„Ich habe das Buch Raum zum Schreiben genannt, weil jede Seite, jedes Kapitel eine Tür öffnet: zur Fantasie, zum Intellekt, zur Seele und zur Gefühlsebene."

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Witzig

10.08.2009


Aufgabe
Schreiben Sie heute alle Witze und geistreichen Einzeiler auf, an die Sie sich erinnern können, danach die Namen von Komikern, die Sie mögen. Schreiben Sie über etwas, das Sie witzig fanden - ein Erlebnis oder etwas, das Sie beobachtet haben. Dann lesen Sie das Geschriebene und überlegen, wie Ihr Lieblingskomiker es bearbeiten würde, damit es noch witziger wird. Und das möchten wir jetzt alle lesen!


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Leserbeiträge

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Eingetragen am: 04.10.2009 von Charlotte Camboné
[ Lesezeichen ]

3681

Das war vor vielen Jahren.

Ich stand im Zentrum, an einer sehr verkehrsreichen Strasse im Stadtteil Breña. Ich wartete auf einen Bus, der mich zu meiner Anschlussstation am anderen Ende von Lima bringen sollte. Ich war sehr in Sorge und meine Gedanken kreisten um meinen halberwachsenen Sohn, der sich in ein kleines Haus in einer Nebenstrasse nicht weit von hier zurückgezogen hatte, das seinem Grossvater gehörte und leer stand. Er konnte sich, wie er mir versicherte, in unserem Haus in der Molina nicht auf sein Examen zur Aufnahme in die Universität vorbereiten. Es war zu laut, es herrschte zu viel Trubel, und er brauche Ruhe erklärte er mir. Er zog also um und nun war er krank geworden.

Es war ein langer Weg von der Molina, wo wir wohnten, bis zu diesem sehr bevölkerten Stadtteil. Nun wollte ich zurück. Ich hatte nicht nur diesen Sohn, ich hatte noch drei Kinder, von dem Kind der Hausangestellten und sporadischen Gästen allen Alters einmal abgesehen. Gekocht werden musste auch.

Da stand ich also. Gross, sehr gross aufgrund der trotz meiner an sich schon stattlichen Höhe bevorzugten Schuhe mit hohen Absätzen. Schon dadurch fiel ich auf, da die Bewohner Lima´s allermeistens mittlerer Grösse sind, besonders in den populären Stadtteilen wie Breña. Dazu war ich noch hellhäutig und mein Haar war blond mit ein paar silbernen Strähnen. Menschen dieser Kategorie fahren in Lima zumeist mit einem Auto durch die Stadt, sie stehen eher selten am Strassenrand und warten auf einen Bus oder ein ´Taxi für viele´, ein Colectivo. Ich fiel also auf. Ich war daran gewöhnt und kümmerte mich wenig darum.

Ich blickte in die Richtung, aus der der Bus kommen musste und stellte fest, dass neben mir ein kleiner, schmaler Mann stand. Er trug einen grauen Kittel und hatte eine Aktenmappe unter dem Arm. Auf dem Kopf sass ein spitzer, ebenfalls grauer Hut. Die ganze Gestalt wirkte grau. Der kleine Mann reichte mir ungefähr bis an die Schulter. Ich beachtete ihn nicht weiter und drehte den Kopf nach der anderen Seite. Zu meiner Überraschung stand der kleine Mann nun auf dieser Seite....

Wir spielten dieses Spiel eine kleine Weile. Dann blickte ich ihm ins Gesicht.

Er sah an mir hoch, mit einem breiten Lächeln, das durch eine glänzende silberne Zahnkrone über einem Eckzahn zum Leuchten gebracht wurde. Sein Gesicht drückte so viel Entzücken aus, dass ich lachen musste.

Nun wurde dieser kleine Mann munter. Einer weiteren Drehung nach dem Bus kam er zuvor, indem er mir begeistert mitteilte: Ich bin Adam, und du bist mein kleines Rippchen....(aus dem dann Eva wurde). Man konnte hören, dass er aus dem Hochland war. Es klang ungefähr so: Isch ben Odommm ond do best moin kloines Reppchen...

Die ganze Scene und auch die Vorstellung, ´Reppchen´ dieses kleinen ´Odom´ zu sein, hielt mich noch lange nach der Abfahrt des Busses, der endlich gekommen und in den ich sehr schnell eingestiegen war, am lachen. Ich muss sogar heute noch lachen....


Kommentar von Berthild Lorenz

Ja und ich hab mich eben köööstlich amüsiert. Berthild

Eingetragen am: 10.10.2009

Eingetragen am: 10.09.2009 von marga
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3375

Vor langer Zeit, mein damals Dreijähriger, hörte im Kindergarten die ersten Grimms Märchen, da geschah es, dass ich erneut schwanger wurde. Ich war überglücklich. Mein Bauchumfang nahm zu und ich erklärte meinem Söhnchen, dass er nun nicht mehr soviel auf mir herumtoben dürfte, weil da ein Baby in meinem Bauch heranwächst. Völlig entsetzt sah er mich an und frage: "Hast du das gefressen?"


Eingetragen am: 06.09.2009 von Berthild Lorenz
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3294

Ich komme ins Bad, um mir die Hände zu waschen. Klein Martin, vier Jahre jung steht am Klo.
"Sag mal, Martin, weißt du, wo die Seife ist?"
Die Antwort kommt prompt: "Die iss vorhin ins Klo gestolpert!"


Eingetragen am: 27.08.2009 von Lilli Bernstein
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3156

"Wie ich zu Sohnemann kam"

Matthias hatte bereits beim Aufwachen ein flaues Gefühl in der Magengegend. Er schob es auf die fünf Döner, die er gestern Nacht verputzt hatte. Sein Schädel brummte von dem übermässigen Alkoholkonsum. Wenn er im nachhinein daran dachte, gab es wirklich Anzeichen, dass etwas schief gehen würde.
Ihn weckte also dieses flaue Gefühl in der Magengrube und dann stand er wohl mit dem linken statt mit dem rechten Fuß auf. Oh, er hatte am linken Fuß sogar noch einen seiner heißgeliebten weißen Tennissocken an. Er drückte auf den Lichtschalter im Flur. Nichts geschah. Er hatte schon wieder vergessen, eine neue Glühbirne zu kaufen. Im Flur übersah seine Inline-Skater, die er vom abendlichen Ausflug gestern vor der Klotür geparkt hatte. Der Länge nach klatschte er nach vorne und stieß sich die von Schweiß erfüllte Stirn auf dem Klopapierhalter. Dabei riss dieser aus der Wandhalterung, die schon seit Einzug in diese Dachwohnung vor zehn Jahren locker war. Immerhin funktionierte der Lichtschalter im Klo. Sein Handy klingelte im Rucksack. Es musste schnell gehen. Nach nur drei Mal würde die Mailbox drangehen. Nun machte Matthias einen fatalen Fehler: Mit der Hose und Unterhose in den Kniekehlen stürmte er aus dem Klo in den Flur zu seinem Rucksack. Mist, kein Licht und die Inlineskater. Zu spät. Er griff in den Rucksack und konnte gerade noch auf den grünen Telefonhörer drücken. "Ja?" stöhnte er mit Schmerzen im Weichteillager, da diese punktgenau auf den Inlineskatern aufgeprallt waren. Am anderen Ende hörte er eine weibliche Stimme sagen: "Störe ich?" Er drehte sich elegant sich zur Seite und versuchte gleichzeitig die Hosen hochzuziehen. "Nein.", erwiderte er. Er brauchte einen ruhigen Ort, um in Ruhe telefonieren zu können, aber wo? Seine Sachen waren bereits in Kisten verpackt - hellbraune Pappkartons. Gestern hatte er die letzte verpackt, die 32. Ist schon eine stolze Zahl für einen Single. Er ging zu einem der Umzugskartons im Wohnzimmer. "Also, worum geht es?" Die weibliche Stimme klang bittend. "Könntest du mir helfen?" Er schnaufte. Das war die Trulla aus dem Büro nebenan. Ja, das war die, die jede Woche mit einem anderen Typen ausging. Ob sie wohl deshalb anrief? Aber er würde morgen umziehen, 600 km in den Norden. Was sollte er ihr sagen? Er räusperte sich. "Wenn das Problem sich noch bis heute Abend erledigen lässt." Es wurde still am anderen Ende. "Ich weiß nicht." Er wurde neugierig. "Um was geht es denn?" In der Leitung knisterte es, als sie antwortete. "Um dich." Er überlegte. Ob sie ihn wohl auch vernaschen wollte? Aber wäre er nicht einer von diesen vielen? Andererseits ein kleines Abenteuer kurz vorm Umzug. Er erwiderte: "Warum nicht. Komm vorbei." Zehn Minuten später klingelte es an seiner Haustür. Es war sie. Jutta aus der Debitoren-Abteilung. Sie hatte nichts besonderes an. Eine alte Jeans und ein weißes T-Shirt. Aber auf dem Arm trug sie einen kleinen Hund. Nach einiger Sucherei nach dem Haustürschlüssel fand er ihn im Kühlschrank, natürlich neben den Bierdosen. Durch die Glasscheibe konnte er Jutta genau beobachten. Wenn er sich nicht täuschte, war es ein kleiner, frecher Jack-Russell, im Grundton weiß mit braunen und schwarzen Flecken und einem schwarzen Fleck über dem rechten Auge. Eine Piratenausgabe. Er öffnete die Tür und dann ging alles sehr schnell. Sie drückte ihm den Hund in die Hand. "Der gehört dir." So schnell konnte er gar nicht schauen, so schnell rannte sie zum Fahrstuhl - wie vom Teufel persönlich gejagt. Er trat in den Flur, verblüfft sah er, wie sie hektisch auf die Knöpfe schlug und ohne zurückzublicken, im Fahrstuhl verschwand. Er fühlte wie es ihm warm ums Herz wurde, dann merkte er das besagter Hund ihm auf den Arm gepinkelt hatte. Ein gelber Fleck auf seinem neuen weißen Hemd. Er ließ ihn fallen. Moment, er hatte einen kleinen Zettel am Halsband befestigt. Mit zittrigen Händen öffnete er den Zettel. "Hab mich lieb." las er laut. Treue Hundeaugen schauten zu ihm hinauf. Aber nie im Leben war dies ein uneheliches Kind, auch wenn Jutta so tat. Was sollte das heißen: Der gehört dir? Er konnte sich an nichts erinnern. Matthias betrachtete sich und seinen "Sohn" - ein Rüde war es sehr eindeutig - im Flurspiegel. Sie sahen sich überhaupt nicht ähnlich, oder? Naja, die krummen Beine vielleicht. Bei ihm kam das durch exzessives Fußballspielen in Kindheit und Jugend. Aber bei seinem "Sohn"? Der kleine Hund winselte. Stimmt, er brauchte einen Namen. Mattias entschied nach diesem Ereignis für "Sohnemann". Und so kam es, dass er nicht bei Jutta anrief und "Sohnemann" mit nach Hamburg umzog.


