen momentane Linienendvertreter ihrer bisherigen Vorfahren.
Und wie oben von mir beschrieben ausgestattet mit - aufgrund aktiv wirkender Harmoniegesetze - ausgeprägten Charakter- und FähigkeitsAnlagen.
Wozu Kreativität und breit gefächertes Intuitionsdenken sowie breit gefächerte Kommunikationsfähigkeit zwischen den Zellen untereinander mit von der Partie sind.
Meine Theorie setzt hier im Wesentlichen an, und zwar: Die tägliche Spermienproduktion steht in engstem Zusammenhang mit täglich aktuell kognitiv und emotional aufgenommenen Eindrücken, welche gleichzeitig von Teilen der DNS aufgenommen, gelsesn, zugeordnet und gespeichert werden.
Ein Mensch mit ausgeprägten breit gefächerten Anlagen selektiert auf andere Weise, intensiver aus den täglichen Eindrücken als jemand mit weniger Kreativität und schwächerer ausgebildetem Anlagenpotential.
Der schöne Mensch oder Mann in oben beschriebenem Sinn, erfasst u. U. in assoziativer Weise andere oder im Grunde an Quantität mehr Eindrücken täglich, als ein anderer Mann, der als momentaner Linienendvertreter seiner Vorfahren seine Anlagen mit assoziativer Fähigkeit zur Komminikation unter den Zellen...schwächer ausgebildet hat.
Die Spermienproduktion orientiert sich über den momentan aktualisierten Wissens-Stand der DNS.
Die gemäß der Tageseindrücke quasi stets neue Updates am Downloaden ist.
Die Eindrücke beim Schönen spiegeln sich somit in einer besonders aktiven Spermienproduktion wider. Und auf die meisten Frauen wirkt bewusst wie in anderer Hinsicht archaisch unbewusst, ein Mann mit ausgereiften Anlagen aus oben von mir Beschriebenem stärker.
Da dieses stark ausgebildete Anlagenpotential grundsätzlich dem gezeugten Kind und somit den Nachkommen aus dieser Linie ja nur zugute kommen kann.
Wie in etwa die Sache mit der aufwärts oder abwärts kompatiblen Software.
Doch ich bin der Überzeugung, dass Partner jeweils unbewusst gewählt werden, die aufgrund gemeinsam am idealsten zur Übereinstimmung bringender DNS-Vorgeschichte beitragen und daher zueinander passen.
Um so durch die Zeugung eines weiteren Linienvertreters frühere Irrtümer und Fehleinstellung mit dem Griffel der Lebensgesetze zu korrigieren.
Denn Korrektur bewirkt Harmonieverstärkung und Harmonie drückt sich in Schönheitgraden aus.
geschrieben von Lisa Becker
Wahnsinn! Die Wissenschaft hat festgestellt, dass Wasser beweisbar Informationen zu speichern fähig ist und sozusagen verschiedene Charaktere unter Wassern bestehen.
Alle Körperflüssigkeiten bestehen aus Wasser, das einfach alles alles alles auf seinen uralten und weiten Wegen gemäß dieser Erkenntnis gespeichert - oder teils umgewandelt, wie auch immer - hat und grade mal bei uns vorbeischaut.
Danach, vom Körper wieder ausgeschieden, sei es über Tränen, Pippi oder was auch immer, ist diese Flüssigkeit noch einmal über von uns an es abgegebene Informationen reicher bzw. weiser geworden, klarer an Durchblick und Weisheit. Und wir an durch es an uns gegebene Informationen ebenfalls.
Vielleicht ist das gesamte Wasser dieser Erde in Wirklichkeit ein einziges Geist besitzendes Organ, welches untereinander kommuniziert und Informationen austauscht, bzw. Informationen ordnet, korrigiert, elementiert oder erweitert und versendet oder empfängt über seinen Freund, den Wind, der bekanntlich Träger der Luft ist und somit die Luft Träger von Wasser bzw. Luftfeuchtigkeit.
Somit würde dann das die Körperflüssigkeiten mitbildende Wasser nicht nur weise, sondern auch aktiv wissend sein.
Als wahres Wunder empfinde ich diese Möglichkeit, wenn Wasser, das uns auf seiner Reise durch Zeiten und Raum grüßend durchfließt und unsere Körperflüssigkeiten mitbildet, nicht nur Wassser wäre, wir es normaler Weise sehen, sondern ein Informationsträger, -empfänger-, -weiterleiter und -verwerter, der mit dem gesamten Wasser des Planeten, ob in Form von Wasser, Dampf, Feuchtigkeit, oder Eis, verbunden ist und funktioniert würde als im Grunde ein einziges Organ.
Und welches Wissen demnach dann unsere, - (unsere)denn manchmal gehören sie ja auch uns Frauen mit, - Spermien besitzen müssten.
Insofern kann das Sprichwort: Wissen ist Macht durchaus zum Tragen kommen während des Wettschwimmelns zum Ziel jener Spermienscharen, denn der unter ihnen, der über das aktuellste Tageswissen in Form des aktuellsten DNS-Update gemäß des planetarischen Gemeinschaftswissen am optimalsten verfügt und adäuat übriger Anlage-Weiterentwicklungs-Bedingungen geprägt ist, gewinnt wahrscheinlich, so meine derzeitige Vermutung,das Rennen, das Schwimmen oder die Chance, auf dem Fluss des Lebnes sein die gesamten Elemente betreffend passendes Drehbuch zu leben und andere daran so konstruktiv wie möglich teilhaben zu lassen.
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2234
„Niemand, ihr Freunde,
tötet mich listig,
schon gar nicht gewaltsam“
(Homer / Odyssee 9,412)
POLUFEM FILOSOFOS
Dann stießen sie zu
und mühelos dran
der feuergehärtete
Pfahl mit rotglühender
Spitze in´s Auge dem
schlummernd schnarchenden Polyphem,
inselbehausendem starken Zyklopen.
Gallert und Blut schäumten hervor
aus der Öffnung
kahlköpfiger Stirne!
Flossen erdwärts nieder zum Staube,
sich mischend daselbst
mit Erbrochnem und den Resten des Gastmahls,
von welchem, des Weines berauscht,
der Riese hintan war gesunken,
aufs Kissen geworfen -
und unendlich müde
vom weidenden Tagwerk
auf sonnenbeschienenem Eiland.
Ängstlich verharrte das Hornvieh
schnupperte staunend den neuen Geruch,
der sich gleich auszubreiten begann,
schaute verlegen, scharrte unschlüssig
mit zagenden Hufen
die spärlichen Halme am Boden der Höhle.
Odysseus aber, mit seinen Gefährten,
sprang rasch und behänd aus der Nähe der Fäuste,
welche vor Schmerz den Erdboden schlugen.
Nicht, daß sie rafften
die Bewirker des Unheils
in zornblinder Wut,
und zu strafen die Täter.
Polyphemos aber, Poseidonerzeugter,
riss aus sich den Spieß
und warf ihn weit von sich
und starrt mit vom Auge
entleereter Höhle
ins Dunkel der bergenden Grotte,
wo dieses geschah.
Beginnt bald zu lachen,
die felsigen Wände verdoppeln die Worte:
„Odysseus, du listenverschlagenes Menschlein.
Nun, da das Auge du nahmst mir mit Trügen
sehe ich besser und deutlicher alles, -
denn ohne das Auge: Die ewige Wahrheit.
Sehe dein Schicksal, die Herkunft, das Ende.
Laß sie dir künden von Polyphem jetzt,
der nun zum Seher geworden wie Kalchas!
Teiresias, K´ssandra, wie sie auch heißen,
priesen sich glücklich
bei mir noch zu lernen!“
Freundlich erklang da
das Meckern der Ziegen,
das Blöken der Schafe.
Flackernden Feuers
erlöschende Flämmchen
werfen des ragenden Riesenleibs Schatten
dort an die Höhlenwand, kannst du es sehen?
diese belebt sich zum schaurigen Schauspiel:
„Was das Auge mir wehrend verstellte,
- denn wie ein Vorhang verhüllt es die Wahrheit,
sehe ich jetzt – nicht sehe! Ich SCHAUE!
Beim Urvater Zeus! Ich weiß es sibyllisch.
Du wirst das Opfer
all deiner Listen.
Du bändigst Gewalten -
so bannst du Gewalt, die dich bindet.
Titanen betrügst du,
- Trug trägt dich dahin.
Wo es nicht Halt gibt,
hältst du dich auf.
Und, was du auch siehst,
daran siehst du dich blind!
Fühle und spüre!
ich öffne jetzt dir
hier dieser Grotte
fluchweite Türe.
Fahre dahin -
in unserem Spotte!“
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2208
Körperflüssigkeiten, ein schlüpfriges Thema in des Wortes wahrster Bedeutung? Oder als Thema nur einfach ungewohnt? Wohl eher letzters.
Also fasse ich mal zusammen: Beim Golfspielen fließt der Schweiß und nach der Lebensmittelvergiftung vor einigen Wochen gab der Körper Flüssigkeiten von sich (und zwar aus allen Öffnungen) daß ich mich gefragt habe, woher er die nur alle nimmt. Am Ende des Tages sah mein Gesicht aus wie eine zusammengeknüllte Butterbrottüte. Und es hat einige Tage gedauert, bis alle Depots soweit wieder aufgefüllt waren, daß mein Gesicht wieder meines war.
Irgendwie eiere ich um das Thema herum. Es scheint mir und meiner sonstigen Schreibfreude unbehaglich. Warum? Ich weiß es nicht genau aber ich werde einige andere Übungen zum Thema machen, bis der Stift (bzw. die Tastatur) nicht mehr so zögerlich ist.
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2202
Ich hatte es schon vier Tage nach der Operation gemerkt, dass etwas nicht stimmte. Es gab zwischen den Beinen Ausfluß und Nässe, aber nicht die üblichen Wundsekrete, die für eine Operationswunde normal sind, sondern es brannte auf der Haut und zwischen den Beinen.
Scheisse, dachte ich, jetzt ist der Darm wieder aufgegangen. Ich teilte meine Vermutung der Schwester mit. "Ja, ich rufe einen Arzt", brummelte diese. Erst am nächsten Tag kam eine junge Ärztin und sah sich die Wunde an. "Das sieht ja nicht besonders gut aus," erklärte sie fachmännisch. Ich konnte dazu nichts sagen, da ich die Wunde nicht sehen konnte. " Das sollte sich der Oberarzt ansehen. Der Oberarzt war der Chirurg, der mich operiert hatte." Ja",sagte ich " aber es ätzt ziemlich und ich habe das Gefühl, dass sich die Fäden lösen. " Nein, " sagte sie beruhigend, "noch ist alles intakt, es ist lediglich ein kleines Loch da, das wir vielleicht nachbehandeln müssen". Ich denke, die hat ihre Ausbildung und wird schon wissen, ob alles o.k. ist. Ein Tag später kam der Oberarzt. " Ich habe gehört, sie haben Ausfluß" sagte er fröhlich. " Dann wollen wir doch mal sehen". " Oh," meinte er dann, " das siehr ja nicht gut aus, da müssen wir noch einmal ran, die Narbe scheint aufgegangen zu sein".Ich hatte immer noch gehofft, dass das ,was da unten rauskam keine Darmflüssigkeit war, aber jetzt fragte ich nur frustriert: " Was heißt das ?" " Ja, wir müssen leider noch einmal operieren. Sowas kommt leider immer wieder mal vor. Vielleicht war der Darm nicht ausreichend mobilisiert." Dieser letrzte Satz, so wurde mir später erst klar, war der entscheidende Hinweis darauf, das gepfuscht worden war. Ich hatte eine Fistel am Dünndarm, die aufgegangen war und dabei einen Riß am Dünndarm verursacht hatte. Eigentlich ist ein Riß im Dünndarm in grösseren Kliniken eine Routineangelegenheit. Nun gut , ich habe Morbus Crohn, das ist diese Krankeit, bei der man ständig starken Durchfall hat und sämtliche Toiletten der Umgebung kennt. Und nun hatte der Herr Oberarzt versucht, das ganze einfach behelfsmäßig zu erledigen, indem er nur den entstandenen Riß zunähte, aber nicht -wie erforderlich gewesen wäre- das Stück Darm mit dem Riß gänzlich zu entfernen und die sauberen Darmenden wieder zusammen zu nähen. Gleichzeitig hätte er den umliegenden Darm zur Vermeidung von Spannungen mobilisieren müssen, d.h. von Verklebungen und Verschlingungen befreien müssen. Na ja, das hätte wohl etwas länger gedauert, und vielleicht wollte er nach Hause. Da man mir beim Intubieren meine Stimmbänder ramponiert hatte, konnte ich auch nicht viel dazu sagen sondern nur flüsternd meinen Mann anrufen. Dieser forderte nach Rücksprache mit mir eine sofortige neue Operation. Aber der Oberarzt versicherte, man habe Zeit und am Freitag seien auch keine Operatiostische mehr frei. Am Wochenende wird nicht operiert und am Montag habe er einen Termin. Also wurde der Operationstermin auf Dienstag festgelegt. Bereits am Samstag musste ich jede halbe Stunde neu verbunden werden, weil der agressive Dünndarmsaft meine Haut und alles andere angriff und wegätzte. Am Dienstag mussten sie dann das völlig zerfressene Fleisch zwischen meinen Beinen wegschneiden, sodass eine großes Loch, eine riesige Wunde entstand, die man nicht mehr mit einer Naht schließen konnte. Sie wird nun ständig tamponiert mit Operationstüchern und man hofft, dass sie langsam von innen zuwächst. Dadurch bin ich jetzt ein Pflegefall, bin zwar zu Hause, aber jeden Tag kommt jemand zum Tamponieren und verbinden.
Wir haben uns schlau gemacht, mit einem auf ärztliche Kunstfehler spezialisierten Anwalt gesprochen. Dies waren medizinische Ermessensentscheidungen sagt er. Ärzte habe nach den üblichen Regeln der ärztlichen Kunst Entscheidungen zu treffen und dabei haben sie einen Ermessensspielraum. Dadurch bin ich nur noch Ausschuß, irgendwie aus der Produktion herausgefallen, weil einer sein Ermessen ausgeübt hat. Jetzt liege ich hier auf der Ausschußhalde und irgendwo operiert gerade der Herr Oberarzt, übt sein Ermessen aus und bald fliegt wieder ein Stück Ausschuß auf die Halde. Herr Oberarzt, wir wünschen Ihnen eine schönen Feierabend. Hoffentlich waren Sie rechtzeitig zu Hause.
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1900
Scheiß Traum! Was ist da so feucht? Das muss vom Schwitzen sein. Eine Stunde noch, dann muss ich aufstehen. Es ist so feucht. Soll ich gleich aufstehen? Nein, ich will nicht. 55 Minuten noch. Ich bin so müde, möchte einfach nicht aus dem Bett. Richtig einschlafen kann ich auch nicht mehr.
Diese Feuchte! Sie ist nicht überall, nicht gleichmäßig verteilt im Bett. Wohl nur an einer Stelle geschwitzt. Kaum wage ich mich zu regen. Mein Bettgenosse hat sich über meinen unruhigen Schlaf bereits öfters beschwert. Ach, der soll bleiben, wo der Pfeffer wächst. Wenn's ihm nicht passt, kann er nach dem Sex in seine Wohnung fahren. Ich brauch ihn nicht. Auch andere Mütter haben potente Söhne.
Ist mir egal, ob er aufwacht. Ich stehe jetzt auf, halte es nicht mehr aus. Wo kommt nur diese Feuchte her?
Endlich finde ich den Lichtschalter. Das Licht geht an. Mein Bettgenosse erwacht nicht. Was für ein tiefer Schlaf!
Ich schlage die Decke zurück - und finde die Ursache für die Feuchtigkeit.