Eingetragen am: 19.08.2009 von Ursula Menzel
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3029

Witzig

Zwei Mütter unterhalten sich:
„Mein Sohn ist gerade ein Jahr alt und läuft schon.“
Darauf die andere Mutter:
„Mein Sohn ist gerade sechzehn geworden und sitzt schon.“

Ehrlichkeit
Kurz vor seinem Austritt aus der Firma wird Metzgergeselle Heiner beim Knochenklauen erwischt. Nun verlangt er ein Zeugnis, das er seinem neuen Chef vorlegen muss.
Der Metzgermeister weigert sich zuerst, lenkt aber dann ein und schreibt als Bewertung: „Metzgergeselle Heiner Kruse war ehrlich bis auf die Knochen.“

Schadenersatz
Wachtmeister Lange fährt auf der Dorfstraße, als ihm ein Huhn vors Auto läuft. Er kann nicht mehr stoppen und überrollt es. Pflichtbewusst will er dem Bauern das Huhn ersetzten. Er fährt beim nächsten Bauern vor.
„Ist das ihr Huhn?“
„Nee, so platte Hühner haben wir nicht.“

Elly und der Lampengeist
„Drei Wünsche will ich dir erfüllen.“ Die 80-jährige Elly überlegt.
„Ich möchte wieder jung aussehen und in einem Schloss wohnen. Und mein alter Kater soll sich in einen jungen Prinzen verwandeln.“
Der Lampengeist erfüllt ihr die drei Wünsche. Der junge Prinz geht auf Elly zu, schließt sie in die Arme und sagt: „Na Elly, tut es dir jetzt nicht leid, dass du mich hast damals kastrieren lassen?“

Abstinenzler
Zwei alte Freunde begegnen sich in einem Lokal.
Sagt der Eine:
„Darf ich dich zu einem Bier einladen?“
Darauf der Andere:
„Danke. Als junger Mann habe ich es mit dem Biertrinken probiert. Es hat mir nicht geschmeckt. Seitdem trinke ich keinen Alkohol.“
„Schade, darf ich dir dann eine Zigarette anbieten?“
Der Freund wehrte ab. Auch das Rauchen habe ich probiert. Mir war danach speiübel und ich habe nie wieder eine Zigaretten angerührt.“
Darauf zieht der Freund ein Kartenspiel aus der Tasche.
„Darf ich dich dann zu einer Party Bridge einladen?“
„Eine Party Bridge, die kannst du besser mit meinem Sohn spielen.“
„Du hast einen Sohn? Dann ist er sicher dein einziger Nachkomme, oder?“

Bekannte Komiker:
Heinz Erhard
Didi Hallervorten
Mike Krüger
Otto Waalkes
Helga Feddersen


Der Eierdieb
Ein lustiges Hundeerlebnis

Ich weiß nicht mehr, wann Strolch zu uns kam. Er war einfach da und gehörte als vierbeiniges Wesen zur Familie. Sein Domizil war eine Streuobstwiese, die er mit zwanzig weißen Hühnern teilte. Hier konnte er seinem Jagdtrieb freien Lauf lassen, denn Mäuse gab es im Hühnerstall genug, die sich wiederum am Körnerfutter satt fraßen. Der Hund ging also im Hühnerstall ein und aus. Mittlerweile hatte er statt der grauen Mäuse und neben der Hausmannskost aus der Küche eine andere kulinarische Spezialität entdeckt. Als Großvater eines Tages feststellte, dass keine Eier mehr in den Nestern lagen, fasste er den Entschluss alle Hühner zu schlachten. Sie seien wohl zu alt, meinte er, und wenn sie keine Eier mehr produzierten, dann könne man sie nur noch als Frikassee genießen. So wanderten die ersten fünf Hühner in die Einweckgläser und die nächsten sollten folgen. Als Mutter sie gerupft, ausgenommen und gesäubert hatte, musste sie feststellen, dass die fünf gefiederten Genossen noch sehr legefähig gewesen wären. Diese Feststellung hatte das restliche Federvieh vor dem Schafott bewahrt. Trotzdem blieb das Rätsel um die leeren Hühnernester. Sollte sich da jemand heimlich frische Eier beschaffen?
Von nun an passte Großvater auf. Eines Sonntags morgens beobachtete er, wie Strolch aus dem Hühnerstall schlich. Er hatte sich soeben sein Frühstücksei geholt. „Oh Strolch, das hättest Du besser nicht machen sollen!“ Sein Delikt brachte ihn hinter „Gittern“. Großvater baute um die Hütte einen hohen Zaun. Dass Strolch seine Freiheitsberaubung nicht so ohne weiteres hinnahm, lag auf der Pfote. Er begann unter dem Zaun zu buddeln. Dass er ein Meister im Tunnelgraben war, hatte er schon früher im Gemüsegarten bewiesen. Strolch grub nun unermüdlich, und irgendwann würde er unter dem Zaun durchschlüpfen können. Eines Tages bekam Strolch Besuch von einem Huhn. Es hatte den Gang unter dem Zaun entdeckt und bediente sich am Hundenapf. Strolch erwies sich als großzügiger Gastgeber. Das sprach sich mittlerweile unter dem Federvieh herum. Es dauerte nicht lange, da beehrten ihn immer einige gefiederte Gäste.
Das Federvieh zollte dem Strolch Dankbarkeit.
Wir beobachteten, wie eines der Hühner trocknes Gras und Reisig sammelte und es dem Hund in die Hütte trug. Und dann entdeckten wir in der äußersten Ecke ein Nest mit frischen Eiern. Strolch lag vor seiner Hütte und sonnte sich. Und wenn mit lautem Gegacker ein Huhn da herauskam, dann ging er hinein und nahm seine Zwischenmahlzeit ein, und niemand konnte sie ihm wegnehmen.


Kommentar von Lillilu

Die Strolchi-Geschichte ist göttlich!

Eingetragen am: 20.08.2009

Eingetragen am: 18.08.2009 von Ufikus
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3019

Klein-Steffi möchte ihrer Mama etwas zum Geburtstag schenken. Nur was? Das Taschengeld ist nicht sehr üppig und mehr als 2 Euro kann die Kleine nicht ausgeben.
Gegenüber der Grundschule ist ein Schreibwarenhändler, der nicht nur Papierwaren, sondern auch Süßigkeiten als "Schulbedarf" in seinem Sortiment hat.
Steffi sieht sich im Laden um. Gemeinsam mit dem Inhaber wird überlegt, was man mit dem knappen Budget wohl erwerben könne.
Der Ladenbesitzer macht einige Vorschläge - wie: eine Tafel Schokolade, eine lustige Geburtstagskarte, eine Tüte Gummibärchen...
Aber Steffi schüttelt nur den Kopf. "Wie wär's mit einem Liebesroman?", fragt der hilfsbereite Verkäufer. "Ach nee", meint Klein-Steffi. "Wissen Sie, meine Mutter ist nämlich schon verheiratet!"