Blut.
Von Bauch und Penis ist nicht mehr viel zu erkennen. Liegt's nur am Blut? Jedenfalls gibt es eine Menge davon. Kein Wunder, dass er nicht aufwacht.
Der Scheiß war kein Traum.
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1841
Zu lange gewartet .
Die Einladung kam plötzlich. Dass sie ihm viel bedeutete, ja dass er sie begehrte, hatte Friedhelm im Laufe der Zeit immer schlechter verbergen können, nicht vor den Kommilitonen und nicht vor ihr selbst. Aber Inge behandelte ihn so wie alle anderen in dem Freundes- und Arbeitskreis, der sich innerhalb der Kommilitonen schon Ende des Ersten Semesters herausgebildet hatte und gelegentliche Kneipenbesuche und Ausflüge einschloss. Es war nun schon länger her, anlässlich einer Arbeitspause, bei einem ihrer wenigen persönlichen Gespräche überhaupt, dass sie sich von ihrem Interesse an klassischer Musik erzählt hatten, er von seinem leider nur mäßigen Klavierspiel und sie davon, dass ihre Mutter unter ihrem Mädchennamen eine bekanntere Konzertpianistin gewesen sei, die gelegentlich noch Hauskonzerte veranstalte, mit ihren Schülern, aber auch mit bekannteren und guten Leuten von den Philharmonikern und vom Theater.
Umso überraschender war dann ihr Anruf Anfang dieser Woche gekommen. Ungewöhnlich freundlich und gesprächig war sie gewesen, als sie ihn zum heutigen Adventskonzert einlud – „mit interessanten Leuten“. Wie in Trance hatte er zugesagt, verlegen herumgestottert und sich nur ungenau nach dem Weg erkundigt.
Und jetzt musste er schleunigst das Gartenhaus in der Friedensstraße 15a finden; in einer Viertelstunde begann schon das Konzert. Hinter sich hatte Friedhelm schon eine
fast einstündige Straßenbahnfahrt, fast von einer Endhaltestelle zur anderen , und einen längeren Irrweg an einem stillgelegten Fabrikgebäude und offensichtlich unbewohnten Häusern vorbei. Schließlich war er auf einer morastigen Wiese gelandet und hatte seine guten Schuhe, wahrscheinlich auch seine Hosenbeine beschmutzt. Auch war Friedhelm inzwischen ganz verschwitzt. Wie würde er nun unangenehm auffallen in dem illustren Kreis, in den er eingeladen war! Sollte er nicht besser zur Haltestelle zurückzukehren und nach Hause zu fahren? Welch lächerliche Figur würde er in diesem Aufzug in dem illustren Kreis abgeben, in den er eingeladen war, und Inge würde ihn bestimmt nie mehr anschauen.
Aber sein Trotz siegte: So aufgeben, was ihm vor fast einer Woche so wunderbar ins Haus geflattert war und ihn seither beschäftigte? Noch konnte es ein schöner, ein wichtiger Abend werden!
Und ein Klo würde es dort schließlich auch geben; denn der Druck in seiner Blase, den er schon seit der Straßenbahnfahrt spürte, wurde immer stärker, unangenehmer. Den Gedanken, sich hier einfach auf der dunklen Wiese zu erleichtern oder an einer dunklen Straßenecke, ließ Friedhelm fallen. Wie leicht könnte gesehen werden, von einem der Häuser, in deren Nähe er inzwischen wieder geraten war, von einem Passanten, oder sogar von einem ebenfalls verspäteten Konzertbesucher!
Also ging Friedhelm zurück, es war schon eher ein Stolpern auf unebenem Grasboden, und er musste sich im jetzt fast völlig Dunkeln ungefähr die Richtung ertasten, aus der er vorhin gekommen war, immer auf der Hut vor einem Ausrutscher. Und plötzlich trat er auf Asphalt. Richtig, das musste die reguläre Straße sein, von der er vorhin abgewichen war. Das war sie! Er hielt sich links und sah nach einigen Schritten eine weitere Nebenstraße, die wieder nach links abbog. Auf sie fiel ein schwacher Lichtschein, und er sah ein Namensschild, das schief vom Zaun herunterhing und kaum noch lesbar war. Er trat näher. Mühsam las er Frie..densstraße. Das hatte er vorhin übersehen.
Jetzt ging Friedhelm schneller, lief fast, vorbei an einer längeren Industriebrache ( wo der Drang, hier einfach hinzupissen, nochmals erwachte!). Und plötzlich fiel ihm ein fast ganz im Dunkel liegendes, lang gestrecktes Haus auf. Näher tretend, gewahrte Friedhelm einen hellen Lichtschein hinter dem Gebäude Jetzt trat er noch näher, ganz nahe und entdeckte mühsam zuerst ein Nummernschild 13a und dann noch einen kleinen, schon halb verwitterten Zettel. Auf dem wies ein doppelter Pfeil zum Gartenhaus. Friedhelm stolperte, rannte schon fast über eine dunkle Wiese um das finstere Haus herum; und plötzlich wurde es hell; er hörte Stimmen und erkannte endlich das Gartenhaus. Friedhelm lief auf die Tür zu und drückte die Klingel, ohne weiter nachzudenken.
Drinnen verstummten plötzlich alle Stimmen. Dann rührte sich zunächst nichts. Nach endlos scheinenden Sekunden schlürfte endlich jemand heran. Schimpfte leise vor sich hin und schloss endlich umständlich auf. Eine hübsche jüngere Frau, festlich gekleidet, schaute ihn an.., erst einfach genervt, dann entsetzt, nachdem ihre Augen an ihm herunter geglitten waren. Jetzt fiel ihm wieder ein, dass er schrecklich aussehen musste. Brüsk unterbrach sie Friedhelms stammelnde Erklärungsversuche. Mit einem hastigen „Es geht gleich los!“ deutete sie nach einem halb geöffneten, anscheinend größeren Raum, aus dem ein leichter Lichtschein fiel und jetzt wieder leise Stimmen drangen, während vorher noch erwartungsvolle Stille geherrscht hatte. Keine Möglichkeit, mehr nach dem Klo zu fragen!.
Und alle schauten auf IHN, als sie hineingingen, die überraschend vielen, meistens festlich gekleideten, eher älteren Leute, fast alle streng und mit Tadel im Blick. Und auch der Sänger, den er wohl vom Beginn seines Vortrags abgehalten hatte, warf ihm einen ärgerlichen Blick zu.. Und gleich dahinter, spielbereit, eine Dame mittleren Alters, immer noch sehr schön, routiniert genug, statt auf die schon aufgeschlagenen Noten jetzt auf ihn zu blicken und ihn mit einem Blick, kurz, aber total zu verwerfen, nicht nur – das spürte er genau - wegen seines Zuspätkommens und momentanen Aussehens, sondern hinsichtlich allem, was er war und jemals hätte werden können („Der da, dieser komische Kerl, ist ein Bekannter von Inge?!) Sie entdeckte Friedhelm erst auf den zweiten Blick, irgendwo ganz am Rand, in der zweiten Reihe.
Hastig schoben ihn die Leute auf einen einfachen Schemel am äußersten rechten Rand des langen Saales. Und schon begann der Sänger: „Ich komme vom Gebirge her..“. Sofort war Friedhelm weg, weg aus diesem Raum. Er spürte nicht mehr seinen unbequemen, wahrscheinlich verschmutzten Anzug Er war weg von seiner eigenen Aufgeregtheit, weg von Inge, die hier ganz in seiner Nähe saß, ihn aber überhaupt nicht beachtet hatte; ja jetzt spürte er nicht einmal mehr den Druck in seiner Blase.
Das war sein Lieblingslied. Zwar liebte er die meisten Schubert-Lieder; beim „Wanderer“ sprach ihm aber auch der Text aus der Seele..“ Ich wandle still, bin we-nig froh, und im-mer fragt der Seufzer: wo?“ Und „ was sie re-den, lee-rer Schall, ich bin ein Fremd-ling ü-ber-all-„ Und schließlich: „Dort, wo du nicht bist, dort ist das Glück!“. Traf das nicht alles auch auf ihn zu, soweit er überhaupt zurückdenken konnte?
Allererste Klasse war er nicht, der Sänger hier: zu laut dröhnend, zu undifferenziert, mit keinem rechten Bezug zur Dichtung. Kein Vergleich mit den Sängern, die er im Konzert und im Radio schon gehört hatte oder von Schallplatten her kannte. Und auch sie spielte nicht perfekt, ihre Mutter,, die früher eine große Schönheit gewesen sein musste ( noch schöner als Inge jetzt !) und deren souveränes, distanziertes Verhalten ihn einschüchterte. Aber auch sie spielte zu undifferenziert, zu wenig textbezogen und dem schönen Lied insgesamt nicht ganz angemessen. Aber immerhin begleitete sie den etwas beleibten Tenor geläufig und sicher. So konnte sich Friedhelm mit ehrlicher Begeisterung an dem lauten, nicht enden wollenden Beifall beteiligen, der am Ende losprasselte, durchsetzt von lauten Bravorufen. Und ihre Mutter, das bemerkte er wohl, registrierte es aufmerksam, dass er lebhaft applaudierte.
Als Friedhelm aber aufstand, um sich einen Weg durch die eng beieinander sitzende Versammlung zu bahnen und dort draußen auf dem langen Gang ein Klo zu suchen, stoppte ihre Mutter den Beifall jäh und rief die nächste Schülerin ans Klavier. So setzte er sich wieder. Eine längere Pause musste doch kommen! Die Schülerin spielte eine bekannte Prélude von Chopin mit erstaunlicher Geläufigkeit und Eleganz. Dicht dahinter kamen zwei jüngere Schülerinnen.
Dann aber hielt Friedhelm es einfach nicht mehr aus. Bevor noch der nächste Schüler, wieder ein etwas älterer Mann, beginnen konnte, erhob er sich eilig und schlängelte sich durch die erwartungsvollen Gäste. Der Sänger reagierte irritiert und Inges Mutter ärgerlich:. „Na, was ist denn?“. Gleich konzentrierte sie sich wieder auf ihre Noten. Sein fragender Blick zur Tür hin blieb völlig unbeachtet.
So hastete Friedhelm einfach durch die Eingangstür zurück auf den Gang hinaus und suchte von sich aus die Örtlichkeit, nach der es ihn seit langem drängte. Zwei Türen führten nicht zum Ziel, sondern in ein Schlafzimmer und in eine Art Rumpelkammer. Die dritte Tür könnte die richtige sein Aber die war verschlossen. Als er die Klinke noch einmal herunterdrückte, erntete er nur ein lang gezogenes und leicht befremdetes „Mo..ment“. Jetzt ging er noch ungeduldiger im Gang hin und her. Die Frau da drinnen sollte ruhig merken, wie dringend sein Bedürfnis war! Und die da drinnen, wo das Programm anscheinend ununterbrochen weiterging, sollten sich ruhig gestört fühlen. Ihm war inzwischen alles egal, und er hasste sie alle, auch sich selbst wegen seiner Unbeholfenheit! Was sollte er denn jetzt noch machen?
Das Gebäude war einstöckig. Mehr Räume gab es offensichtlich nicht. Die Klotür öffnete sich einfach nicht, dafür mit einem Male die Salontür, hinter der das Konzert stattfand.. Heraustrat lächelnd, freundlich wie noch nie, Inge. Er stürmte auf sie zu, entschlossen , sie, koste es, was es wolle, nach einer Toilette zu fragen. Aber Inge ließ ihn erst gar nicht zu Wort kommen. Zog ihn stattdessen energisch in den Saal zurück, wo ihn alle erwartungsvoll anschauten. „Hier, Friedhelm spielt auch Klavier“!. Und zu ihm: „ Du musst jetzt was spielen! Das ist bei uns so Sitte: Jeder, der was kann, muss beitragen!“. Und bevor er irgendetwas entgegnen konnte, zog sie ihn zum Klavierschemel (Und er spürte sie zum ersten Mal so nah!). Und die Mutter ergänzte nachdrücklich: „Na dann los! Wir sind gespannt !“.
Das also war nun das Ergebnis ihres damaligen Gespräches über Musik! Vielleicht hatte er nicht genügend betont, welch ein Stümper er im Grunde war: Immer wieder, jahraus, jahrein,
die gleichen Menuette und leichteren Sonatinen, wenn er einmal in die Nähe eines Klaviers kam und dann Zeit und Lust hatte, und immer wieder die gleichen Fehler. Und auswendig so gut wie nichts! Aber seine Hände lagen schon auf dem Flügel. Friedhelm grübelte. Dann spielte er einfach darauf los, wie er manchmal zu Hause spielte.. Er versuchte „Pour Elise“ von Beethoven zusammenzustöpseln, viel zu langsam, mit einigen Fehlern (wie er selbst merkte). Auch beschränkte er sich auf die Hauptmelodie der rechten Hand. Die Reprise geriet nicht besser, und dann wusste er nicht weiter und brach einfach ab. Peinliches Schweigen im Saal. Friedhelm blickte nicht auf. Jetzt wollte er es wissen und hämmerte wütend den „Wilden Reiter“ von Robert Schumann auf den Flügel, den er (das fiel ihm erst jetzt ein) eigentlich ganz gut auswendig konnte, jedenfalls in der einfachen Fassung aus seinem Anfängerheft. Das Schweigen war nun noch peinlicher. Und Inge sagte fast zynisch und sichtlich enttäuscht. „Na, der Gaul humpelt ja noch ziemlich“.
Und dann war es passiert. Zuerst wollte Friedhelm es selbst nicht wahrhaben, war er wie gelähmt:
Über sein gewaltsames Klavierspiel hatte er die Kontrolle über seine volle Blase ganz verloren, und nun floss einfach alles aus ihm heraus und wollte gar nicht mehr aufhören, während er hier neben Inge und deren strenger Mutter saß. Friedhelms Unterhose füllte sich immer mehr mit klebriger Nässe. Inge und ihre Mutter verstanden erst gar nicht, was vorging, was vorgegangen war. Dann erstarrten sie vor Entsetzen. Inge unterdrückte einen Schrei. Im Saal verstand man nicht, was vorgefallen war.
Nach einigen Sekunden der Lähmung rannte Friedhelm einfach hinaus, ohne sich um die Vorgänge im Salon weiter zu kümmern. Zuerst wollte er noch einmal schauen, ob die Toilette jetzt geöffnet war, aber dann ergriff er einfach seinen Mantel, rannte zur Tür hinaus, schmiss die hinter sich zu, rannte zur Straße hinaus, rannte und rannte in die Richtung, in der ungefähr die Straßenbahnhaltestelle liegen musste, rannte immer weiter von diesem schrecklichen Salon, von diesem schrecklichen Haus, von allen seinen Illusionen weg.
Hallo Lillilu! Etwas verspäteten herzlichen Dank für Deine Reaktion (da merke ich doch wenigstens, dass ich von irgendjemandem gelesen werde!) und die insgesamt eher positive Kritik. Deine zwei Beispiele kann ich aber bis jetzt nicht nachvollziehen ( bin vielleicht zu blockiert; vielleicht kannst Du nochmals kurz nachfassen!): Den Perspektivenwechsel sehe ich bis jetzt nicht: Was genau kann Friedhelm wann nicht wissen? "Mein Friedhelm" hat von vornherein ein sehr gespaltenes Verhältnis zu seienm Klavierspiel, weie auch zu der eigentlich "unerreichbaren" Inge: Im Grunde weiss er, dass er nur klimpern kann; a.G. seiner Liebe zur Musik will er das aber nie ganz wahrhaben. So kann es, in der damaligen besonderen Gesprächssituation, leicht passieren, dass er seine "Kunst" erwähnt - auch auf der Suche nach "Vorzeigenswertem" und "Gemeinsamem". Und so nimmt die "Tragödie" im Grunde schon ihren Lauf. Nochmals vielen Dank und alles Gute. Es würde mich freuen, wieder von Dir zu hören! Bellarmin
Hallo Bellarmin, dies ist eine spannende Geschichte, die kafkaeske Züge trägt. Das Beste ist dieses Umherirren und Suchen und dieses düstere Bild, das du heraufbeschwörst. Einmal hast du die Perspektive gewechselt, wodurch ich den Faden beim Lesen verlor:Sie entdeckte Friedhelm erst auf den 2. Blick... Das solltest du ändern, denn von Friedhelms Perspektive kann er dies nicht wissen. Mit dem Schluss bin ich auch nicht so einverstanden - ich hatte den Eindruck, dass Friedhelm sich gar keinen Illusionen hingibt, zumindest nicht, was sein schlechtes Klavierspielen betrifft. Lieben Gruß von Lillilu
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1834
Körperflüssigkeiten ...