Eingetragen am: 18.08.2009 von Frog
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3008

1. (selbst erlebt) Eines Tages in der Praxis eines Urologen. Ich sitze im Wartezimmer und beobachte einen alten Herrn, der vorsichtig seine Urinprobe zum Tresen trägt. Sagt die Sprechstundenhilfe streng: "Herr Möller! Da steht kein Name drauf. Soll ich den abschmecken, oder wie haben Sie sich das gedacht?"
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2. (aktueller Lieblingswitz)
Kommt ein Reh zum Arzt.
"Herr Doktor, ich habe kreisrunden Haarausfall auf dem Rücken".
Sagt der Arzt: "Tja, da kann ich nicht helfen. Ich schreib Ihnen mal 'ne Überweisung für die Reha-Klinik."
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3. Lieblingswitz of all time
Kommt ein Pferd in die Bar und bestellt einen Whisky.
Der Barkeeper schenkt den Whisky ein, schiebt ihn über den Tresen und sagt: "Zehn Euro!" Dann murmelt er sich kopfschüttelnd in den Bart: "Komisch, ein Pferd habe ich hier noch nie bedient!"
Meint das Pferd:
"Wird bei diesen Preisen wohl auch das letzte Mal gewesen sein!"
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Mehr geht hier nicht, ich konnte die Übung nicht umsetzen, weil ich keinen Lieblingskomiker habe und mir nicht vorstellen kann, wie man meine Lieblingswitze witziger machen könnte. Grüße


Kommentar von Maren

Habe ich doch heute am Morgen kichern müssen! Super diese Witze. Gruss Maren

Eingetragen am: 19.08.2009

Kommentar von Lillilu

Hast du doch gut umgesetzt! Ich verstehe das so, dass wir den Witz auf den Punkt bringen müssen, ihn nicht erklären und keine ellenlangen Geschichten erzählen sollen. Den beim Urologen finde ich am besten - das ist so die Schlagfertigkeit, die man in Deutschland oft antrifft. Das machen wir prima! Lieben Gruss von Lillilu

Eingetragen am: 19.08.2009

Kommentar von gerhild

Ich liebe diese Wort- und Tierwitze, einfach süß!

Eingetragen am: 18.08.2009

Eingetragen am: 17.08.2009 von Claudia Tyrchan
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3004

In welcher Zeitung kann man lesen, dass ein Mann seine Frau aus dem Fenster geworfen hat? In der BILD! Und in welcher Zeitung wird berichtet, wenn eine Frau ihren Mann aus dem Fenster geworfen hat? Na, in SCHÖNER WOHNEN… ;-)

Es gibt Menschen, die halten IKEA für ein ganz normales Möbelhaus. Zu denen gehöre ich nicht. Ich liebe IKEA! Mein bester Freund heißt BILLY und dank BEHANDLA ist in meiner Wohnung schon aus manch schnödem Kieferholz-Regal ein schmuckes Möbelstück geworden. Angesichts eines preiswerten Restaurants und einer sehr praktischen Kinderaufbewahrung – der Begriff Kinderparadies wäre hier unpassend, da es eher ein Paradies für gestresste, einkaufswütige Mütter ist – bin ich häufiger Gast bei den freundlichen Schweden. Und ab und zu kaufe ich dort tatsächlich auch Möbel!

Natürlich packt mich nach dem Kauf sofort der Ehrgeiz, das jeweilige Möbelstück unverzüglich und vor allem ohne Hilfe meines Gatten zusammenzubauen. Wenn man den Aufbauanleitungen glauben darf, ist das relativ idiotensicher. Und für die ganz hoffnungslosen Fälle gibt es eine Hotline, bei der man sich Rat und bei Bedarf auch einen Möbelbauer ordern kann.
Eben solchen Monteur musste ich bemühen, als es um den Aufbau meines neuen PAX-Kleiderschranks ging. Ich war der Meinung, dass unser Schlafzimmer dringend neuen Pep und die Klamotten meines Mannes eine neue Sortierung benötigten. Also machte ich mich an einem heißen Sommertag auf zu IKEA. Ich stärkte mich mit einem schwedischen Frühstück – was sich angesichts des bevorstehenden Kraftakts auch als sehr weise herausstellen sollte – plante mit einer dunkelhäutigen Süd-Schwedin meine neue Schrankwand und schleppte wenig später überaus euphorisch sechs riesige und sehr schwere Pakete Holz in unsere Altbauwohnung im Hochparterre. Bei einer Tasse Kaffee – nein, nicht von Tchibo, auch von IKEA! – öffnete ich die Pakete und besah mir die Aufbauanleitung. Pah, das wäre doch gelacht. Ran an den Inbusschlüssel und los ging der Aufbau. Und tatsächlich stand wenig später PAX, und ich stolz und aufgrund der Hitze leicht bekleidet davor. In diesem Moment fuhr vor unserem Haus die Straßenbahn vorbei. Der Schrank wackelte bedenklich und fiel schließlich mit lautem Poltern in sich zusammen. Ok – ruhig bleiben. Das war alles kein Problem. Da hatte ich garantiert irgendeine Schraube vergessen. Ich machte mich also noch einmal ans Werk. Leider fand ich den Inbusschlüssel nicht mehr. Aber als Frau und Mutter war ich Improvisieren gewohnt und würde das auch ohne nordisches Werkzeug schaffen. Bereits geübt, setzte ich PAX ein zweites Mal zusammen und stellte erleichtert fest, dass der Schrank durch den Einsturz keine bleibenden Schäden davon getragen hatte. Schwedische Wertarbeit eben!
Ein Geräusch vor der Haustür ließ mich erstarren. Die Straßenbahn kam und – rumms – fiel meine neue Errungenschaft erneut um.
Natürlich hätte ich nun auf meinen Mann warten können. Aber wer will sich schon sagen lassen, dass er zu blöd zum Aufbauen schwedischer Spanplatten ist? „Ja, hallo? Ist das die Hotline für verzweifelte IKEA-Kunden? Ich hab da ein Problem mit PAX. Und bringen sie doch bitte gleich einen Inbusschlüssel mit…“ Kurze Zeit später standen ein hilfsbereiter Möbelbauer und ich vor einer aufgebauten Schlafzimmer-Schrankwand und begutachteten diese skeptisch. „So, junge Frau. Und wo liegt jetzt das Problem?“ „Das Problem liegt irgendwo im Schrank. Jedes Mal, wenn die Straßenbahn vorbei fährt, fällt er um.“ Der Monteur musterte mich und hatte ganz offensichtlich berechtigte Zweifel an meinen handwerklichen Fähigkeiten. „Ich werde mir die Sache mal von innen anschauen“, murmelte er und verschwand im Schrank. Genau in diesem Moment erschien mein Mann im Schlafzimmer. Mit großen Augen und fragendem Blick starrte er mich an und stürzte dann auf PAX zu. Scheinbar zu allem entschlossen, riss er die Schranktür auf und entdeckte darin meinen gelb-blau gekleideten Helfer. „Was machen sie denn da im Schrank??“ „Sie werden es nicht glauben: ich warte auf die Straßenbahn!“


Kommentar von Liliana-Louisa

Fast zu gut um wahr zu sein. Ich habe herzhaft gelacht. Die Geschichte ist klasse.

Eingetragen am: 21.08.2009

Kommentar von James Bond

Super, der ist wirklich witzig! Schön umgesetzt und flott geschrieben. Gehört eindeutig zu den besten hier. Ich wusste, dass in Dir kein Kind von Traurigkeit steckt. LG James

Eingetragen am: 19.08.2009

Kommentar von Lillilu

Liebe Claudia, das ist tatsächlich eine Geschichte zum laut lachen - herrlich! Danke! Wenn du das allerdings mal literarisch verwerten möchtest, musst du unbedingt kürzen, z.B. den ganzen IKEA-Vorlauf rausnehmen. Er zeigt zu sehr deine Meinung - in einem Feuilletonartikel wäre das okay. (oder auch da nicht?) Jedenfalls ist das Ende ein Brüller. LG Lillilu

Eingetragen am: 19.08.2009

Eingetragen am: 17.08.2009 von Maria Lauke
[ Lesezeichen ]

3002

Die Frau von Welt trägt Handtasche. Immer die Passende. Nie verlässt sie das Haus ohne -schließlich findet sie darin alles, was sie braucht:
Das Portemonnaie mit allem Wichtigen, also Ausweis, Führerschein, 10 bis 20 Kundenkarten -darunter natürlich vom Bäcker, vom Fleischer, vom Friseur um die Ecke, vom Supermarkt im Nachbarort und vom Souvenirshop aus dem vorletzten Urlaub.
Sifte aller Art, Zettel, Einkaufslisten, Kassenbons, Kontoauszüge, die Steuererklärung.
Taschentücher, Feuchttücher, Rei in der Tube, Perwoll.
Sonnenbrille, Regenschirm, Blitzableiter.
Feuerzeug und Streichhölzer; es sei denn, sie raucht -dann nur Zigaretten.
Handcrème, Sonnencrème, zuweilen Eiscrème.
Slipeinlagen, Tampons, Damenbinden, Wechselschlüpfer.
Die kleine Notfall-Apotheke: Tabletten gegen Kopf-, Hals-, und Gliederschmerzen, Bauchschmerzen, Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall; Hustensaft, Fieberthermometer, Erkältungsbad; Pflaster, Mullbinden, antiseptische Tücher.
3 3/4 Haarspangen, 5 Haargummies -davon mindestens die Hälfte ausgenuddelt-, Haarspray, Shampoo.
Make-up, natürlich NUR das Nötigste...
Und den Schlieffenplan, für den Fall, daß der 3. Weltkrieg ausbricht.
Doch nie, niemals das, was man sucht.