„Ach, Schwesterchen, das tut mir ja so leid!“, flüsterte der schwerkranke Mann. Er hatte nach mir geklingelt. Ich war schon im ersten Lehrjahr.
Eigentlich wollte ich Kindergärtnerin werden, aber die Ausbildung in der DDR Kirche war nicht staatlich anerkannt. Meine Mutter wollte, dass ich einen Abschluss mit Staatlicher Anerkennung heimtrage. Also ging ich in ein Krankenhaus, um Krankenschwester zu lernen.
„Das ist doch auch ein schöner Beruf; da hast du auch mit Menschen zu tun,“ hatte mir meine Mutter gesagt und nun stand ich hier.
Der Ekel schnürte mir die Kehle zu. Der halbe Liter Wasser, auf dem im Sputumglas das aus der faulenden Raucherlunge hochgeholte gelbgrüne glitschige Zeug trieb, lag, mit samt den Glasscherben, die die Flüssigkeiten sonst zusammen hielten, über Teile des Fußbodens des großen Krankenzimmers verteilt. Das Wasser hatte gereicht, um diesen glitschigen Ekelsaft im Zimmer großflächig zu verteilen.
Immer wenn ich mich zu diesem Flüssigkeitsbrei bückte, stiegen meinen inneren Säfte mir ins Gesicht. Mit Zellstoffbergen versuchte ich dieses unfassbaren Flüssigkeitsgemisches Frau zu werden.
Das Wasser kam bereitwillig in der Zellstoff, aber das glitschige Sputum wollte auf dem Boden verteilt bleiben. Erst als ich den halben Liter Wasser mit Zellstoff vom Boden gehoben hatte, konnten sich der weiße Zellstoff und das gelb grüne Sputum an einander binden. „Ach, Schwesterchen, das tut mir ja so Leid!“
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1823
KÖRPERFLÜSSIGKEITEN
Nur mühsam tauchte ich aus den Tiefen meines Traumes auf.
Ich träumte, dass ich wieder in der Schule war, in der Grundschule sogar. Wir hatten gerade Fahrradprüfung und gleich sollte ich an die Reihe kommen.
Aber vorher musste ich ganz dringend auf Toilette. Also lief ich los und suchte eine. Ich lief durch zahllose Gebäude. Nichts. Vielleicht könnte ich hinter einen Busch? Unmöglich! Überall liefen Leute herum, die mich sehen würden.
Das Schicksal ist so ungerecht zu Mädchen! Jungs haben diese Probleme nicht. Die können sich an einen beliebigen Baum stellen. Die können sogar Wettbewerbe veranstalten, wer weiter kann, oder wer genauer zielt.
Aber, was half es. Ich rannte, so gut man mit zusammengepressten Beinen rennen kann, weiter.
Da! Endlich hatte ich ein Toilettenhäuschen gefunden! Jetzt Augen zu und Ekel unterdrücken.
Gerade, als der erlösende Urinstrahl kommen wollte, schickte mein Unterbewusstsein einen Dringlichkeitsvermerk an mein Bewusstsein. „Aufwachen!! Das ist jetzt kein Traum mehr!“
Zum Glück funktionierte die Leitung und ich wachte auf.
Das war nicht immer so. Als kleines Kind lief der Traum wie ein Film weiter und ich wachte erst am nächsten Morgen in einem nassen Bett auf.
Nun saß ich also verschlafen auf dem Klo und ließ erleichtert den Urin laufen. Und laufen und laufen. Meine Blase war wohl sehr voll. Es lief weiter. Pure Erleichterung!
Es lief immer noch. Erstaunlich, was in so eine Blase hineinpasst. Ich versuchte, mir die Menge vorzustellen. Ob man wohl auf einen Liter käme?
Es lief immer noch.
Schon komisch irgendwie.
Durch Zusammenziehen der Beckenbodenmuskeln wollte ich probehalber den Fluss stoppen.
Keine Wirkung.
Das war jetzt aber wirklich irritierend.
Es lief unvermindert weiter.
Sollte ich doch noch träumen?
Oder war das etwa gar kein Urin?
War es etwas anderes??
Fing es jetzt an???
Ich rief nach meinem Mann. Er war sofort wach und wir schafften es rechtzeitig ins Krankenhaus.
Und neun Stunden, nachdem die Fruchtblase geplatzt war, hielt ich meinen kleinen Sohn im Arm.
Hallo Veronika, solch einen Traum hatte ich im Grundschulalter - leider bin ich im Traum auch aufs Klo gegangen und habe in der Wirklichkeit mein Bett vollgepillert. Jette
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1802
Ich liege in der Badewanne, das warme Wasser läuft ein. Reflexartig meldet sich meine Blase. Ich denke an Carmen Thomas und ihre berühmte Sendung "Urin – ein ganz besonderer Saft". Urin soll ja für alles Mögliche gut sein und gegen alles Mögliche helfen. Sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet.
Als ich neulich nach dem Wandern über Blasen klagte, meinte Christian, seines Zeichens Unternehmensberater und alter Pfadinder: "Soldaten pinkeln in ihre Stiefel, wenn sie Blasen an den Füßen haben. Das hilft." Wenn Christian das sagt, klingt das unverdächtig – er wirkt auf mich nicht wie ein esoterischer Spinner und riecht auch immer ganz gut, wenn ich ihn treffe.
Also gebe ich meinem Drang nach. Ein gewisser Widerstand ist noch zu überwinden – der Wasserdruck lässt ein einfaches Fließenlassen nicht zu. Ich muss es wollen, wirklich bewusst wollen. Mit einem entschiedenen Impuls öffne ich die Schleuse und lasse lustvoll eine gelbe Wolke zwischen meinen Beinen wachsen. Sie vermengt sich mit dem einlaufenden Badewasser, wird blasser und blasser. Das Badewasser bleibt ziemlich klar, wenn jetzt jemand hereinkommt, wird keiner merken, dass ich in die Wanne gepinkelt habe. Riechen tue ich auch nichts. Ich schäume mir die Haare mit Shampoo ein, schnuppere. Das riecht auf alle Fälle stärker als auch nur der leiseste Hauch von verdünntem Pipi in der Wanne. Gut. Wohlig räkele ich mich in der Wanne, sinniere noch ein wenig über Eigenurineinreibungen gegen Neurodermitis nach. Ich tue mir heute Morgen etwas richtig gesund Gutes!
Dann ist es an der Zeit, die Wanne zu verlassen und mich dem Zähneputzen, Haare fönen und Anziehen zu widmen und in den Tag zu starten. Schade, das morgendliche Bad ist einfach das Beste an einem Montagmorgen.