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Ok, ich gebe zu, auf Zuruf witzig zu sein...
Mir kam die Idee übrigens, als ich am Wochenende mit meiner Schwester eine Freundin besuchen wollte und sie fragte, ob sie alles habe. Sie: "Brauch' ich 'ne Tasche?" Mutter: "Quatsch. Wofür denn?" Ich: "Klar brauchst Du 'ne Tasche!" Sie: "Ok, was muss ich alles mitnehmen?" Ich: "Na ja, Portemonnaie... Also auf jeden Fall 'nen Ausweis, damit die Polizei weiß, wer Du bist, falls ich uns gegen einen Baum fahre. Außerdem Taschentücher, einen Regenschirm, Brillenetui mit Putztuch. Ach, und je nach Größe der Tasche: Entweder Du stopfst die Jacke rein oder hängst sie drüber. Na ja und was Du eben sonst noch so brauchst..."

...Man kann über so eine Handtasche ja einiges sagen, aber die Wahrheit ist, daß kein Mensch weiß, was wirklich drin ist. Ich meine, nicht einmal ich weiß, was in meiner Handtasche ist, bis ich sie völlig ausräume -und selbst dann, wenn ich sie, die leere Tasche, wieder einräume, finde ich noch irgendetwas, wovon ich gar nicht mehr wusste, daß ich es mal in die Tasche gepackt hatte. (Und ich hab ja auch nicht nur eine Tasche... Da kann man noch so viel entdecken!)


Kommentar von Lillilu

Nicht nur die Frau von Welt trägt Handtasche, auch Mutti tuts und sogar die Queen, obwohl doch jeder weiß, dass sie noch nicht einmal Kleingeld bei sich trägt und all die anderen Sachen auch nicht, dafür hat sie Personal. Aber sie hat immer so eine Henkelhandtasche über dem Arm, so wie sie heute wieder modern sind. Voll hässlich! Der Schlieffenplan allerdings ist ein Brüller!LG Lillilu

Eingetragen am: 19.08.2009

Eingetragen am: 17.08.2009 von James Bond
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3001

Kindermund tut Wahrheit kund. Das kann jeder, der selbst Kinder hat bestätigen. Davon, daß diese Wahrheit manchmal im verborgenen liegt, handelt diese Geschichte.
Als Mann mit einer Frau Bekleidung kaufen zu gehen, wird von (Ehe)Männern selten als Vergnügen empfunden. Wenn dann auch noch die eigenen Kinder dabei sind, ist die Grenze dessen was ein Mann ertragen kann, ziemlich schnell erreicht.
Wir betreten also zu viert dieses grosse Kaufhaus im Zentrum der Stadt - beste Lage selbstverständlich, überwinden diverse Rolltreppen und scheinbar endlose Flure, bis endlich die gewünschte Abteilung vor uns erscheint. Dem unmissverständlichen Rat meiner Frau “setzt euch derweil dort auf die Sessel, dann kann ich mich in Ruhe umschauen” wurde natürlich sofort Folge geleistet, Mann und Kinder nahmen Platz und die Frau verschwand im Gewühl der raschelnden Kleider.
Da die Ledersessel sehr bequem waren und das Kaufhaus nicht gerade als Paradies für Schnäppchenjäger bekannt war,verfiel ich eine Weile in den Glauben gleich müsse eine schicke Verkäuferin kommen, mir frischen Espresso aus einer chromglitzernden Maschine und den Kinder Kekse anbieten.
Leider blieb es bei diesem Tagtraum und solange die Kinder noch nicht genervt vom Warten waren, lümmelte ich bequem im piekfeinen Ledersessel und liess meine Blicke schweifen. Erfreulicherweise befanden wir uns in der Unterwäscheabteilung und so bereitete es ein nicht unerhebliches Vergnügen sich die Kundinnen mit Ihren frisch erworbenen Schätzen am durchgestylten Leib vorzustellen. Während meine Blicke so durch den Raum streiften, blieben sie an einer Schaufensterpuppe mit äusserst gewagten Dessous hängen. Nicht nur mir viel diese Puppe auf, nein auch die Kinder starrten darauf und plötzlich tönte es aus dem Mund unserer Kleinen “Die Oma hat auch solche!”
Ich war geschockt: Unsere Oma, meine Schwiegermutter, die ich als Keuschheit in Person kenne, sollte solche Dessous tragen? Im ersten Moment schien mir dies glaubhaft, hatten doch die Kinder schon öfter bei den Grosseltern übernachtet. Und saß dem Opa nicht immer der Schalk im Nacken?
Dennoch, es konnte nicht sein. Menschen im fortgeschrittenen Alter tragen so etwas nicht und unsere Oma schon gar nicht!
Die Kinder sahen meinen verstörten Blick , zeigten nochmals zur Bestätigung auf die Puppe ”Schau doch Papa, genau wie die Oma!”Ich nahm meine Kinder in den Arm und sagte ”Hört mal, die Oma zieht doch nicht solche Sachen an, wie kommt ihr denn darauf?”. Die empörte Antwort - ich hätte es mir denken können - folgte prompt. “Aber es stimmt doch Papa, schau doch selber!”. “Die Oma hat genau solche Haare wie die da oben!”
Als meine Frau wieder zurück kam, wurde die Geschichte über den dummen Papa und Omas Frisur natürlich sofort erzählt und so wurde aus dem nervigen Einkaufsbummel doch noch ein amüsanter Tag.
Schon längst wollten wir es der Oma beichten, vermieden es aber bis heute.


Kommentar von Claudia Tyrchan

Lieber Mr.Bond, ich mag deine Art von Humor und hab viel geschmunzelt. Den letzten Absatz würde ich aber weglassen. Das musst du nicht dazu sagen, es zieht den Text unnötig, nachdem die Pointe eigentlich schon durch ist... Aber insgesamt eine witzige Geschichte. Liebe Grüße, Claudia

Eingetragen am: 17.08.2009

Eingetragen am: 16.08.2009 von Suze
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3000

Einmal hatten wir uns die Tageszeitung in den Urlaub nach Frankreich hinterher schicken lassen. Wir teilten uns die Lektüre beim Frühstück. Die lokalen Nachrichten - meistens Berichte über diverse Schützenfeste in den umliegenden Dörfern - überflogen wir nur flüchtig. Doch an diesem Morgen blieb ich an einer kurzen Notiz hängen, die augenblicklich zu Lachkrämpfen und einem Fast-Erstickungsanfall führte. "Hör´ mal zu", japste ich schließlich und las vor: "Der Schützenverein "Sichere Hand - Gailhof", trifft sich heute wieder zum traditionellen Eierschießen im Schützenhaus..." Weiter kam ich nicht, denn mein Mann brach brüllend vor Lachen auf seinem Stuhl zusammen.


Kommentar von Liliana-Louisa

????? Ich bin mit der Tradition von Schützenvereinen nicht vertraut. Wie hätte das Eierschießen denn korrekt heißen müssen?

Eingetragen am: 21.08.2009

Eingetragen am: 16.08.2009 von Hadassa
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2996

Ich wuchs in einer Familie auf, in der im Grunde die Frauen das Sagen hatten und die einzelnen Mitglieder prägten. Vielleicht lag es daran, daß die Männer in unserer Familie eher unscheinbar und konventionell auftraten, während die Frauen aus dem Rahmen fielen.
Eine der Frauen war meine Großtante Clothilde, sie heiratete erst mit sechzig ihre Jugendliebe Julius und bevor sie das tat, sorgte sie mit ihren Schrullen für Turbulenzen.
Tante Chlothy konnte eines nicht ausstehen und das war ihre Schwägerin, meine Großmutter und sie hatte eine Leidenschaft – und das waren Hüte.
Diese Leidenschaft mit ihren Folgen verlangte ihre gesamte Aufmerksamkeit.
Tante Clothy trug Hut. Immer und zu jedem Anlaß – zu jedem Geburtstag, zum Tee, zu jeder Hochzeit, Taufe und Beerdigung. Selbst bei der Gartenarbeit, die bei ihr nur aus dem Pfücken zweier Äpfel oder dem Schneiden einer Rose bestehen konnte, trug sie Hut.
An der Form des Hutes konnte man ihre Stimmung, aber auch den Grad der Wichtigkeit erkennen.
Bei Beerdigungen hatte der Hut je nach Liebe oder Abneigung zum Dahingeschiedenen einen kurzen oder dichten, langen Schleier, der dann ihr trauerndes Gesicht verbarg.
„Sie sah bei der letzten Beerdigung wie die trauernde Witwe aus“, kicherte meine Tante Freya, die zwanzig Jahre älter als mein Onkel war und mit ihm und einem VW Käfer drei Monate durch Europa gefahren war.
Bei einer Familienfeier trug Tante Clothy eine Art Kappe, die an die Rennfahrer der dreißiger Jahre erinnerte und die ihr ständig ins Gesicht rutschte, sodaß sie nur noch mit einem Auge sehen konnte und das teure Porzellan, auf das meine Großmutter so stolz war, in Gefahr brachte.
Meine Großmutter, die auf ordentliche Tischmanieren wert legte und schon Scherben sah, verlor die Contenance. „Jetzt nimm endlich die Kappe ab, du siehst aus, als wärst du zu einem Autorennen unterwegs“, keifte sie.
„Ich wußte doch, daß mich die Kappe an irgend etwas oder jemanden erinnert“, murmelte Tante Clothy selbstvergessen. „Danke, Anna für den Gefühlsausbruch. Jetzt weiß ich wenigstens wer es war. Julius – der wollte immer Motorradrallye fahren und landete schon beim ersten Versuch im Kornfeld. Ist ihm nichts passiert, aber das Motorrad war hin. Nur danach war nichts mehr mit Rallye. Ich frage mich gerade, was aus dem lieben Julius geworden ist... Na, ist auch egal. Ich muß davoneilen. Adé meine Lieben.“ Und fort war Tante Clothy. Die Kappe hielt sie in der Hand – ein sicheres Zeichen, daß ihr Ende gekommen war.
Tante Clothy hatte schon Dutzende von Hüten gekauft – aber keiner blieb lange bei ihr. Denn Tante Chlothy hatte keinen Geschmack und griff grundsätzlich zum falschen Hut. Ihre Putzmacherin war machtlos, alles Flehen, alle diskreten Hinweise, daß es vielleicht nicht so ganz der richtige Hut sei, prallten an Tante Clothy ab.
Tante Chlothy sah einen Hut – und sie sah immer Hüte, schaute ihn sich einen Augenblick verträumt an, setzte ihn dann auf, lächelte ihrem Spiegelbild zu, winkte mit der Hand ab und kaufte ihn.
„Das liegt daran, daß Chlothilde keinen Mann abgekriegt hat“, die Stimme meiner Großmutter klang hämisch und sie schaute dabei auf ihren schmalen Ehering. „Ein Mann hätte diesen Hut-Unfug niemals mitgemacht. Sie sieht albern damit aus, ich schäme mich jees Mal, wenn ich sie sehe. Sie muß doch auch mal an uns denken und an das schöne Geld, das sie so aus dem Fenster wirft.“
„Selbst die Spatzen haben vor ihr Angst“, lachte meine Mutter leise und schüttelte den Kopf, wobei es nicht klar war ob sie damit ihre Schwiegermutter oder Tante Clothy meinte. Denn meine Mutter und Clothy kamen an sich blendend miteinander aus. „Ich habe mir schon überlegt, ob ich nicht bei passender Gelegenheit fragen könnte, ob sie mir einen Hut für die Vogelscheuche schenkt. Denn, was macht sie denn mit den ganzen Hüten?“
„Sie gibt sie bei der Altkleiderstelle des Roten Kreuz ab“, antwortete meine Tante Hedda.
„Und was passiert dann mit den Hüten“, fragte Freya.
„Gehen alle nach Afrika“, erklärte Hedda. „Zu den Negern“, fügte sie noch hinzu.
Ich war fasziniert und sah mir in den nächsten Wochen in den Fernsehreportagen intensiv die Berichte über Afrika an. Ich hoffte einen Afrikaner mit einem von Tante Chlothys Hüten zu sehen. Aber so viele Sendungen ich mir auch anschaute, nie sah ich Tante Chlothys Leidenschaften auf einem schwarzen Krauskopf.


Kommentar von Hadassa

Hallo M.P., danke für den Kommentar und die Hinweise. Du hast mit Deinen Anmerkungen recht. Familiensituationen sind wohl nur für die Angehörigen in der jeweiligen Situation witzig, hinzu kommt, daß ich nur einen Teil über Tante Chlothys Schrullen hier veröffentlicht habe (der Gesamttext ist viel zu lang). Dadurch wurde das Ganze dann wohl sehr mager. Ich habe Tante Chlothy immer mehr gemocht als ihre Schwägerin. Fand es spannend, wie sie die Gehässigkeiten ihrer Schwägerin an sich abprallen ließ und ihren Weg ging, ohne selbst andere zu verletzen und zu demütigen. Aber ich habe bei dieser Aufgabe auch endgültig gemerkt, daß mir das komische i.S.v. witzige Schreiben nicht liegt. Ich habe auch keine Lieblingswitze und keine Lieblingskomiker. Da muß ich passen. lg Hadassa

Eingetragen am: 19.08.2009

Kommentar von Lillilu

Stimme M.P. zu.

Eingetragen am: 19.08.2009

Kommentar von M.P.

Die Gehässigkeiten einer in sich undiplomatischen Großfamilie sind bestens herausgearbeitet. Ich kann die vorgehaltenen Hände sehen, hinter denen Gemeinheiten ausgetauscht werden, wenn Tante Clothy mit neuem Kopfschmuck um die Ecke kommt. Leider wartete ich vergebens auf einen Knaller der schrulligen Tante und musste mich zum Schluß mit wenig begnügen. Familiengeschichten sind meistens immer für die lustig, die direkten Zugang zu den Sonderlingen haben, für Aussenstehende, wie mich, fällt es schwer, sich in die Befangenheiten der Beteiligten zu denken. Aber der Schreibstil überzeugt, auch wenn ich nicht schmunzeln konnte. LG M.P.

Eingetragen am: 18.08.2009

Eingetragen am: 16.08.2009 von Maren
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2995

Nochmals ( erster Beitrag 2971).
Ich erzähle es, wie ich es erfahren habe.

Von Zeit zu Zeit brannte immer ein Haus, so wie es bei den alten Gaststätten, Bauernhäuser oder Schreinereien üblich war. Damals hatte noch nicht jedes Dorf eine eigene Feuerwehr und wenn, dann war sie meistens nicht sehr gross. Bis dann die Feuerwehr aus den Nachbardörfern kam, war das alte Holz in hellen Flammen. Und alle hielten dicht.

Einmal, so wurde beschlossen, das erste Haus rechts neben der Strasse abzufackeln. Der es wollte, kam vom Tal, der es tun sollte, kam von der Bergseite.

Das erste Haus rechts an der Strasse brannte, aber es war das falsche Haus.


Kommentar von Ginko

Der Witz an der Geschichte besteht darin, dass durch die unterschiedlichen Anmarschwege links und rechts verwechselt wurden. Nur finde ich die Folge zu schwerwiegend für einen Witz, der zum Lachen einladen soll. Müssen denn Häuser abbrennen? Dagegen fände ich es lustig, wenn Burschen auf Mutprobe irrtümlich beim falschen Mädchen einstiegen. Da käme auch niemand ums Leben, im Gegenteil. Mürrisch, Ginko.

Eingetragen am: 19.08.2009

Kommentar von Maren

Ja Frog, du hast es gemerkt, es ist Beitrag 2972, nicht ..71! Aber es ist ein anderes Thema. Dieser Beitrag ist für diese Gegend hier, wo ich jetzt lebe, typisch gewesen ( vorletzte Generation). Wenn du vom Tal aufwärts fährst, ist das erste Haus rechts, wenn du aber vom Berg talwärts fährst, ist das erste Haus auch rechts. Nur eben auf der anderen Seite. Und der war so blöd und hatte daran nicht gedacht. Ist eigentlich auch kein Witz, aber angeblich wahr gewesen. Gruss Maren

Eingetragen am: 19.08.2009

Kommentar von Frog

Hi Maren, einen Beitrag 2971 gibt es nicht. Ich dachte erst, das sei eine Erklärung zu einer Brandgeschichte. Diese hier verstehe ich absolut nicht. Sollte es anderen auch so gehen, ist was faul. Wenn nicht, bin ich einfach nur zu blöd. Wieso hielten alle dicht? Da fehlt eine Erklärung. Und: Der es wollte?? Und der es tun sollte??? Was denn? Das feurige Missverständnis wird einfach nicht klar... Gruß

Eingetragen am: 18.08.2009

Eingetragen am: 16.08.2009 von Lillilu
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2994

Ich hab hier noch ein paar winzige Alltagsgeschichten - ich sammele so etwas. Keine Brüller, aber vielleicht reichts zum Schmunzeln.