Ich fröstele leicht, und wickle mich in das riesige Badetuch aus den sechziger Jahren, hellblau mit weißem Rankenmuster und blassrosa und blassgelber Borte. Als ich zum Zähneputzen über das Waschbecken gebeugt stehe, spüre ich, wie ein warmes Rinnsaal an meinen Beinen herunter rinnt. Ich denke nach – Blut kann es nicht sein – ohne Gebärmutter ist eine Blutung unwahrscheinlich. Pipi auch nicht – ich habe mich doch gerade erst in der Wanne entleert ...?! Ich schaue auf die weiße Badematte. Ein Wasserfleck. Offensichtlich ist nur ein Rest Badewasser aus meiner Scheide geflossen. Gott sei Dank, ich bin noch nicht inkontinent. Ich trockne mich weiter ab, föne meine Haare, creme mich ein. Dann öffne ich das Badezimmerfenster, um beim Wanneputzen nicht in Schweiß auszubrechen. Kühle Luft strömt herein und lässt mich an den Schultern und im Rücken leicht frösteln. Meine Nase meldet sich sofort und beginnt sturzbachartig zu laufen. Es müssen Pollen in der Luft liegen, die ich nicht vertrage. Schon hängt ein langer Faden Schleim aus meiner kribbelnden Nase und ich schnäuze mich in die bloße Hand. So schnell ist einfach kein Taschentuch zur Hand. Ich spüle die Hände am Waschbecken ab. Der klare Schleim fließt mit dem Wasser in den Ausguss – ich kann Wasser und Schleim im Waschbecken nicht unterscheiden, spüre nur auf der Haut, als kein glibberiger Schleim mehr anhaftet, sondern nur noch hartes Wasser darüber rinnt. Die Hände sind nicht dreckig. Dennoch benutze ich die feine braune selbstgemachte Seife, die Dagmar mir zum Geburtstag geschenkt hat. Sie riecht nach Schokolade und Zimt und fühlt sich sehr cremig an. Nach dem Abtrocknen schnuppere ich noch ein wenig dem Duft nach. Es riecht wie Kuchenbacken, aber auch noch wie Seife. Angenehm sauber und gemütlich.
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1770
ausrangiert
Mit Blut und Schweiß gab er alles für seine Arbeitsstelle. Er arbeitete für vier. das brachte ihm ende 2000 eine Urkunde ein der beste Mitarbeiter des jahres. Doch dann erkranktr er an einer Krankheit die ihm viel Leid einbrachte. Oft ohnmachtsanfälle mitten auf der strasse. Neugiere abfällende Äüßerungen. Blutbabnahme. schließlich 2007 einen schwerbehinderten Ausweis notgedrungen oft hausverbote in geschäften. Die anfälle kurzfristig und danach nicht wissend das ein anfall. Bei einer fernreise Probleme mit der Rückreise. Die grosse Sorgen das er wegen der Tabletten nicht Vater werden konnte.
Nach einem schweren arbeitsunfall vor zwei Monaten Freistellung von arbeit. Ein Verbrannter unterarm, der vereiterte. Öftes krankenhausaufenthalte. Khalil wird jetzt vater- Doch das Selbswertgefühl im keller; weil er nicht arbeiten darf und beim versorgungssamt Antrag zu erlaubis für Kündigung. Versteckte Tränen.
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1696
Es kribbelt und krabbelt. Es ist nicht auszuhalten. Am Schlimmsten wird es, wenn das Kribbeln und Krabbeln anhält, aber die Erlösung sich nicht einstellen will. Die Augen verengen sich zu kleinen Schlitzen, Du fängst an zu schniefen und zu schnüffeln. Du bekommst Gänsehaut. Die Tränen treten Dir in die Augen, und wenn Dich zufällig jemand in diesem Moment genau beobachtet, wirst Du sicher einen dummen Spruch einfangen. Der bringt Dich dann zum Lachen, und so wird es nichts mit der erlösenden Explosion des Niesers.
Anders, wenn der Anfall plötzlich kommt. Ist er allergisch bedingt, dann ist es meistens nicht mit einem Mal getan. Zehn, zwanzig - bis fünfzigmal - und wenn Du endlich fertig bist, entspannt durchatmen kannst, bist Du total erschöpft. Schweißausbrüche und kalte Schauer wechseln sich ab, Du zitterst, Tränen laufen Dir übers Gesicht.
Doch nicht nur bei Allergien läuft die Nase, drängt der Schleim nach außen. Alle Arten von Erkältungen bringen immer neue Variationen der Schleimproduktion hervor. Mal ist die Nase verstopft, erschwert das Atmen und Du wartest regelrecht darauf, dass sich die Atemwege per Nies-Explosion befreien mögen. Mal tropft die Nase einfach ohne Vorwarnung drauflos, sehr peinlich wenn es in der Öffentlichkeit passiert.
Der Hund niest jedes Mal, wenn er sich stark aufregt oder wenn Holzrauch seine Nase kitzelt, der Kater, wenn die Sonne in sein Gesicht scheint. Gevatter U. zeigt durch Niesen an, wenn er genügend Bier konsumiert hat und es Zeit wird, den Heimweg anzutreten - im schlimmsten Falle geht dabei auch noch sein Gebiss eigenmächtig auf Entdeckungstour. Und egal wer warum niest, wie er sich auch die Hand vor's Gesicht halten mag - jedes Mal schießen Millionen und Abermillionen kleinster Tröpfchen in die Atmosphäre, Tröpfchen, die nur darauf warten, vom nächsten eingeatmet zu werden.
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1635
Die Spucke lief mir über das Gesicht. Ich rang nach Atem. Was bildete sich dieses blöde Gör eigentlich ein? Mich anzuspucken! Ich griff nach seinem Arm, doch er wich mir aus.
"Fang mich doch, Du Eierloch", rief er feixend, während er einen Haken schlug, nach draußen in den Garten rannte und mir so schon wieder entkam. Ich war so wütend, dass mir die Tränen über das Gesicht liefen. Was machte ich nur falsch? Wie konnte ein 5-jähriger mich derart verachten? Warum nur kam ich nicht an ihn heran? Ich setze mich auf die steinernen Stufen hinter dem Haus, warm von der Sonne, die erbarmungslos vom Augusthimmel brannte. Sofort lief mir der Schweiß in Strömen von der Stirn und vermischte sich mit meinen Tränen.
"Anna!" Er kam mit zusammengekniffenen Beinen auf mich zu. "Ich hab Pipi in die Hose gemacht!"
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1595
„Nein!“ schreie ich „Neeeeinn!“. „Nicht sie, warum sie, warum nur?“ Ich kann es nicht fassen, verliere den Verstand. Mir wird heiß und gleich wieder kalt, ich renne los, drehe um renne wieder, bleibe stehen. Ich kann es nicht fassen, das darf nicht sein, nein das darf nicht sein. Wie vom Wahnsinn getrieben renne ich von einem zum anderen, ich bin mir sicher, das ist eine Verwechslung. Irgendjemand fasst mich fest und unerbittlich am Arm. Am anderen Ende dieser eisernen Arms erkenne ich ein freundliches Gesicht eines Mannes mittleren Alters, mit warmen braunen Augen, die mich ruhig und voller Verständnis anblicken. Sein tiefer Blick trägt Traurigkeit in sich, er nicht stumm, gibt mir ein Zeichen mit ihm zu kommen.
Der Raum ist von Sonne erfüllt und durch feine weiße Vorhänge weht der Sommerwind. Sie liebt den Sommerwind auf ihrer Haut. So habe ich sie kennengelernt, der Wind in ihrem offenen langen Haar, lachend, tausend Sommersprossen im Gesicht, fröhlich, natürlich, schön. Ich hatte das Gefühl sie schon immer zu kennen, dass wir schon immer zusammengehören. Wir hatten uns gefunden und bald darauf an einem wunderschönen Augusttag am Strand für immer füreinander entschieden. Unser Lachen war jeden Tag unser Leben.