1. Auf dem Koppenplatz in der Großen Hamburger Straße in Mitte verlassen Berlinbesucher still das Mahnmahl "Der verlassene Raum". Tisch und Stühle, einer davon umgestürzt, erinnern an den Holcaust und an Nelly Sachs. Kommt ihnen ein fröhlicher Berliner entgegen und ruft: "Äeie, ihr müßt schon die Möbel wieder aufstellen!"

2. Unterwäsche-Abteilung im Kaufhaus. Eine Dame hat es geschafft einen passenden BH zu finden. Sagt die Verkäuferin: "Soll ich Ihnen jetzt noch einen passenden Schlüppi raussuchen?"


3. In einer Apotheke in Charlottenburg verlangt eine Kundin "Eicosapen", Omega-3-Kapseln. Die Apothekerin schaut in den Computer und fragt: "Eico..... mit Ay wie Aysche?" "Nö, wie Überraschungsei!"


Kommentar von Lillilu

Danke M.P. und Gerti! Hab die kleinen Geschichten selbst erlebt. Zum "Schlüppi" möchte ich noch sagen, dass das kurz nach der Wende war und ich den BH im KaDeWe kaufte. Damals war die Bedienung in der Unterwäscheabteilung (man nannte es Lingerie) ein Haufen dummer Schnepfen, die alle immer nur quatschend rumstanden und "Sonderwünsche" mit Verachtung abstraften "Was, in Ihrer Grösse soll es ein grüner BH sein? Ich kann Ihnen nur hautfarben oder schwarz anbieten! Die hängen dahinten!" Als die Wende kam, kamen auch menschliche Verkäuferinnen zum Zuge, eine davon die mit dem "Schlüppi". Ich hätte sie küssen können. Und ist Schlüppi nicht einfach ein viel süßeres Wort als "Slip"? Überdies heißt "Slip" im Englischen Unterrock und ist nur wieder so eine Verbiegung eines englischen Wortes. Na, genug genörgelt. Lieben Gruss, Lillilu

Eingetragen am: 20.08.2009

Kommentar von Gerti

Lillilu.... ich habe lautlos vor mich hingekichert, besonders bei der *Schlüppi-Frage*! Gruß Gerti

Eingetragen am: 19.08.2009

Kommentar von M.P.

Hallo Lillilu. Die Unterwäschegeschichte ist köstlich. Die mit dem Mahnmal aber auch und auch die in der Apotheke. Also, was ich sagen will, weiß ich jetzt auch nicht mehr. Menno! Vielleicht, dass mir genau solche Geschichten die Lachtränen in die Augen treiben. LG M.P.

Eingetragen am: 18.08.2009

Eingetragen am: 15.08.2009 von Andriana
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2988

Hurra, ich habe einen neuen Job! Nach einigen Monaten Arbeitslosigkeit war ich bereit, so ziemlich alles zu tun. Tatsächlich begebe ich mich auf Neuland: ich arbeite als Verkäuferin in einem Klamottenladen. Ich habe schon verkauft, Kleidung allerdings noch nicht. Dank einer Freundin, die den Chef kennt, habe ich hier eine Chance bekommen. Ich bin ganz froh; die Bezahlung ist o.k. und arbeiten bis zum Umfallen muss ich sicher nicht. Es gibt lustige bunte Hippie-Klamotten, ein bisschen Schmuck und Räucherstäbchen. Ich habe beim Vorstellungsgespräch lieber nicht erwähnt, daß ich am liebsten Schwarz trage, Hippies naiv finde und Räucherstäbchen hasse...Hey, Hauptsache lächeln ist die Devise! Bei der Einarbeitung haben mir die Kolleginnen eingebleut, daß Kundenfreundlichkeit das Wichtigste ist. Der Rest käme dann schon von alleine (oder auch nicht).
Ich arbeite gerne, ich lerne schnell. Unterschätzt habe ich nur den menschlichen Faktor. Ich nenne es so: wenn Kunden zu Patienten werden. Gerne genommen wird die Gesprächstherapie; manche Leute können ein freundliches Verkaufsgespräch nicht einordnen und fangen an, ihre persönlichen Sorgen zu erzählen. Der Preis an der Ware ist immer ein guter Einstieg für finanzielle Horrorgeschichten. Verlorene Taillen und dazu gewonnene Problemzonen eignen sich für Krankengeschichten, Liebeskummer, Stress im Job usw. Soweit ich weiss, verdienen Psychologen mehr als ich. Warum eigentlich? Die Pflicht zur Kundenfreundlichkeit wird auch schonmal mit Verfügbarkeit verwechselt. Verheiratete Männer entdecken ihre charmante Seite neu und versuchen dich erst in ein intensives Beratungsgespräch, dann in eine Einladung zum Kaffee zu verwickeln. Hartnäckige Verehrer setzen alles daran, deinen Arbeitsplan und deine private Telefonnummer herauszufinden. Männer als Shopping-Berater können auch anstrengend sein. Ganz oben auf der Liste kontraproduktiver Kommentare: „Das ist zu eng, Schatz.“ Oder auch: „Sieht gut aus, aber brauchst du das?“ Manche halten sich für kompetenter als die Verkäuferin: „Ich hole dir eine andere Grösse. Ich hänge das schon zurück. Ich suche dir was raus.“ Die Folge ist meist unbeschreibliches Chaos im Laden. Neulich kroch einer der Schaufensterpuppe unter den Mantel, um die Grösse des Rocks zu ermitteln, den sie trug. Hilfe...alles Patienten...äh, potentielle Kunden, meinte ich. Viele erkennen nicht, daß es in einem Klamottenladen hauptsächlich um Kleidung geht. Einmal kam eine Frau rein und fragte:“ Wo sind denn hier die Kupferkessel?“ „Wie bitte?“ „Na die Kupferkessel!“ „Entschuldigen Sie, sieht das hier aus wie ein Metallwarenladen?“ „Mir hat aber jemand gesagt, daß Sie sowas verkaufen!“ „Nein, leider nicht.“ Noch Fragen? Ausserdem wollten die Leute: Wollsocken, Regenschirme, Kerzen, Eierwärmer, Kung Fu-Schlappen, Mini-Zen-Garten, Arganöl, Blumenvasen, Babytragetücher, Einlegesohlen, Ohrenkerzen, Wasserpfeifen, Briefmarken, Marihuana, Pulswärmer, Schlüsselanhänger, Yogamatten, Holzlöffel, Pillendöschen, Bauchtanzgürtel, Teegläser, Zimtlatschen, Fächer, Massageöl, Tischdecken und Fussballtrikots.
Ich brauche einen neuen Job...


Kommentar von M.P.

Hi Andriana. Ich habe herzlich gelacht bei deiner kleinen Geschichte. Zum einen, weil mein Weibchen auch im textilen Einzelhandel ihre Brötchen verdient und dabei öfters mit haarsträubenden Geschichten aufwartet. Zum anderen, ich solche Patienten aus meiner Zeit in der Gastronomie gut kenne. Mit Abstand betrachtet ist es zum kaputtlachen, als Opfer ist es zum heulen. LG M.P.

Eingetragen am: 18.08.2009

Eingetragen am: 15.08.2009 von M.P.
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2982

“He, Hallo, ich muß dir was erzählen.”
“Hm, leg los.”
“Du mußt aufpassen!”
“Tue ich.”
“Nein, richtig. Ich will dir einen gestischen Witz erzählen.”
“Einen was? Willst du Pantomime machen, oder was?”
“Neeeiiiin, keine Pantomime. Es geht ums Wort, aber...”
“Dann Kabarett?”
“Neeeiiiin, auch kein Kabarett, Herrgott. Einfach nur ein Witz, bei dem es auf die Mimik ankommt.”
“Ah, jetzt weiß ich. Du willst so was lustiges machen wie der Typ aus Berlin, na, du weißt schon, der ‘Meine Freundin, verstehst de? Hm, Hm?’. Fang an.”
“Nö, hab keinen Bock mehr.”
“Dann war es bestimmt ein mieser Witz.”
“Neeeiiiin, war er nicht. Nur macht es keinen Spaß ihn dir zu erzählen. Du bist ein Klugscheißer und Besserwisser. Wahrscheinlich würdest du ihn nur verreißen oder gar nicht verstehen. Ich suche mir jemand anderes der ihn hören will ohne dumme Fragen zu stellen.”
“Du lebst doch in einer Traumwelt.”
“Na und!”
“Du kannst nicht einfach losziehen und jemanden suchen, das geht nicht. Du bist ein Fantasieprodukt, nicht real, das Hirngespinst eines verwirrten Mannes. Such dir was aus.”
“Ich nehm das Hirngespinst. Und du bist ein Vollpfosten.”
“So wird es sein. Und jetzt erzähl deinen Witz.”
“Nö!”


Kommentar von M.P.

Tach Ginko. Vollpfosten ist eines meiner Lieblingsschimpfwörter und bezeichnet so ziemlich jeden, den ich mir lieber wo anders wünsche, als in meiner Nähe. Witze kann ich nicht, für lustige Geschichten fehlt mir zur Zeit die Gelassenheit. Aber für Sarkasmus oder Zynismus wäre ich bereit gewesen, wofür mir dann doch der Mut gefehlt hatte. Vielleicht später mehr. Danke für deinen Kommentar, kann ich gebrauchen.

Eingetragen am: 18.08.2009

Kommentar von Ginko

Lieber MP, den "Vollpfosten" hatte ich bisher nicht im Wortschatz, aber verstehen kann ich ihn schon. Gern hätte ich vom eigentlichen Witz erfahren, ob gestisch oder mimisch, was nicht das gleiche ist. Ein Erzähler, der umständlich einen Witz ankündigt, wird wohl öfter auf Besserwisser stoßen. Den Dialog vor dem Witz finde ich witzig. Feixend, Ginko.

Eingetragen am: 15.08.2009

Eingetragen am: 15.08.2009 von Manfred Pe.
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2981

Verrückt

„Sag einmal Vladimir, kann ein Stuhl verrückt sein?“
„Wie meinst Du das Konja?“
„Nun, dass er eben spinnt.“
„Konja, ein Stuhl kann nicht verrückt sein, oder spinnen wie Du sagst.“
„Aber Pavel hat gesagt, ich sei schuld, dass der Stuhl verrückt ist.“
„Ja, Konja, er hat damit gemeint, dass Du den Stuhl verrückt hast.“
„Jetzt sagst Du auch, ich sei daran schuld, dass der Stuhl verrückt ist.“
„Nicht in dem Sinne, dass Du den Stuhl verrückt gemacht hast, sondern dass er verrückt ist, an eine andere Stelle gerückt.“
„Aber ist er dann nicht verrückt?“
„Himmel Konja, ja, aber nicht im Sinne wie wenn wir von einem Menschen sprechen. Du machst mich noch ganz verrückt.“
„Pavel, heißt dass, dass ich Dich jetzt an eine andere Stelle gerückt habe?“
„Nein Konja, aber es macht mich ganz verrückt mit Deinem Verrücken.“
„Wenn ich Dich aber jetzt verrückt gemacht habe, warum kann ich dann keinen Stuhl verrückt machen?“
„Weil Du einen Stuhl nicht verrückt machst, sonder verrückst.“
„Das ist ja verrückt mit dem Verrücken, dass macht mich jetzt auch ganz verrückt und wenn ich verrückt bin, dann bin ich nicht mehr an der gleichen Stelle, also ist auch der Stuhl verrückt, oder?“
„Ja Konja, der Stuhl ist verrückt, Du bist verrückt und ich bin verrückt, wir verrücken uns ständig und verrückt ist, wenn wir nicht mehr an der Stelle sind, an der wir sein sollen – verrückt.“


Eingetragen am: 14.08.2009 von Rosima Ka
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2977

Der einzige Witz,den ich mir merken kann:

Der Holzfäller sucht einen Job in Kanada. Er wird gefragt, ob er Erfahrung im Holzfällen hat, und wo.
„Oh ja,“ sagt er. Ich hab eine ganze Zeit in der Sahara gearbeitet.“
„Wie?“ sagt der kanadische Arbeitgeber, „In der Sahara gibt’s doch gar keine Bäume!“
„Jetzt nicht mehr!“ antwortet der Holzfäller



SUNDAY NIGHT CLASSICS

Eine halbe Seite widmete die HÖRZU dem neuen Stern am Pianistenhimmel. Überschrift "Bach, made in Germany": Martin Stadtfeld (23), der die Goldberg Variationen, "das legendäre Werk von Johann Sebastian Bach ganz neu interpretiert..." Dazu den Tipp: "Sunday Night Classics. Vormerken!"
Die Goldberg Variationen—Musik, die ich liebe, besonders die Glenn-Gould-Version, mit dem Stadtfeld natürlich verglichen wird.
'Sunday Night Classics' beginnt mit Cecilia Bartoli, eine wunderbare Stimme. Aber was man beim ZDF alles unter Klassik versteht: Jazz und Pop? Jetzt erklingt ein Beatle-Potpourri, aber noch immer kein Anzeichen von dem begnadeten Nachwuchstalent. Es singt Andreas Scholl, auch eine tolle Stimme, aber wann kommt denn nun endlich der Wunderknabe? Als stolze Besitzerin von dreizehn Versionen der Goldberg Variationen bin ich gespannt, wie dieser junge Kerl sie neu interpretieren will. . .
Dann ein Geiger, und Cecilia singt nochmal, dann wieder Pop. Ich schließe die Haustür ab; soll ich auch gleich Zähne putzen? Da höre ich Applaus, also schnell zurück vor den Fernseher. Elf Uhr, und wo ist das junge Genie? In diesem Moment erscheint er auf der Bühne – im Hintergrund die vertrauten ersten Takte der Goldberg-Variationen. Na endlich! Ich bin ganz Ohr. Und nun verkündet die Moderatorin: "Freuen Sie sich jetzt auf Martin Stadtfeld, der für uns das Waldesrauschen von Franz Liszt spielt." Donner-Applaus.
Hab ich richtig gehört? Ich fasse es nicht! Um Waldesrauschen von Franz Liszt zu hören, schlage ich mir die halbe Nacht um die Ohren? Das darf doch nicht wahr sein!
Als ich mich von meinem Schock erholt habe – noch immer erklingt pianistisches Waldesrauschen – breche ich in lautes Lachen aus.
Ach lieber Bach, ach Schmerz, lass nach!


Kommentar von Frog

Hi! Der Holzfällerwitz ist auch einer meiner liebsten, herrlich. Die Goldberg-Story ist lustig, typisch ZDF. Da ist die Hörzu auch voll drauf reingefallen. Waldesrauschen, höhö, bevor der Holzfäller kam... Schönes WE. Frog

Eingetragen am: 15.08.2009

Kommentar von Lillilu

Hab ich nicht verstanden! Worüber lacht sie?

Eingetragen am: 15.08.2009

Eingetragen am: 14.08.2009 von Maren
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2972

Die Interstoff ist eine Stoffmesse in Frankfurt. Unser Stoffeinkäufer damals, Herr Schulze, als junger Mann aus der DDR geflüchtet, war sehr stolz auf seinen Posten. Auch war er ein grosser Ästhet, der sich gerne chic anzog. Also kaufte er sich extra für diesen Anlass einen neuen teuren Anzug, aus feinem Tuch, er wollte bei den Lieferanten einen guten Eindruck hinterlassen.
Meine zwei Kolleginnen und ich, wir waren in der selben Firma in der Modellabteilung tätig.
So starteten wir zu viert unsere Reise. In Frankfurt angekommen, rief Herr Schulze uns ein Taxi, um schnell zur Messe zu gelangen. Unsere Fahrt war fröhlich, alle waren bester Stimmung. Doch bevor wir uns in die Hallen stürzten, wollten wir noch vorher eine Tasse Kaffee trinken. Gesagt, getan.
Danach kontrollierte Herr Schulze sich nochmals, alles gut, Krawatte sitzt, den Anzug streifte er etwas glatt. Meine Kolleginnen und ich waren da etwas anders, eher etwas individueller angezogen.

Jetzt ging er eleganten Schrittes in Richtung Eingang.
Doch gerade da überflog uns ein Vogel und liess einen feuchten Schiss ab, genau auf den schönen neuen Anzug von Herr Schulze, mitten auf das Revers!
Er rief aus, jammerte und rannte sofort Richtung WC, um das Unglück zu beheben. Dann kam er niedergeschlagen zurück, es blieb ein ekelhafter Fleck. Es war furchtbar für ihn.
Obwohl wir mitfühlen konnten, war es uns unmöglich das Lachen zu verkneifen, im Gegenteil, es artete aus und wir lachten Tränen. Wieso wusste der Vogel, dass es für ihn am Schlimmsten war?


Kommentar von M.P.

Hallo Maren. (Habe ich dir schon mal gesagt, dass du den schönsten Namen der Welt trägst?) Vögel sind fixiert auf glänzenden Autolack, abenteuerliche Frisuren und schöne Klamotten. Meine Latte an Angriffen vom flatternden Vogelviech ist bestimmt hundert Meter lang aber meine Fahrzeuge oder Frisuren hatten damit nichts zu tun. Dein Herr Schulze hat mein tiefstes Mitgefühl, dein Beitrag erhält meinen Beifall. LG M.P.

Eingetragen am: 18.08.2009

Kommentar von Frog

Hi Maren, dann müsstest Du aber statt "ihn" Herrn Schulze schreiben, gloob ick. Oder: Selten so einen treffsicheren Vogel getroffen... :-) Wäre besser. LG

Eingetragen am: 18.08.2009

Kommentar von Maren

Frog, ich danke dir für deinen Kommentar. Es war für Herr Schulze schlimm, der Vogel hatte die richtige Person getroffen. Nur leider alles kein Witz. Habe nochmals einen Beitrag probiert 2995. VG Maren

Eingetragen am: 16.08.2009

Kommentar von Frog

Schadenfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Nur wieso war es für den Vogel am schlimmsten:-) ?