Der Doktor erklärt mir die Situation. Er ist ernst und spricht mit dieser ruhigen leisen Stimme, die mir sagt, dass es keine Hoffnung gibt. Vor ein paar Monaten ist sie zusammengebrochen. Es folgten Wochen und Monate voller Untersuchungen, Ängste, Blutabnahmen, Röntgen. Dann kam die Diagnose. Die Operation. Und die Chemotherapie. Alles sah gut aus, sie würde es schaffen, sie lachte, aber weinte auch. Ihre sonnige Bräune wich dem weiß der Therapie. Ihr was schlecht. Sie musste sich ständig übergeben. Mit den letzten Haaren sank auch der Mut und das Lachen auf den Nullpunkt. Es war eine schwere Zeit für sie. Nasenbluten, mitten in der Nacht, Panik, Angst. Und doch wieder Mut. Hoffnung. Stärke. Ihr Lachen fand wieder Raum. Sie erholte sich. Wir haben Urlaub gemacht. Am Meer. Ihre kurzen Haare waren von Wind und Meerwasser zerzaust. Sie sah so zerbrechlich aus. Irgendjemand hat das Feuer in Ihren Augen gelöscht. Wir haben die Zeit genossen. So wie früher. Mit Lagerfeuer und Fisch am Stock, nachts am Strand, wenn sonst alle schlafen. Haben uns Geschichten erzählt und uns in den Schlaf gewiegt.
Alles war wieder fast normal. Bis vor ein paar Tagen. Als sie zusammengebrochen ist. Der Weg zum Krankenhaus, ich werde ihn nie vergessen. Alles so unwirklich. Ihr Gesicht ist von Tränen überströmt. Ich höre mich dauernd sagen, dass alles gut wird.
Operation. Ich darf sie erst spät sehen. Der Raum ist voll von Geräten. Überall Schläuche. Sie führen in ihren schlanken Hals, in ihre Arme. Schläuche voller Blut, mit durchsichtigen Flüssigkeiten. Noch mehr Schläuche, für den Urin, für die Wundflüssigkeit. Mir wird übel. Ich habe Angst. Angst, dass sie nie mehr so sein wird, wie sie einmal war. Unschuldig, lachend, natürlich, unversehrt. Der Geruch von Arzneien und Desinfektionsmittel raubt mir den Verstand. Man erklärt mir, man habe ihr einen künstlichen Ausgang gelegt. Der Anblick erschreckt mich.
Jetzt sind schon zwei Wochen vergangen. Der Tumor ist jetzt auch in der Hirnhaut. Er ist überall. In den Knochen, in den Organen. Er zerfrisst sie. Er zerfrisst ihren Körper. Die weiteren Therapien waren schlimmer, als die erste. Ihr Körper zerfällt. Ich kann ihre Verzweiflung spüren. Der Arzt erklärt mir, dass sie trotz der Schmerzmittel mitbekommt was passiert, dass ich da bin. Sie kann nicht mehr Antworten. Ihre Augen sind offen und blicken in eine andere Welt, durch mich hindurch und doch direkt in mein Herz. Es zerreißt mich, ich schwanke, alles wird schwarz, ich spüre Angst und Ohnmacht. Es ist soweit. Sanft verlässt der letzte Hauch ihren Körper. Der Arzt lässt mich allein in dem sonnigen Zimmer. Die Zeit vergeht und bleibt doch stehen. Alles ist unwirklich. Ich bleibe, bis der Abend kommt. Ich glaube es ist Liebe, wenn man jemanden in Frieden gehen lässt. Ich stehe auf gebe ihr einen Kuss auf die Stirn, ich kann ihr Lächeln vor meinem inneren Auge sehen, gehe zur Türe. Einmal noch umdrehen, ein letzter Blick, ein letztes Mal. Ich bin es, der der in das Nichts eintaucht, in Dunkelheit, das Licht ist mit ihr fortgegangen, auch mein Herz. Die Türe fällt hinter mir ins Schloss. Es ist still in mir.
Eine ergreifende Geschichte, die mit dem Fortlauf immer besser wird! Hier ein paar kleine Hinweise: Der Satz "irgendjemand hat das Licht in ihren Augen gelöscht" steht im Widerspruch zu dem Satz danach. Der ganze erste Absatz ist für mich etwas schwer nachvollziehbar, weil ich ihn erst verstehe, wenn ich den Rest gelesen habe. Das würde man bei einem Buch nicht tun. LG Lillilu
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1584
Er leckte schon wieder an meinem Ohr. Seine Zunge tastete sich fast bis zum Gehörgang vor und ich musste mich stark beherrschen um ihn nicht wegzustoßen. Auf meiner Haut fühlte ich die Ekel erregende Nässe seines Speichels, die sich mit seiner Zunge bis zu meinen Hals ausbreitete. Unwillkürlich wich ich zurück, doch das Bett war zu eng um sich ihm wirklich entziehen zu können. Außerdem wusste ich nicht, wie ich es ihm hätte erklären sollen.
Nun küsste er mich wieder und presste seine Lippen dabei so stark auf mein Gesicht, dass es weh tat und mein Kopf bohrte sich immer tiefer ins Kissen. Langsam drehte ich mich etwas zur Seite, damit er kurz aufhören musste, mit den Saugen und Lecken. Obwohl er auf mir lag gelang es mir, doch mein halbes Gesicht war bereits nass und ich war dankbar dafür, dass er das Licht ausgemacht hatte und meinen angewiderten Gesichtsausdruck nicht sehen konnte. Schnell wischte ich mir mit der Hand über den Mund, aber er bemerkte es gar nicht, denn er hatte wieder angefangen an meinen Hals zu lecken und tastete sich nun langsam zu meinen Brüsten vor. Ich ließ ihn stumm gewähren, in der Hoffnung, er würde bald fertig sein.
Wir lagen schon lange Zeit aufeinander und schwitzen beide stark, besonders an den Stellen, an denen sich unsere Körper berührten. Der Schweiß brannte auf meiner Haut und ich wünschte mir in diesen Augenblick nichts sehnlicher, als eine kühle Dusche, die mich wieder gründlich reinigen würde. Doch noch war ich nicht erlöst.
Plötzlich wurden seine Bewegungen schneller. Er schnaufte schwer und seine Atemluft strömte feucht und unangenehm in mein Gesicht. Ich fing an, mein Becken zu kreisen, in der Hoffnung, dies würde den Vorgang beschleunigen.
“Leg deine Füße darüber”, befahl er mir keuchend.
Was er meinte verstand ich sofort und ich schlang meine Beine um seine Hüften und merkte, dass ich mich nun so gut wie gar nicht mehr bewegen könnte.
Dann war er fertig. Erst als er von mir heruntergerollt war, bemerkte ich die starke Nässe zwischen meinen Beinen, die über mein Gesäß bis ins Bettlaken geflossen war. Langsam stand ich auf und Verschwand unter den Vorwand, ich müsse zur Toilette, ins Bad. Dort säuberte ich meine Haut so gut ich könnte von den fremden Körperflüssigkeiten, die überall an meinen Körper hafteten. Danach drückte ich die Spülung der Toilette und ging langsam wieder zurück zu ihm.
“Ich liebe dich mein Schatz”, sagte er liebevoll als ich wieder neben ihm im Bett lag.
Ich lächelte und antwortete: “Ich dich auch.”
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1479
Die Paella war ausgiebig mit Olivenöl getränkt. Ein spanisches Nationalgericht. Mit Meeresfrüchten belegt. Ich versuchte nicht an die Scampis zu denken, die reichlich auf der Paella Platz gefunden hatten. Rosi meine Schwiegermutter, werkelte mit Freude und Hingabe in der Küche. Ich hatte sie sehr gern und wollte nicht mit meinem Einwand ihre Gefühle verletzen, dass ich Scampis nicht zu meinen Lieblings essbaren Meeresbewohnern zählte.
Das Essen schmeckte gut und ich war angenehm überrascht.
Dann wurde es Zeit wieder aufzubrechen. Überschwenglich und warmherzig wurden mein Mann, mein Schwager und ich verabschiedet.
"Kind" , bemerkte Rosi, "du bist ein bisschen blass."
Ich lächelte tapfer und verneinte. Alles in Ordnung!
Ich saß im Auto hinten rechts und nichts war in Ordnung. Der Klumpen, der sich in meinem Magen befand drängte nach außen. Ich versuchte tiefer zu atmen in der Hoffnung, dass sich die Übelkeit auflösen würde. Doch eher das Gegenteil war der Fall. Die Bäume rauschten am Fenster vorbei und die Gespräche erreichten mich nicht mehr. Kalter Schweiß brach mir aus allen Poren und ich schluckte mehrfach verkrampft hintereinander. Ich beugte mich nach vorne.