Eingetragen am: 15.08.2009

Eingetragen am: 13.08.2009 von Audrey81
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2962

Physalis

„Puhh, jetzt nur noch eben zum Obsthändler“ stöhnte ich, während ich einen prüfenden Blick auf meinen Einkaufszettel warf. Ich hatte es sehr eilig. Schon in einer Stunde würde Chris bei mir vor der Haustüre stehen. Ich hatte versprochen für ihn zu kochen. Zur Feier des Tages, da er endlich wieder in London war.
Aber mal ganz abgesehen vom Kochen, musste ich auch noch aufräumen und saugen und staubwischen, meine Wäsche zusammenlegen und…ach ja, frischmachen sollte ich mich auch noch. Was wollte ich noch mal anziehen? Wie konnte ich das nur vergessen. Die schöne neue Bluse natürlich, die ich mir vor ein paar Tagen gegönnt hatte. Verdammt, die würde ich erst noch bügeln müssen. Ob ich das wirklich alles in einer Stunde schaffe? Vielleicht hatte mein Chef doch recht, mit seiner Aussage, ich solle langsam anfangen an meinem Zeitmanagement zu arbeiten.
Über all diesen Überlegungen war ich nun endlich beim Obsthändler angekommen. Die verschiedensten Obst- und Gemüsesorten strahlten mich an. Der Duft der von Ihnen ausging, war einfach nur köstlich und mir lief das Wasser im Mund zusammen. Nur zu gerne hätte ich mich hier ein wenig länger aufgehalten. Ich war mir ganz sicher, dass sich hier das ein oder andere Früchtchen versteckte, das von mir noch entdeckt werden wollte. Aber für so was hatte ich jetzt wirklich keine Zeit.
Gezielt schnappte ich nach den strammsten Gurken und den prallsten Tomaten. Aber da war doch noch etwas anderes gewesen. Das durfte ich auf keinen Fall vergessen. Ich lies meinen Blick über die Auslagen wandern. Eigentlich hätte es mir direkt ins Auge fallen müssen. Nach einem weiteren Blick auf die Uhr, entschied ich mich den Obsthändler direkt danach zu fragen. Was hatte noch mal auf meinen Zettel gestanden? Verzweifelt kramte ich in meiner Tasche nach meiner Gedächtnishilfe. Jedoch ohne Erfolg. Das war ja wieder so typisch für mich. Wenn es drauf ankam, konnte ich mich einfach nicht auf mich verlassen. Wie hieß diese Frucht noch mal die Chris so gerne isst? Ohne sie, würde ich auf keinen Fall nach Hause gehen. Aber wie hieß das Zeug noch mal? Denk nach Audrey, denk nach. Und wie im Zeichentrickfilm, ging mir plötzlich eine Glühbirne auf. Mit einem selbstbewussten und sicherlich auch sehr charmanten Lächeln, ging ich auf den Verkäufer zu „Entschuldigung? Wo finde ich denn hier Syphilis?“ Der freundliche Gesichtausdruck des Mannes verschwand und er antwortete „Tut mir leid, aber ich weiß nicht was sie meinen“ ich war irritiert, lächelte aber weiter „Na Syphilis, sie wissen schon.“ der Osthändler drehte sich nervös nach den anderen Kunden um. Wir hatten ihre volle Aufmerksamkeit. Hatte ich wirklich so laut gesprochen? „Nein, tut mir leid, aber so was haben wir nicht.“ Langsam war ich ein wenig verärgert „Aber, dass kann doch nicht sein. Ich hab die doch schon bei ihnen bekommen.“ Eine Kundin lies ihre mit Äpfeln voll gepackte Plastiktüte stehen und ging langsam zum Ausgang. Ich verstand die Welt nicht mehr. Der Obsthändler schüttelte den Kopf „Ehrlich gesagt, bezweifle ich, dass sie das hier schon einmal bekommen haben. Dürfte ich sie dann jetzt bitten zu gehen?“ Hä? Zählte Syphilis jetzt vielleicht zu den Drogen, oder was war los? „Ich brauche aber Syphilis! Und außerdem habe ich die Gurken und Tomaten noch nicht bezahlt.“ Da schaltete sich eine ältere Londoner Bürgerin in das Geschehen ein „Kind, ich weiß ganz genau was sie meinen. Das sind doch diese Beeren. Kommen sie mal mit, ich zeig ihnen wo die sind. Der Herr scheint heute schwer von Begriff zu sein.“ Zufrieden schritt ich der älteren Dame hinterher. Ich wollte nur noch hier raus. Es wurde langsam kalt hier drin und das Obst roch jetzt auch gar nicht mehr so verführerisch. „Da Kind, da sind die Syphilis“ Und da waren sie tatsächlich. Die kleinen Beeren in dieser lustigen lapinonförmigen Fruchhülle. Ich war so glücklich und bedankte mich recht herzlich bei meiner Heldin. Auch der Obsthändler schien sich wieder etwas beruhigt zu haben.
So, jetzt eben noch auf den Preis schauen und dann, ab zur Kasse.
Und mit dem Preis, entdeckte ich dann auch das Namenschild der Frucht
„ P H Y S A L I S “
Physalis? Das war nicht das, wonach ich gefragt habe, auch wenn Physalis gemeint war. Was habe ich die ganze Zeit gesagt? Syphilis? Oh mein Gott! Ich habe nach einer Geschlechtskrankheit gefragt! Mir wurde abwechselnd heiß und kalt. Und ich war mir ganz sicher, dass mein Gesicht die Farbe der Tomaten angenommen hatte. Jetzt musste ich aber wirklich ganz schnell raus hier. Verschämt ging ich an den Verkäufer vorbei, unfähig auch nur ein Wort zu sagen.
Nach dem zahlen, verließ ich den Obstladen mit der Gewissheit, dort nie wieder einkaufen gehen zu können.


Kommentar von Frog

Hi Audrey! Wo bleibt der viel beschriebene englische Humor? Kann ja schon sein, dass man in London auch Physalis sagt und nicht cape gooseberry... Aber der Witz baut sich nur zäh auf. Die ganze Chris-Geschichte kann getrost gekürzt werden. Dass Audrey ein bisschen chaotisch ist, hättest Du in zwei Sätzen darlegen können. Und es hätte noch einen erklärenden Satz geben sollen zum Sprachproblem, etwa: Ich war erst seit xx Monaten in London und der englischen Sprache noch nicht so mächtig, dass ich jedes Früchtchen beim richtigen Namen hätte nennen können - oder so. Ansonsten purzeln auch die Zeiten recht häufig durcheinander, Du verfällst zwischendrin immer wieder ins Präsens. Und dass sie nach einer Geschlechtskrankheit gefragt hat, bedarf keiner Worte, das erklärt sich von selbst. Ich würde die Story im Gemüseladen beginnen lassen und etwas mehr auf die bisweilen doch sehr prüde englische Art eingehen und vielleicht den Verkäufer und die Dame etwas näher beschreiben... Ansonsten kann ich das Gefühl ganz gut nachvollziehen: Ich habe mal als junges Mädchen in einer Schlachterei in Cornwall "Hack" (von mir ausgesprochen: Häck!") geordert und statt Hackfleisch nur Stirnrunzeln geerntet. LG Frog

Eingetragen am: 15.08.2009

Kommentar von Ginko

Liebe nummerierte Audrey, der Weg bis zum Obsthändler erscheint mir zu lang geraten. Gibt es Läden mit Ein- und Ausgang und Kasse, nur für Obst? Na gut, auch für Gemüse. Ach so, in London. Spricht man dort von physalis, statt von cape gooseberry? Das sollte gar nicht Thema sein, sondern die Verwechslung ähnlich klingender Wörter. Wozu also eine Londoner Bürgerin bemühen? Der Witz trägt doch nur mit deutscher Aussprache. Andenbeerig, Ginko.

Eingetragen am: 14.08.2009

Kommentar von putzi

Schade, dass der Gemüsehändler nicht erleichtert gelacht hat, als der Irrtum sich aufklärte. Damit hätte er das Eis gebrochen und eine Kundin behalten. Hat mir gefallen Deine Geschichte, obwohl ich Physalis-Beeren nicht kenne. Viele Grüße, putzi

Eingetragen am: 14.08.2009

Kommentar von Lillilu

Liebe Audrey, auch wieder eine erzählenswerte Geschichte, aber bitte kürzen, kürzen, kürzen! Und nichts erklären (wie Syphilis)! Ein Witz darf nicht erklärt werden. Keine Gefühle der Autorin erklären (verschämt ging ich..)Im Schreibkurs des letzten Jahres haben wir uns alle immer bemüht, Gefühle zu zeigen und nicht zu nennen: Show don't tell. Damit hat der Leser mehr Freiräume. Ich hoffe, ich habe dich jetzt nicht verprellt. Lieben Gruss an dich und London, meiner Lieblingsstadt. Lillilu

Eingetragen am: 14.08.2009

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