"Hannes, können wir nicht schnell mal anhalten?"
Er drehte sich zu mir herum und sein Lächeln gefror auf seinem Gesicht.
"Du bist ja ganz weiß im Gesicht. Ist dir schlecht?"
Seine Anteilnahme ließ mich lächeln und ich nickte mühsam.
"Jens, du musst sofort anhalten, Sigrid kotz dir sonst in den Wagen!"
"Ich kann hier nicht halten das ist eine Schnellstraße. Sie wird sich ja wohl bis zur nächsten Abfahrt beherrschen können!"
Dieser Aufforderung konnte ich nun wirklich nicht mehr nachkommen. Der Klumpen in meinem Magen hatte sich auf die Reise nach draußen begeben. Das typische verkrampfen des Kiefergelenkes und das vermehrte Ansammeln von Speichel lief fast synchron. Blitzschnell öffnete ich das Fenster und würgte alles nach draußen was vor einer halben Stunde noch eine Paella gewesen war. Die dicke graubraune Flüssigkeit spritzte gegen den makellos weißen Lack und blieb an ihm haften.
"Jens halt an", schrie mein Mann panisch.
"Das geht nicht", zischte mein Schwager durch die zusammen gepressten Zähne.
"Dann fahr doch mehr in die Mitte. Sigrid haut sich ja an den Verstrebungen noch den Kopf ab."
Mir war alles egal denn ein zweiter Klumpen machte sich schon wieder bereit dem Ersten zu folgen.
Mit quitschen Reifen preschten wir in eine Straße und ich öffnete die Tür und ließ meinen Kopf nur noch kraftlos nach außen fallen. Ich würgte mir die Seele aus dem Leib und immer noch waren Stücke der Paella dabei seltsam verformt und sehr dickflüssig. Die Männer standen erstarrt, unschlüssig irgendetwas für mich tun zu können. Mittlerweile hatte ich einen ansehnlichen Berg aus meinem Mageninneren zustande gebracht. Ich betete darum das jetzt nichts mehr im Magen herum schwamm was sich selbstständig machen wollte. Die Männer warteten auf ein Wort von mir aber selbst das Sprechen war mir aus dem Gesicht gefallen.
Plötzlich kam Tumult auf. Ein zweiter Wagen hielt und der Fahrer fragte nach dem Weg. Verzweifelt versuchten die Männern ihn von mir fernzuhalten. Doch dieser ließ sich nicht beirren und stieg aus-
so fand mein Mageninhalt noch einen anderen Platz wo er kleben bleiben konnte. Ich seufzte und schloß beschämt die Augen. Nie wieder Paella!
Bildlich, plastisch... ich habe genau nachvollziehen können, wie das gewesen sein muss.
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1454
Mal wieder im Rückstand stelle ich folgenden Beitrag als Kombination zu den Themen 2 und 3 ein:
Ich erinnere mich nicht daran, wie viele spendierte Viertele ich hatte. In der Besenwirtschaft waren wir alle super drauf. Jeder von uns wohnte jedoch in einer anderen Ecke von Stuttgart und wollte noch die letzte Straßenbahn erwischen. Meine war voll. Ich musste stehen, hielt mich an der Stange, merkte, dass meine Augen mir nicht mehr richtig gehorchten und vermied deshalb, die Leute anzusehen. Ich wehrte mich gegen einen unsichtbaren Feind, der meine Lider niederdrückte – und gewaltig auf die Blase. „Reiß dich zusammen!“ Insgeheim mir Befehle gebend, verdrängte ich Gedanken, die mich beschämten. Was denken die Leute von mir? Hoffentlich kennt dich keiner.
Der Druck auf der Blase wurde schlagartig unerträglich. Das Ruckeln der Straßenbahn machte jeden Versuch zunichte, durch Ignorieren und gleichzeitiges Krampfen die Lage zu beherrschen. Egal wie spät, egal wie weit noch von der ersehnten Endstation entfernt, am nächsten Halt stürzte ich nach draußen - und diese Bewegung ließ mich schon überschwappen. Scheißegal, wenn jetzt jemand kommt, ich kann nicht mehr. Mit verbrezelten Beinen fummelte ich die Jeans auf, während sich schon feuchtwarme Wellen über die Schenkel ergossen. Dann runter in die Hocke, neben das nächste am Straßenrand parkende Auto. Ich dachte, ich höre nie wieder auf zu pullern – es musste etwas geplatzt sein. Da gab es kein Stoppen, selbst wenn der Autobesitzer in diesem Augenblick aufgetaucht wäre. Ich hatte nur ein einziges Bedürfnis: Mich zu entleeren.
Nachdem dieses befriedigt war, setzte ich einfach einen Fuß vor den anderen und schwor: Nie wieder! – und das wiederholt, als - endlich zu Hause angekommen - auch noch der Wein mit Magensäften durchsetzt aus Mund und Nase sprudelte.
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1189
Der alte Mann saß gähnend auf der Toilette. Mit einer müden Geste rieb er sich über die grauen Bartstoppeln, die aus seiner Haut stachen wie abgeernteter Weizen auf einem Feld. Sein Gesicht glich den Furchen, die er vor langer Zeit auf seinem Land in die Erde gezogen hatte. Damals, in einem anderen Leben.
Er hörte den Strahl, der zögernd in die Schüssel plätscherte. War auch schon mal stärker. Ließ eben alles nach mit den Jahren. Die Kraft in den Muskeln, die Stärke der Augen, der Haarwuchs – zumindest auf dem Kopf. In Nase und Ohren schienen die Biester zu sprießen wie der Hafer nach dem Düngen. Der Alte betastete die schwarzen Borsten, die aus seinen Nasenlöchern ragten. Dann fuhr er mit dem Finger hinein, um die verkrusteten Reste, die die Nacht geformt hatte, hervor zu holen. Mit der anderen Hand zerrte er ein Stück Klopapier von der Rolle. Es störte ihn nicht, dass sich eine lange Schlange bildete, bis er es schaffte. Vorsichtig drückte er den Nasenabfall hinein. Hinter seinem Rücken ließ er das Papier in die Toilettenschüssel fallen. Er riss ein zweites Stück ab, knetete es zu einem länglichen Pfropfen und stocherte damit in seinen Ohren. Zufrieden betrachtet er die dunkelgelben Spuren, die sich auf dem grauen Untergrund abzeichneten. Früher hatten sie weißes, weiches Klopapier besessen, manchmal mit kleinen Blüten bedruckt. Hier gab es nur das Einheitsgrau.
Er ließ das Papier in die Schüssel fallen.
Ein letztes Schütteln, dann erhob er sich mühsam und zog die Pyjamahose hoch. Seine knochigen Finger drückten auf die Spülung. Der alte Mann betrachtete, wie die feuchten Papierknäuel zusammen mit der hellgelben Flüssigkeit durch das Rohr glitten.
Mit einem Seufzer schloss er den Deckel.
Hallo Tina, die Beschreibung sitzt, überzeugt - so gut, dass ich richtig ein wenig neidisch bin : ). Bärbel
Sehr gute Beobachtungsgabe, flüssig geschrieben und obgleich des Themas überhaupt nicht unästhetisch zu lesen. Gefällt mir!
Das hört sich nach einer sehr gut beschriebenen morgentlichen Szene aus dem Altersheim an. Ich höre schon, wie sich Herr Schuster aus Zimmer 202 bei Schwester Edelgard darüber beschwert, dass der Kurt wieder das Klo so lange blockiert und er sich deshalb fast in die Hose macht. ;-)
Wow, gleich mehrere Körperflüssigkeiten und Sekrete da rein gepackt. Eine alltägliche Sache, wenn man so will, aber als Autor muss man da erst mal drauf kommen, eben weil es alltäglich ist.
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